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Sonstiges: Kultur & Religion

Man Pupu Nyor - Berg der Götter

Russland-rätselhafte Felsformation im Niemandsland

Man Pupu Nyor - Felsengruppe
Man Pupu Nyor - Felsengruppe
Die Republik Komi im Nordwesten Russlands ist mit rund 417.000 qkm grösser als Deutschland (rund 358.00 qkm), hat aber nur etwa 1 Millionen Einwohner. Über 50% der Bevölkerung leben in der Hauptstadt Syktywkar am Fluss Vycheda. Es ist eine flache Taiga- und Tundra-Region, und hier befindet sich noch das größte zusammenhängende Urwaldgebiet Europas, das seit 1995 UNESCO-Weltnaturerbe ist, wobei hier im Winter Temperaturen von Minus 40 Grad erreicht werden können. In dieser riesigen Landfläche verbirgt sich ein grosses geschichtliches Mysterium, eigenartige riesige Felsen, die seit unbekannter Zeit Man Pupu Nyor - Berg der Götter genannt werden. Die Felsen bestehen aus Quarzglimmerschiefer (metamorphes Gestein), dessen Alter auf 200 Millionen Jahren geschätzt werden. Nur ein Naturwunder? Viele Russen nennen es liebevoll Ural Stonehenge.

Die Felsengruppe Man Pupu Nyor

Es sind insgesamt sieben imposante Felsen, im Osten der Republik, die von den Einheimischen Man Pupu Nyor genannt werden, andere Schreibweisen sind auch Man-Pupu-Nyer oder die sieben Felsen der Manpupuner. Mit Höhen zwischen 30 - 42 Meter sind diese Felsen markante Wegweiser in diesr kaum bewohnten Gegend. Auch wenn es keine bearbeiteten Monolithen sind, ist diese Felsformation womöglich einmalig in der Welt. Die Bezeichnung Man Pupu Nyor stammt aus der noch gängigen Mansischen Sprache, die vom ugrisches Volk der Mansen gesprochen wird. Die Mansen ist eine kleine Volksgruppe von 11.000 Einwohnern, die von der traditionellen Jagd und Fischfang leben. Sie wurden zwar im 18. Jahrhundert formell zum Christentum bekehrt, blieben aber dem Schamanismus ihrer traditionellen Religion treu. Heute noch soll es noch Schamanen bei ihnen geben, die man als spirituelle Spezialisten bezeichnet. Sie sind nicht nur Vermittler zur Geisterwelt, Bewahrer alter Volkssagen sondern verabreichen auch medizinische Handlungen nach uralten Glaube. Die mansische Sprache ist heute eine besonders stark bedrohte Sprache, und einige ihrer Dialekte sind bereits verloren gegangen.

Für die Mansen ist dieser Ort heilig und wird ehrfürchtig Berg der Götter genannt. Dieser abgelegene Ort ist über 400 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und nur mit einem geländegängigen Auto oder Hubschrauber zu erreichen. Im gesamten Umkreis sind die nächsten Orte mindestens 100-150 Kilometer entfernt. Nördlich wäre der erste Ort Vyktil, im Westen gibt es nichts bis zur Hauptstadt, südlich wäre der erste Ort Severouralsk und Osten wäre der erste Ort Nyagan. Wer dort also in Not geraten sollte, hätte nur geringe Überlebenschancen, nördlich von der Felsengruppe, den Ort Vyktil in rund 150 km Entfernung zu erreichen. Es gibt auch wenige Touristentouren ab der Hauptstadt, wobei die letzte Teilstrecken von ca. 35-40 km nur zu Fuss mit Boot und per Wanderung begangen werden können. Wegen der schweren Zugänglichkeit und den Strapazen verirren sich hier auch deshalb nur maximal 500 Touristen im Jahr.

Die Suche in der Volkserzählung...

Es existieren einige Volks-Geschichten, aber auch eine uralte Sage, wie die Felsen entstanden sind bzw. was die Felsen darstellen sollen. So gibt es die Volkserzählung, das die Felsen sechs versteinerte Hunde und einen versteinerten Schamane darstellen. Die Mansen erzählen, das einst sechs wilde Hunde Jagd auf Bewohner der Region machten, um diese zu fressen. Bevor die Hunde die Menschen erreichten, tauchte plötzlich ein Schamane auf, der einen magischen Stab mit einem Zauberkristall an der Spitze hatte, auf die Hunde richtete, um diese zu versteinern. Einer der Hunde griff jedoch im selben Moment den Schamanen an, so das auch der Schamane durch seinen eigenen Zauberspruch versteinerte. Es gibt einige ähnliche Geschichten, worin man immer das Böse mit den Felsen assoziiert. Daher ist die ältere Sage interessanter, den sie bezieht sich auf die Namensgebung Berg der Götter.

Die Suche in der Sagenwelt...

In Urzeiten lebten hier die starken Steinmenschen, die regelmäßig weit her aus den grossen nördlichen Bergen (Ural) herunter kamen, um hier zu jagen. Ihre Haut war fast grau, und es wird erzählt, das manche sogar meinten, sie wären lebendige Steine und nicht aus Fleisch und Blut. Sie waren grösser und viel kräftiger als Menschen, furchtlos in der Schlacht und sehr gute Jäger. Die anderen kleineren Menschen hatten Angst vor ihnen, den sie waren stetig schlecht gelaunt oder warfen sogar grosse Steinen nach den Menschen, so das die Menschen glaubten, das auch ihr Herz nur aus Stein sei. Aber Sie waren auch Untertanen von sieben Riesen und einer Riesin, die in der Nähe des grossen Berges Naroda (heute heist der höchste Berg im Ural Narodnaja) in einer Burg aus Kristall (in einer anderen Version aus Eis) wohnten. Das Tor war so mächtig, das nur drei kräftige Menschen es aufbekamen.

Eines Tages kam ein fremder und fruchtloser Krieger in das Land der Steinmenschen, der sich Man-Pupu-Nyer nannte, und fragte nach dem Weg zur Kristall-Burg. Sein Anblick schien sie sehr zu beeindrucken, denn er war so gross wie sie, anders als die Menschen, hatte eine schwere Eisenrüstung an und furchtbare Waffen dabei, so das keiner es wagte gegen ihn die Hand zu erheben. Sie zeigten ihm den Weg und nach einigen Tagen erreichte der mutige Man-Pupu-Nyer mit seinem Pferd das grosse Tor der Kristall-Burg. Auch die Riesen waren so von ihm beeindruckt und mißtrautem ihm zugleich, das er es wagte, sie in ihrer Burg zu besuchen, das sie ein Festmahl für ihn abhielten, um den tapferen Krieger zu ehren. Als die schöne Riesin Aelita, die viel kleiner als ihre Brüder war, ihm die Mahlzeit reichte, verliebte sich Man-Pupu-Nyer in sie und berührte ihre Hand. Das erweichte die Riesin so sehr, das auch sie sich in ihm verliebte. Sie beschlossen heimlich die schnellsten Pferde zu nehmen und bei Nacht aus der Kristall-Burg der Riesen zu fliehen. Am nächsten Morgen erkannten die sieben Brüder die Flucht und verfluchten den Fremden, der ihre Schwester entführt hatte. Weil sie wussten, das sie die beiden nicht mehr so schnell einholen konnten, sendeten sie mit einem leuchtenden Kristall ein Signal an die Steinmenschen, das sei auf alle Anhöhen Ausschau halten sollten. Nach einigen Tagen Jagd fanden die bewaffneten Riesen die Flüchtigen auf einen Berg im Norden. Als Man-Pupu-Nyer sie von allen Seiten kommen sah, wusste er, das sie nicht mehr flüchten konnten und beschloss todesmutig gegen alle sieben Riesen zu kämpfen. Doch es war ein unfairer Kampf, den alle sieben Riesen griffen ihn zugleich an und töteten ihn auf der Stelle.

Nach diesem ungleichen Kampf hielt Aelita ihren Geliebten in den Arm, wurde zornig und verfluchte ihre Brüder und alle Steinmenschen. Sie betete die Götter um Beistand an alle zu bestrafen. Und die Götter hörten sie und verwandelten alle Riesen auf der Stelle in Stein. Deshalb wird dies auch als Berg der Götter bezeichnet, wo die Götter Strafgericht abhielten. Die Reste der bestraften und erstarrten Brüder sind die sieben Felsen. Auch zerstörten die Götter die Burg mit einem mächtigen Blitz, das alle Teile der einst mächtigen Mauern im ganzen Ural vertreut wurden. Aelita lebte unerkannt, und ritt mit ihrem Pferd als Schamanin durch das Land, um die Menchen zu helfen... So endet die Sage aus unbekannter Zeit... wer ein gutes Auge und Phantasie hat, so der Volksglaube der Mansen, wird vielleicht noch eines der versteinerten Gesichter sehen...

Schlussgedanken...

Die Sage erzählt, wie die Felsen entstanden, und es wird von Riesen und einer geheimnisvollen Kristall- oder Eis-Burg erzählt... auch wenn eine Ausschmückung nie ausgeschlossen werden kann. In der der sibirischen Mythen- und Sagenwelt finden sich Verknüpfungen zur nordischen Mythologie und der Edda, zu Jötunheim, Heimat der Riesen, ein fiktiver Ort im Osten, wobei einige Autoren meinen, das könnte im Ural liegen. Dort lebte auch Utgardloki der Riese, der auf der mächtigen Burg Utgard lebte, die mit allerlei Trug und Blendwerk versehen war...

Bildnachweis:
  • Man Pupu Nyor - Felsengruppe: wikipedia

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Schlüsselwörter: Kritall-Burg | Berg der Götter | Man Pupu Nyor | rätselhafte Felsformation | Russland
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