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Sonstiges: Kultur & Religion

Totensonntag auf Thai(ländisch)

Wie die Thais ihren Verstorbenen gedenken

Urnengräber in Felsnischen am Wat Siketh/Bangkok.
Urnengräber in Felsnischen am Wat Siketh/Bangkok.
Heute, am 1. Oktober 2016, ist im südostasiatischen Königreich Thailand ein ganz besonderer Tag. Man gedenkt offiziell den verstorbenen Familienangehörigen und Vorfahren, die auch durch Zeremonien geehrt werden. Diesen Tag nennt man „Sart Thai“ oder auch „Wan Sart“. Er wird in der Bevölkerung fast wie ein Feiertag angesehen, obwohl er kein offizieller Feiertag ist.

Maßgebend ist der Mondkalender

Dieser Gedenktag, der offiziell „Wan Sat Thai“ heißt, hat kein festes Datum, da er sich nach dem Mondkalender richtet. Er findet am Neumond-Tag am Ende des 10. Monats im thailändischen Mondkalender statt.

Der Namensbestandteil „Sat“ (auch „Sart“) stammt von dem Pali-Wort „sarada“ ab, das „Saison“ oder „Herbstzeit“ bedeutet und sich auf die Zeit bezieht, „in der das Korn die Ähre füllt“. So handelte es sich ursprünglich um ein Erntedankfest, das bis in die 1930er Jahre als die königliche Zeremonie „Pithi Sart“ bekannt war und damals ausschließlich innerhalb des Königspalastes gefeiert wurde.

Vom Erntedankfest zum Verstorbenengedenken

Eingeführt wurde das Fest nach einem allgemeinen Volksglauben von Nang Noppamat, die eine Gespielin des Königs Ramkhamhaeng (auch bekannt als Rama Khamhaeng; * um 1239, + um 1298) war. Im Laufe der Jahrhunderte ging die ursprüngliche Bedeutung als Erntedankfest verloren.

Heute wird das ursprüngliche Fest fast nur noch in den ländlichen Gegenden Thailands als Verstorbenengedenktag begangen. Man säubert dabei die Bilder der Verstorbenen im Haus oder an den Urnengrabstellen und schmückt diese mit frischen Blumengirlanden. Kerzen und Räucherstäbchen werden angezündet und man gedenkt der Verstorbenen im Gebet und verabschiedet sich mit einem Wai. Auch im Wat wird häufig mit gemeinsamen Gebeten der Toten gedacht.

Süßspeise für Familie, Freunde und Mönche

Während des „Wan Sat Thai“ wird die eigens für diesen Gedenktag zubereitete Süßspeise „Kraya-Sart“ (auch „Kraya-Thip“) an die Verwandten, Nachbarn, Freunde und Mönche gereicht. Diese besteht aus einer Mischung von Reis, Erdnüssen und/oder Sesam, Honig und/oder Zuckerrohrsirup.

Bildnachweis:
  • Urnengräber in Felsnischen am Wat Siketh/Bangkok.: Foto: © Axel Ertelt. (Unterliegt dem Deutschen Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Totengedenken | Verstorbene | Gedenktag | Süßspeise | Wat
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