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Jim Thompson - Förderer der thailändischen Seide

Thai Silk Company

Jim Thompson
Jim Thompson
Unter den vielen Ausländern, die in Thailand lebten, gab es immer wieder einige unter ihnen, die sich auch mehr mit dem Land und ihren Bewohnern beschäftigten. Zu diesem Personenkreis zählt auch jener Mann, der heute in Bangkok unvergessen ist: Jim Thompson.

Thompson war Amerikaner und hielt sich von 1946 bis 1967 in Bangkok auf. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er vom OSS, dem Vorläufer des heutigen CIA, in Thailand eingesetzt. Sein Auftrag war, als alliierter Verbindungsmann Kontakt mit der damaligen Bewegung "Freie Thai" aufzunehmen, die gegen die mit Japan verbündete Regierung unter Pibul opponierte. Nachdem er aus der Armee entlassen wurde, ließ sich Thompson in Bangkok nieder. Die Stadt fing an, ihn immer mehr zu faszinieren, und er wollte hier sesshaft werden. Angeblich spielte er sogar mit dem Gedanken, dass Orientel Hotel zu kaufen. Schließlich baute er aber die "Thai Silk Company" auf, die sich sehr schnell zu einem Export orientierten, monopolartigen Unternehmen entwickelte. Dieser geschäftliche Erfolg wurde später der Anfang einer Legende.

Ostern 1967 traf sich Thompson mit einigen Freunden aus Singapur und Bangkok in den Cameron Highlands in Malaysia. Am Ostersonntag verschwand Jim Thompson spurlos. Niemand sah oder hörte je wieder etwas von ihm. Seitdem ranken sich zahlreiche Gerüchte, Theorien und Geschichten um sei Verschwinden. Große Suchaktionen blieben erfolglos. Es wurden keine Spuren von ihm gefunden und nie hat man seine Leiche entdeckt. Eine der Vermutungen geht davon aus, das er aufgrund seiner ehemaligen Geheimdiensttätigkeit von kommunistischen Guerillas, die in den 50er Jahren besonders auch im Gebiet der Cameron Highlands operierten, entführt und getötet wurde. Einen endgültigen Beweis dafür gibt es nicht und so ist das unerklärliche Verschwinden Jim Thompsons heute ein fester Bestandteil der Legende um ihn.

Die Entstehung des Jim Thomson-Hauses

In den 50er Jahren hatte Thompson die Idee, im Stadtkern Bangkoks ein traditionelles Thai-Haus aufzubauen. Zu diesem Zweck kaufte er sechs zum Teil mehr als 100 Jahre alte Teakholz-Häuser, ließ sie in ihre einzelnen Bestandteile zerlegen und auf ein Grundstück am Klong Sab Saep transportieren. Thompson hatte gute Kenntnisse in Architektur, so dass er sorgfältig den Wiederaufbau der alten gekauften Thai-Häuser planen konnte. Aus den ursprünglich sechs Häusern konstruierte er ein Bauwerk, fast ausschließlich aus Teakholz, das sich mit der Umgebung der Klongs im Einklang fand. Dabei orientierte er sich möglicherweise auch an die gegenüberliegenden Häuser der Seidenweber, die seiner Thai Silk Company angehörten.

Das älteste Haus baute er zu einem schönen Gesellschaftsraum aus. Die originalen Holzwände wurden hier umgekehrt wieder aufgebaut, so dass nun die kunstvoll geschnitzten Fensterrahmen nach außen zeigten. Die Küche, gleich rechts vom Eingang, war einmal Teil eines alten, vor etwa 40 Jahren abgerissenen Palastes. Die Gebäude, die heute Treppenhaus, Schlaf-, Speise- und Badezimmer enthalten, sind ca. 70 Jahre alt. Thompson ließ sie alle auf dem Menam Chao Phraya aus Zentralthailand herunterbringen. Seine Faszination dieser alten Architektur muss sehr groß gewesen sein, so dass er nur wenig ändern ließ. Die einzigen Modernisierungen waren die Treppe in der Eingangshalle, die Zwischendächer, die die einzelnen Häuser verbinden, und das im westlichen Stil erbaute Badezimmer.

Die Kunstwerke im Haus

In den rund 20 Jahren, die Thompson in Bangkok verweilte, trug er eine Fülle von antiken, unschätzbaren Gegenständen, Gemälden und Kunstwerken aus ganz Thailand zusammen, die heute das "Jim-Thompson-Haus" zu einem wertvollen Museum machen. Die Sammlungen stammen aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen. Die Ziegelterrasse vor dem Gesellschaftszimmer besteht aus alten Steinen, die eigens aus Ayuthaya herbei geschafft wurden und aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die grünen Fliesen kommen aus China und dienten früher als Ballast für die Reiseschiffe, die leer aus China nach Thailand zurück segelten. Im Speisezimmer steht eine Anrichte, die früher Teil eines chinesischen Altars gewesen sein soll und die meisten Gemälde an den Wänden entstammen der Ayuthaya-Epoche und haben einen unschätzbaren Wert.

Faszinierend ist auch der Türrahmen, der in das großzügige Schlafzimmer führt. Man erzählt, dass dieser Rahmen einst einer chinesischen Pfandleihe gehörte und Thompson noch weitere interessante Stücke aus solchen Pfandleihen bekam. Das Schlafzimmer bietet uns westlichen Besuchern noch mehr Interessantes. Um den Kindern der Reichen Unterhaltung zu bieten, baute man für weiße Mäuse palastartige, kunstvoll verzierte Gebäude mit winzigen Zimmern für die Tiere.

Jeder interessierte Besucher Bangkoks sollte sich einen Besuch im Jim-Thompson-Haus nicht entgehen lassen. Es gibt dort noch viel mehr zu entdecken, als es mir möglich war hier aufzuführen. Der Eintrittspreis wird zum kleinen Teil für die Instandhaltung des Hauses verwendet. Der größerer Rest kommt in voller Höhe der Blindenschule Bangkoks zu Gute.

Bildnachweis:
  • Jim Thompson: Thai Silk Company, Thailand

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Schlüsselwörter: Jim Thompson | Thai Silk Company | Thailand
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