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Die Legende des Fischers Urashima Taro

Gibt es eine Bewegung durch die Zeit? - Teil VII

Meer der Geheimnisse...
Meer der Geheimnisse...
Der siebte Teil entführt uns wieder zurück nach Asien, wo es weitere Erzählungen und Sagen über Menschen gibt, die entweder einen Zeitsprung machten oder Teil einer Zeitanomalie wurden. Diesmal geht es um die Legende des japanischen Fischers Urashima Taro, der, wie auch einige der Personen in den anderen Beiträgen, einen Zeitsprung von 300 Jahren machte. Ob beim Fischer Urashima Taro oder in ähnlichen Sagen, oft wird ein Tag als wie Hundert Jahre oder die Zeitspanne von 300 Jahren beschrieben, so auch beim Mönch von Heisterbach, beim Abt San Virila und bei Benedikt von Chorin. Bisher konnte ich noch keine schlüssige Theorie aufstellen, ob dies immer ein zufälliger Zeitraum ist oder es vielleicht einer Art „Zeitgesetz“ unterliegt. Doch nun zu Urashima Taro, dessen Erzählung aus dem 15. Jahrhundert stammen soll, wobei japanische Geschichtsforscher feststellten, das es auch noch ältere Quellen aus dem 8.Jahrhundert gibt, wo der Fischer Urashimako hieß. Somit existieren unterschiedliche aber ähnliche inhaltliche Versionen...

Die Legende über Urashima Taro

Wie jeden Morgen ging der junge Fischer Urashima Taro zu seinem kleinen Fischerboot, um auch an diesem Tag sein Glück zu versuchen, einen guten Fang zu machen. Er verabschiedete sich von seiner alten Mutter und machte sich auf den Weg. Nach einer Weile sah er am Strand eine Gruppe von Kindern, die dabei waren, eine Schildkröte zu quälen, indem sie sie auf dem Rücken liegen ließen und immer wieder drehten. Urashima Taro schimpfte mit den Kindern, damit sie die kleine Schildkröte in Ruhe lassen sollten und nahm sie ihnen ab. Besorgt brachte er die kleine Schildkröte ins Wasser und war glücklich, das sie wohlauf ins Meer schwamm. Anschließend machte er einen guten Fang und ging glücklich wieder nach Hause.

Als Urashima Taro am nächsten Morgen wieder zu seinem Fischerboot ging, sah er angstvoll eine große eiserne Schildkröte, die auf ihn wartete und dann sogar sprach Habe keine Furcht, dein Mitgefühl für die kleine Schildkröte hat der Tochter des Ryugu-jo (Meeres-Drachengott) sehr gefallen. Prinzessin Otohime will dich begrüßen und dir für diese Wohltat persönlich danken. Daher sollst du mit mir kommen, um dich zum Ryugu-Palast zu bringen. Die eiserne Schildkröte öffnete ihr Maul und darin war eine zweite Haut mit Kiemen, die Urashima Taro ohne Bedenken anziehen sollte, um dann auf den Rücken der Schildkröte in die Tiefen des Meeres zum Ryugu Palast (Drachen-Palast) zu reisen. Voller Angst schloss der junge Fischer zunächst die Augen, doch als er weiter nach unten fuhr, öffnete er sie wieder und sah den mächtigen und wunderschönen Palast, der ganz aus Kristall und Korallen gebaut schien. Nach kurzer Zeit war er im Palast und wurde von Prinzessin Otohime (andere Schreibweise auch Toyotama-hime) mit einem Lächeln empfangen. Sie war wunderschön anzusehen, ihre grünen Augen leuchteten und die Haut der Prinzessin bestand aus glänzenden Schuppen.

Die Prinzessin war hoch erfreut den jungen Fischer zu sehen und führte ihn im Palast herum. Sie erzählte ihm ihre Liebe zu allen Lebewesen im Meere und das sie sich manchmal in ein Meerestier verwandelt, um die Menschen zu beobachten. Das die Fischer vom Fischfang leben mussten tolerierte sie. Die Kunst sich zu verwandeln, hat ihr ihr Vater, der Meeresgott Ryujin beigebracht, ebenso, das niemand im Palast altern konnte. Verwundert sah er durch das Kristalldach die vielen Meerestiere, die der Prinzessin nur durch eine Handbewegung gehorchten. Auch zeigte sie ihm wundersame Dinge, die er noch nie sah. Danach feierten sie ein Fest und die Prinzessin bekam Gefallen an dem jungen und aufrichtigen Fischer. Es vergingen bereits 3 Tage, da machte sich Taro Sorgen um seine alte Mutter, und bat die Prinzessin, das er wieder in sein Dorf zurückkehren könnte, um nach seiner Mutter zu sehen. Die Prinzessin Otohime war darüber sehr traurig, doch akzeptierte sie seinen verständlichen Wunsch. So sprach sie zu ihm: Dein Besuch war wie ein Licht in meinem Herzen, und damit du mich nie vergisst, schenke ich dir meine Tamatebako. Es wird dich immer beschützen und ich ich kann immer spüren, wie es dir geht. Doch du darfst es niemals ohne mich öffnen, den sonst kann ich dich nicht beschützen, das musst du mir versprechen. Wenn du zu mir zurückkehren möchtest, dann rufe mich einfach und ich kann dich hören. Der junge Fischer versprach es ihr heilig und nahm das Geschenk, das wie ein großer Würfel aussah, an. Danach zog er wieder die Haut mit Kiemen an und die eiserne Schildkröte brachte ihn zur Oberfläche zurück.

Urashima Taro eilte voller Sorge zurück zu seinem Haus, doch er fand es nicht mehr an der Stelle, wo es stand. Verwirrt schaute er sich um, ging zu den anderen Fischerhütten, doch erkannte er keinen einzigen mehr, den er vorher kannte. Auch waren die Häuser anders als wie er sie in Erinnerung hatte. Einige Fischer sahen ihn von Haus zu Haus eilen und fragten ihn, was er suche. Er fragte sie, ob sie einen Urashima Taro und seine Mutter kannten. Sie antworteten ihm, das es eine alte Geschichte gäbe, das ein Fischer mit dem gleichen Namen im Meer verschwunden sei und das alle dachten, er sei ertrunken, aber dies ist schon 300 Jahre her. Der junge Fischer war verzweifelt und verwirrt, und ging an die Stelle zurück, wo er einst der eisernen Schildkröte zum ersten Mal begegnete. Wie kann es sein, das ich nur drei Tage bei der Prinzessin war und nun sollen gar 300 Jahre vergangen sein, grübelte er nach. Er schaute ins Meer und dann auf den kleinen Würfel Tamatebako, das Geschenk der Prinzessin. Traurig und mit sich alleine, dachte er sich was soll mir noch schlimmeres widerfahren. Doch statt auf die Worte der Prinzessin zu hören und sie zu rufen, öffnete er gedankenlos Tamatebako, und in diesem Moment kam ein Schrei der Prinzessin und eine Wolke aus weißem Rauch aus dem Würfel. Wie durch einen bösen Zauber begann der junge Fischer schnell zu altern, seine Haare und sein Bart wuchsen ohne Unterlass und wurden schnell lang und weiß. Sein Rücken beugte sich, seine Haut und Nägel vergilbten zu Leder und seine Zähne fielen heraus. So alterte und starb der einst junge Fischer grauenvoll in wenigen Augenblicken. Bevor er die Augen für immer schloss, hörte er noch im Sterben die traurigen Worte der Prinzessin, die aus dem Tamatebako kamen: Ich habe auf dich gewartet und du hast nicht auf mich gehört, lieber Taro, denn im Tamatebako war dein Alter gefangen.

Epilog

Wahrlich wieder eine seltsame alte Legende, die sogar Ähnlichkeit mit dem Fall der gealterten Pilgermönche hat. Auch hier ein großer Zeitsprung und dann auf einmal das rapide Altern bis zum Tod. Könnte es tatsächlich Orte gegeben haben, wo die Zeit eingefroren wurde, das Altern wie bei der Unsterblichkeit nicht möglich war, aber sobald man diesen Ort verließ, das vielleicht gespeicherte Alter urplötzlich als Zeitgesetz frei gegeben wurde? Es bleibt mysteriös und die Suche nach weiteren Legenden und Antworten geht weiter...

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Schlüsselwörter: Zeitverschiebung | Urashima Taro | Zeitsprung | Japan | Prinzessin Otohime
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