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Wang Zhi und sein hundertjähriger Schlaf

Gibt es eine Bewegung durch die Zeit ? - Teil VIII

Ranka (auch Lan Ke) ist eine etwa alte chinesische Legende, die zuerst etwa vor 1.600 Jahren erwähnt worden sein soll. Wie alt genau diese Legende jedoch sein kann, weiss niemand genau. Es gab verschiedene chinesische und japanische Literaten, die dies Legende für eigene Versionen verwendeten. Daher dürfte der Titel Ein Tag im Himmel gleicht wie Hundert Jahre auf der Erde zu der Geschichte am besten passen.

Ein Tag im Himmel gleicht wie Hundert Jahre auf der Erde

Einst gab es den jungen Wang Zhi (auch Wang Chih), der in einem Dorf, nicht so weit von der Stadt Quzhou entfernt, lebte. Eines frühen Morgens ging er wieder zum Bergwald, um nach einem guten Stück Holz für seine Axt zu suchen, den er brauchte einen neuen Holzstiel, den er sich neu schnitzen wollte. Weil er nicht zufrieden war, was er bisher fand, und der neue Holzstiel was Besonderes sein sollte, ging er immer tiefer und höher in den Wald. Die Zeit verging, aber schließlich fand er nach Stunden ein gutes Stück Holz für seine Axt, was er so lange gesucht hatte. Sofort schnitzte er einen neuen Stiel und setzte ihn zufrieden in der Axt ein. Er wollte sich auf den Rückweg machen, doch dann blieb er plötzlich stehen, denn auf einmal wusste Wang Zhi nicht mehr wo er genau war und wie er zurückkehren musste. So wanderte er zunächst ziellos weiter, bis er an einer Felsenbrücke ankam. Und dort saßen zwei seltsame alte Männer die GO spielten. (Nach einer anderen Version waren es verwandelte Feen die spielten) Er ging zu ihnen hin und begrüßte sie. Die alten Männer beachteten ihn aber zunächst nicht, weil sie gebannt auf das Brett mit den Spielsteinen schauten. Weil Wang Zhi aber unbedingt die beiden alten Männer nach dem Weg fragen wollte, wurde er auch neugierig, legte seine Axt neben sich, setze sich auf einen Stein, der von weichen Moos bedeckt war, und beobachtete fasziniert das Tun der beiden Spieler.

Das Brett lag auf eine spitzen Stein lag, so fragte er sich, wie lange es dauern würde, wann es nach unten fiele, doch es tat es nicht. Noch interessanter waren die beiden Männer, die nach seiner Ansicht, mit ihren weißen Haaren, schon uralt sein müssten. Sie bewegten sich kaum und wenn einer nach langer Zeit einen Spielzug machen wollte, frohlockte Wang Zhi, das es weiter gehen würde, doch bei jedem Zug zögerten die Alten, und es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis ein neuer Spielzug gemacht wurde. Wie kam er er wohl aus dieser Situation heraus, wollte doch er nur höflich nach einen Weg fragen, bevor es Abends wurde.

Als einer der Alten ihn doch noch sah, lächelte er ihn an und rief er ihn zu sich und gab ihm ein Stück Obst, das wie eine Pflaume aussah. Du bist höflich und voller Geduld, diese Tugend ist selten geworden. Nimm dies junger Mann, für deine Geduld, denn es nimmt Dir Hunger, Durst und lässt Dir die Zeit schnell verstreichen, denn unser Spiel gleicht dem Anfang und Ende und beginnt dann von Neuem. Hast Du aber keine Geduld, dann gehe nach Hause. Wang Zhi bedankte sich, wollte in seiner Höflichkeit keinen der Alten beleidigen und ging auf seinen Platz zurück. Er dachte sich jedoch nach einer Weile, das es besser sei, das Stück Obst zu essen, um dann heimlich und leise die Alten zu verlassen, denn es schien keinen Sinn zu haben, weiter zu warten.

Kaum hatte er das Obst gegessen, fiel er in einen tiefen Schlaf. Als er wieder erwachte, sah er die beiden alten Männer mit ihrem Brettspiel nicht mehr, und dachte sich, wie viele Stunden er wohl schon geschlafen hatte. So wollte er seine Axt nehmen und einfach den Berg nur runtergehen, in der Hoffnung, das er dann erkennt, wo er sich befand. Als er seine Axt nehmen wollte, erschrak er, denn der neue Holzstiel war verfault, und als er ihn anfasste, zerfiel dieser zu Staub. Verwirrt dachte er sich, wie kann das sein, hatte er diesen doch erst wenige Stunden vorher neu geschnitzt. Doch ein weiteres erschrak ihn noch mehr, war ihm doch in dieser kurzen Zeit sogar sein Haar und ein langer Bart gewachsen.

Er wollte nur schnell zurück, eilte den Bergwald bis zur einer Lichtung hinunter und fand den Weg in sein Dorf wieder zurück. Kaum im Dorf angekommen, schien es ihm schon am Anfang anders wie in seiner Erinnerung. Das Dorf erschien viel grösser, die Häuser waren anders und selbst die Bewohner kannte er nicht mehr. Auch die Dorfbewohner sahen ihn seltsam an, bis schließlich einer fragte, was er suchte. Als er seinen Namen nannte und sein Haus beschrieb, schüttelten alle ihren Kopf, den keiner kannte ihn, seinen Namen oder sein Haus. Nur der Dorfvorsteher erinnerte sich an eine Geschichte, die sein Grossvater ihm erzählte, das ein junger Mann aus einem Wald nicht zurückkehrte, aber dies sei vor über Hundert Jahren geschehen. Voller Mitleid wurde Wang Zhi vom Dorf aufgenommen, denn jetzt er fiel ihm erst auf, das er schon ein alter Greis geworden war. Kurze Zeit später verstarb er verbittert über sein Schicksal.

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Schlüsselwörter: Wang Zhi | Zeitreise | Zeitverschiebung | China | hundertjähriger Schlaf
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