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Durian - die thailändische Stinkfrucht

Durian
Durian
Die Durian - Frucht (Zibetfrucht) gehört zu den größten und exotischsten Früchten der Welt. Das Anbaugebiet erstreckt sich über ganz Südostasien. Der Name der Frucht stammt vom malaysischen Wort duri für Dorn ab. Die Thais nennen sie turian und die lateinische Bezeichnung lautet Durio zibethinus. Die malaysische Namensgebung ist sehr zutreffend, sieht eine Durian doch aus wie ein Football mit vielen Stacheln. Ihre Stacheln wiederum sind sehr groß und teilweise scharf. Die dicke Schale ist ungewöhnlich hart und hat eine hell- bis braungrüne Farbe.

In der Vergangenheit hatten die als leidenschaftliche Glücksspieler bekannten Thais auch noch eine andere Verwendung für sie gefunden: In Spielrunden musste von den Teilnehmern die Anzahl der Kerne in einem Fruchtsegment erraten werden, wobei nicht selten Unsummen ihren Besitzer wechselten. Heute sind Glücksspiele zwar verboten, aber nicht ausgeschlossen.

Die Durian stammt aus dem Regenwald. Sie wächst auf 20-40 Meter hohen Bäumen und benötigt für ihren Wachstum einen sehr fruchtbaren, gut bewässerten Boden. Die Haupterntezeit für Durians beginnt Ende April und umfasst den ganzen Monat Mai. Aus diesem Grund werden die Standard-Sorten am günstigsten im Mai angeboten. Die größten Anbaugebiete in Thailand sind hauptsächlich die südlichen Provinzen des Landes. In Nonthaburi, rund 7 km nördlich von Bangkok, befindet sich ein großes Industriegebiet. Hier hat auch die Verarbeitung der thailändischen Durian ihr Zentrum, und von hier werden sie verpackt und in alle Welt exportiert.

Obwohl dort die Regenzeit von etwa Juni-Oktober weniger auffällig ist, werden Durians sogar bis in den Monat August geerntet. Sie erreichen Gewichtsklassen von 1-4 Kilo und eine Größe bis zu 30 cm, wobei die 2-Kilo-Gewichtsklasse die dominierende und die am meisten verkaufte in Thailand ist.

Die Frucht hat fünf Segmente, in denen jeweils ein gelbes, cremiges Fruchtfleisch ein bis sechs große Kerne umfasst. Gegessen wird ausschließlich das gelbe Fruchtfleisch. Dies beträgt aber nur etwa 20 % des Gewichts der Frucht, den Rest des Gewichts macht die Schale aus. Obwohl der Anteil von Fruchtfleisch gering ist (Pfirsiche haben z.B. einen Fruchtfleischanteil von fast 90 %) hat er es in sich. Das Fruchtfleisch der Durian hat einen sehr geringen Wasseranteil, der sogar noch geringer ist als der von Bananen. Wer z.B. 200 Gramm der Durian zu sich nimmt, ist davon schnell gesättigt. Der Nährwert ist dabei sehr hoch und der Gehalt an Mineralstoffen ebenso. Also ein interessanter Zwischenhappen.

Wie bei den meisten Früchten, gibt es auch bei den Durians verschiedene Arten, wobei sich diese im Aussehen und geschmacklich kaum unterscheiden. In Thailand werden z.B. bis zu 15 verschiedene Arten angeboten. Die Preisunterschiede sind dafür aber sehr groß. Die am weitesten verbreiteten Qualitätssorten heißen cha-ni und kanyoo (die langstielige), die 15-40 Baht kosten und in den Monaten April - Mai die Marktszene beherrschen. Die teuerste Sorte ist mon thong (das goldenen Kissen), deren Preis bei 300-500 Baht das Kilo liegen kann. Mon thong wird oft zur Füllung kleiner, runder Kuchen verwendet. In den Monaten Dezember-Januar kosten die Standart-Sorten 100-200 Baht das Kilo.

Dabei ist die Sorte mon thong vom ersten Eindruck her nicht besser. Zwar ist das Fruchtfleisch etwas süßer und cremiger, was aber den hohen Preis nicht ganz rechtfertigt. Erst fachkundige Esser der Durian erklären einem das Besondere an dieser Sorte. Mong thong zeichnet sich deshalb so aus, weil das Fruchtfleisch im Körper weniger intensiv arbeitet. Je nachdem wie ein Verdauungstrakt mit dem Fruchtfleisch zurecht kommt, kann es durchaus vorkommen, dass noch nach Stunden später starke Blähungen einem förmlich riechen lassen, dass man Durian gegessen hat. Das riecht auch die Umwelt, so dass es mehr oder weniger störend sein kann. Bei der Sorte mon thong treten weitaus weniger Blähungen auf. Natürlich gibt es auch zweideutige Witze darüber, mit den verschiedensten Varianten: "Wenn du eine Durian isst, solltest du eine weite Hose anziehen", oder "Auf dem Markt riecht es fürchterlich, aber alle Durians sind geschlossen".

An der Durian - Frucht scheiden sich bis heute die Geister. Die einen nennen sie Königin der Früchte und die anderen bezeichnen sie als einen großen Irrtum der Natur. Entweder man mag sie oder nicht. Kaum einer kann beschreiben, wie sie schmeckt. Wer sie einmal gegessen hat, weiß mehr über ihren Geschmack, als man darüber nachlesen kann. Man wird am Ende ihr Gegner oder Verehrer.

Der britische Naturforscher Alfred Russel Wallace (der zur selben Zeit wie Charles Darwin das biologische Gesetz der Evolution entdeckte) schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts in seinem Tagebuch, nachdem er auf Borneo seine erste Durian verzehrt hatte: "Je mehr man davon isst, desto weniger ist man geneigt, auf sie zu verzichten."

Die meisten können jedoch ihren Geruch beschreiben, denn die Durian stinkt ganz intensiv, was auch Liebhaber der Frucht bestätigen. Der Geruch wird von den Touristen als Käsegeruch beschrieben, der dem Limburger Käse am nächsten kommt. Böse ausländische Zungen nennen sie auch "Stinksocke" oder "Nasenrümpfer" oder als "Baumkäse" bezeichnet. Solange die Frucht geschlossen ist, geht von ihr kaum ein Geruch aus. Eine geöffnete Frucht reicht jedoch schon aus, um aus bis zu 100 Metern Entfernung gerochen zu werden. In vielen thailändischen Hotels wurde die Durian deswegen durch Hausverbote verbannt. Dort dürfen sie weder verkauft noch von Touristen auf die Zimmern mitgenommen werden.

Erst die Thais können das Verständnis zum Geschmack der Durian näher erklären. So sollte man nicht denken, dass eine Durian besser schmeckt, je mehr sie stinkt. Eine Durian schmeckt auch nicht besser, je ausgereifter sie ist. Bereits aufgeplatzte Durians sollten sogar gemieden werden. Denn sobald sie alleine aufplatzen, entwickelt sich das einst cremige Fruchtfleisch zu einer matschigen Masse, deren gesäuerter Geschmack lange den Magen beschäftigt und noch länger im Verdauungstrakt arbeitet als eine frische Frucht. Also besser die Finger davon lassen!

Gerne werden ahnungslosen Touristen ältere Früchte verkauft, die dann wiederum einen falschen Eindruck erhalten, die ganze Frucht wegschmeißen, um sie anschließend für immer aus dem Speiseplan zu verbannen. Die Thais bedienen sich einer zuverlässigen Bestimmungsart, ob die Frucht den richtigen Reifegrad hat. Man klopft die Durian ab. Klingt es dumpf und tief, so hat sie den richtigen Reifegrad. Klingt es hölzern und etwas hohl, so ist der Reifegrad noch nicht abgeschlossen. Um den Unterschied dieser Klopfgeräusche überhaupt verstehen zu können, sollte man es sich einmal vorführen lassen. Thais werden kaum eine aufgeplatzte Frucht kaufen. Nur Kenner werden unausgereifte Früchte mitnehmen, um sie zum richtigen Zeitpunkt zu öffnen.

Eine weitere Spezialität der Thais ist es, die Form einer Frucht zu bestimmen. Eine Frucht mit rundlichen, gleichmäßigen Segmenten hat das meiste Fruchtfleisch. Birnenförmige Durians haben oft zwei leere Segmente ohne Fruchtfleisch, aber dafür einen intensiveren Geschmack.

Es ist übrigens eine Unsitte, in die Schale einen V-förmigen Schnitt zu machen, wie es die Verkäufer zur Präsentation vollführen. Das so verletzte Segment kann nicht mehr ausreifen und verfault. Die Frucht muß innerhalb kurzer Zeit verzehrt werden. Kaufen Sie also am besten keine geöffnete Frucht. Zuletzt ein Warnhinweis: Durian und Alkohol führt zu unangenehmen starken Magenkrämpfen!

Kurioses: Können Sie sich vorstellen, dass man einer Frucht ein Denkmal setzt?

In der südphilippinichen Stadt Davao steht ein Durian-Denkmal - genauso selbstverständlich wie in München die Bavaria, wenn auch nicht ganz so groß.

Bildnachweis:
  • Durian: thaipage.ch

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Schlüsselwörter: Durian | Stinkfrucht | Thailand
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