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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Das Phoebus-Kartell

Der gewollte Produkttod (Teil 1)

Die gute alte Glühbirne.
Die gute alte Glühbirne.
Die Industrie, allen voran die großen Konzerne, oft unter Mithilfe der Regierung, sorgen dafür dass das allgemeine Volk verarmt, indem sie ihre Produkte so herstellen, dass sie schnell verschleißen und kaputtgehen. Besonders betroffen davon sind Artikel aus der Elektrobranche.

Die geplante Obsoleszenz

Das Ganze nennt man „geplante Obsoleszenz“. Dies steht dabei für den gewollten frühzeitigen Verschleiß von modernen Industrieprodukten. Abgeleitet ist der Begriff vom lateinischen Verb „obsolescere“, der für „veralten“ bzw. „sich abnutzen“ steht.

Das bekannteste Beispiel ist die gute alte Glühbirne, die von der EU inzwischen ganz abgeschafft wurde. Das hat man uns so verkauft, dass die neuen „Energiesparlampen“ viel länger halten als die Glühbirne, umweltfreundlicher und energiesparender sind. Die Mehrkosten (das Dreifache zur früheren Glühbirne oder mehr) wären so schnell wieder heraus. Das ist eine absolute Falschbehauptung. Ich habe selbst festgestellt, dass zu einem Großteil die alten Glühbirnen viel länger gehalten haben als die neuen Energiesparlampen. Zudem sind diese wegen eines hohen Quecksilbergehalts auch noch hochgradig giftig, damit alles andere als umweltfreundlich und müssen auch noch als Sondermüll entsorgt werden. Zerbrochene Energiesparlampen sind gerade für kleine Kinder lebensbedrohlich.

Das Phoebus-Kartell

Durchschnittlich hat eine herkömmliche Glühbirne ursprünglich ca. 2.000 Stunden Lebensdauer gehabt. Dann gründeten die international führenden Glühbirnenhersteller im Dezember 1924 in Genf das Phoebus-Kartell (Phoebus = „der Leuchtende“). Das Ziel dieses Kartells waren Absprachen zum Austausch von Patenten und diverser technischen Informationen sowie auch die Aufteilung des Weltmarktes für Glühbirnen unter den Mitgliedern.

Das Kartell, das angeblich noch heute existieren soll, kann mindestens bis zum Jahr 1942 nachgewiesen werden. In diesem Jahr gab es eine Anklage der US-Regierung gegen General Electric. Dies war das angeblich offizielle Ende des Kartells. Noch im Gründungsjahr 1924 vereinbarte das Kartell die Brenndauer der Glühbirnen von 2.000 Stunden auf 1.000 Stunden zu begrenzen. Schließlich wollte man ja immer und möglichst viele Glühbirnen verkaufen und gute Geschäfte machen. Und dies wie immer natürlich zu Lasten des Verbrauchers. Die offizielle Begründung lautete, dass für die Glühbirnen ab der 1.001. Stunde die optimale Lichtausbeute nicht mehr gewährleistet sei. Das aber ist vollkommener Unsinn und Volksverdummung. Hersteller, die Glühbirnen produzieren, die mehr als 50 Stunden länger als die vorgesehenen 1.000 Stunden brennen, mussten hohe Strafen an das Kartell bezahlen.

Mitglieder des Phoebus-Kartell waren (und sind es vielleicht auch heute noch, soweit die Firmen noch existieren) General Electric Company, Tungsram, Associated Electrical Industries (als Nachfolger von Thomson-Houston), Compagnie des Lampes, Osram, Radium, Philips und ELIN (Mitgliedschaft im Jahr 1939) sowie noch einige andere mehr.

Mysteriöser Tod des Ewigkeitsglühbirnen-Erfinders

Der Berliner Erfinder Dieter Binninger (* 1938 – † 05.03.1991) entwickelte unabhängig von den großen internationalen Glühbirnenherstellern Glühbirnen mit integriertem Vorschaltgerät, die eine von ihm zugesagte Lebensdauer von bis zu 150.000 Stunden hatten. Das entspricht einer Zeitspanne von gut 17 Jahren ununterbrochener Brenndauer. Seine Glühbirnenerfindung wurde „Ewigkeitsglühbirne“ oder „Langlebensdauerglühbirne“ genannt. Binninger wollte ursprünglich eine Firma übernehmen und diese langlebigen Glühbirnen in Serie produzieren. Doch bevor es dazu kam verstarb er zusammen mit seinem Sohn am 05. März 1991 beim Absturz eines Flugzeuges, dessen Pilot sein Sohn war. Warum das Kleinflugzeug abstürzte ist bis heute nicht geklärt und es gibt das Gerücht, dass es kein Unfall sondern ein Sabotageakt oder Anschlag war, hinter dem das Phoebus-Kartell steckte. Eine Glühbirne, die eine 150fache Lebensdauer als alle anderen hat, wäre nicht nur ein Milliardengeschäft geworden, sondern hätte unweigerlich auch alle anderen vom Markt verdrängt.

Die ewig brennende Glühbirne in der Feuerwache Nr. 6

Immer wieder gibt es auch Hinweise auf eine „ewige Glühbirne“, die nie kaputtgehen soll. Dass es so etwas wirklich geben könnte beweist eine Glühbirne in der Feuerwache Nr. 6 von Livermore in Kalifornien, wo sie über den Löschfahrzeugen ihr schimmerndes, bernsteingelbes Licht mit 4 Watt Leistung abgibt. Die leuchtet seit dem Jahr 1901 bereits seit mehr als 113 Jahren (Stand im Oktober 2014). Sie ist noch mundgeblasen und trägt die Bezeichnung „Centennial Bulb“. Seit 1972 steht sie im Guinessbuch der Rekorde und kann inzwischen auch über eine eigene Webcam beobachtet werden. Liegt ihre scheinbar ewige Betriebsdauer tatsächlich nur in dem Umstand begründet, dass sie nie ausgeschaltet wird? Und was würde passieren, wenn sie doch einmal ausgeschaltet würde?

Tatsächlich ist dies bereits einmal geschehen, und zwar im Jahre 1976 für einen Zeitraum von rund 8 Minuten, als sie in die neue Feuerwache umzog. Ein zweites Mal erlosch sie am 21. Mai 2013 gegen 01.00 Ortszeit plötzlich von alleine, was weltweit über die Webcam gesehen werden konnte. Schon glaubte man, sie sei nun endlich kaputtgegangen. Doch, nach ungefähr 6 Stunden brannte sie wieder weiter. Schuld an dem Ausfall war ein Problem bei der Stromversorgung der „Jahrhundert-Glühbirne“ gewesen. Aus diesem Grund wird die Glühbirne inzwischen von einer UPS-Einheit (Uninterruptible power supply) mit Strom versorgt, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) gewährleisten soll.

Fortsetzung folgt. Das Verzeichnis der benutzten Quellen folgt im Anhang an den letzten Teil.

Bildnachweis:
  • Die gute alte Glühbirne.: Foto: © zoom / pixelio.de. (Gemäß den Pixelio-Bestimmungen für dieses Bild.)

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Schlüsselwörter: geplante Obsoleszenz | Glühbirne | Produkttod | Energiesparlampe | Ewigkeitsglühbirne
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