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Politik: Deutschland

Politisch nicht gewollt: Das SchienenTaxi

Ein Projekt zur Rettung der von der DB AG stillgelegten Nebenstrecken

Versuchsträger des SchienenTaxis.
Versuchsträger des SchienenTaxis.
Immer mehr Nebenstrecken in der Region werden von der DB AG stillgelegt, weil sich diese für die großen schweren und teuren Züge nicht mehr rechnen. In Ermangelung besserer Ideen werden von den Kommunen dann auf diesen Strecken Radwege gebaut, nachdem die Schienen demontiert wurden. Und diese „Vernichtung von Volksvermögen“ (so heißt es in den Argumentationen) wird auch noch staatlich gefördert…

Nach der Demontage kein Zurück mehr

Sind die Schienen erst einmal demontiert, gibt es kein Zurück mehr. Falls kein Radweg auf der ehemaligen Gleisstrecke gebaut wird, werden die Flächen verkauft und anderweitig überbaut. Damit sind sie aber als Strecke für den Verkehr – in welcher Form auch immer – endgültig nicht mehr verfügbar.

Strecken, für die die Kommunen einst viel Geld bezahlten um einen Eisenbahnanschluss zu erhalten, müssen nun noch einmal von den Kommunen der DB AG abgekauft werden. Die unbequeme Frage: Gehört denn die Strecke nicht der betreffenden Kommune? – Schließlich hat die Kommune diese doch ursprünglich einmal gekauft und der Bahn zur Verfügung gestellt. Wieso müssen nun die Kommunen erneut für die Strecke bezahlen?

SchienenTaxis könnten die Nebenstrecken retten und erhalten!

Die Lösung für die von der DB AG ungeliebten Nebenstrecken wären SchienenTaxis. Kleine Fahrzeuge für ca. 10 bis 12 Personen könnten dort die Mobilität weiterhin garantieren – zu einem erschwinglichen Preis und zu Fahrpreisen, die durchaus mit denen von Omnibussen konkurrieren können.

Der ehemalige Halveraner Unternehmer Friedrich-Wilhelm Kugel hat ein solches SchienenTaxi-System in Zusammenarbeit mit der Fa. KFZ-Elektrik Uphoff entworfen und zusammen mit dem früheren Augsburger Hochschul-Professor Dr.-Ing. Bernhard Liesenkötter mit ersten Versuchsträgern auf einer ca. 6,2 km langen Schienenstrecke getestet. Die Fahrzeuge sollten einmal autonom fahren. Dazu war von Prof. Liesenkötter ein spezielles Radarprinzip entwickelt worden, das auch um die Kurven sehen und so Hindernisse frühzeitig erkennen konnte. Zu diesem Zweck war die Schleifkottenbahn GmbH gegründet worden, deren Geschäftsführer Kugel bis 2014 war. Für den Begegnungsverkehr der SchienenTaxis auf der eingleisigen Versuchsstrecke war eigens von dem früheren Bahnmitarbeiter und Schleifkottenbahn-Pressesprecher Klaus Westensee eine passive Weiche entwickelt worden, die den Begegnungsverkehr ohne zusätzliche menschliche Aktivitäten regelt.

Politisch nicht gewollt

Doch Ende 2014 kam das vorläufige Aus für die umweltfreundlichen SchienenTaxis auf der Teststrecke zwischen Halver-Stadt und Halver-Oberbrügge. Der Einsatz eines solchen Systems war offenbar politisch auf allen Ebenen nicht gewollt. Das fing bei der Kommunalpolitik an und ging über die Länderpolitik bis in die obersten Spitzen der Bundespolitik. Alle Politiker mit Rang und Namen, die zuvor von dem Projekt nur in höchsten Lobtönen redeten, waren offensichtlich nicht bereit das Projekt auch tatkräftig zu unterstützen.

Wie alles genau gelaufen ist, darüber soll in Kürze ein Buch erscheinen. Der Arbeitstitel lautet: „Mobilität auf dem Abstellgleis“ (Untertitel: „Von der Dampflok zum Schienentaxi“). Es zeigt außerdem auf, warum der Slogan „Mehr Güter auf die Schiene“ in Deutschland nicht umgesetzt werden konnte.

Hinweis: Das Foto zeigt den erfolgreich gefahrenen Versuchsträger des SchienenTaxis auf einem Abschnitt der Schleifkottenbahn. Foto: (mit freundlicher Genehmigung von) © Prof. Dr.-Ing. Bernhard Liesenkötter.

Bildnachweis:
  • Versuchsträger des SchienenTaxis.: Foto: © Prof. Dr.-Ing. Bernhard Liesenkötter. (Unterliegt dem Urheberrecht!)

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Schlüsselwörter: SchienenTaxi | Schleifkottenbahn | Hinderniserkennung | Nebenstrecken | DB AG
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