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Technik: Schifffahrt

China-Goldvorkommen vor Küste entdeckt

Tiefseebergbau-eine hochtechnisierte milliardenschwere Schlüsseltechnologie

Zhang Qian - Mutterschiff fuer Tiefsee
Zhang Qian - Mutterschiff fuer Tiefsee
Ausreichende Rohstoffe sind für jedes Industrieland existenziell, sei es durch die Ausbeutung eigener Resourcen, die Übernahme oder Aktenbeteiligung von Minen, dem Kauf von Rohstoffen sowie den Handel über die Rohstoffbörse, wo sehr einflussreiche und milliardenschwere Rohstoffhandelshäuser wie z.B. Vitol arbeiten. Die globale Besitznahme von Rohstoffquellen hat schon längst begonnen. So kauft China seit einigen Jahren, als aufstrebene rohstoffhungrige Industriemacht, weltweit ganze oder Beteiligungen an Minen auf, speziell Vorkommen von Eisenerz, Kohle, Kobalt, Kupfer, Mangan, Gold, Silber und seltene Erden, aber auch Öl- und Gasfelder. Grosse Anstrengungen werden aber auch im Tiefseebergbau unternommen, wie es auch viele andere Nationen ihre Tiefsee-Claims abstecken.

Vorläufige Schätzungen gehen davon aus, das der Wert aller Metalle auf dem Meeresgrund derzeit bei 33 Billionen Dollar liegt! Es gibt grosse Vorkommnen an Gold, Kobalt, Kupfer, Mangan, Nickel, Phosphorit, sowie Massivsulfide. Nun hat China ein grosses Goldvorkommen vor der Haustüre entdeckt. China hält sich bedeckt, wie gross dessen bisherige Goldvorräte sind, aber Schätzungen gehen davon aus, da es bereits einen Bestand von 3.500 Tonnen gibt, das wäre nach den USA, der zweitgrösste Goldbestand weltweit. Traditionell hatte China immer einen grossen notwendigen Goldbestand für den Inlandsbedarf.

Die chinesischen Wissenschaftler der Shandong Third Institute of Geological and Mineral Exploration haben, nach dreijähriger Suche, letztes Jahr in 2.000 Meter Tiefe im Golf von Bohai, an der Laizhou Bay der östlichen Provinz Shandong, ein riesiges Goldvorkommen ausgemacht. Experten schätzen, das hier 470 Tonnen Gold abgebaut werden könnten. Bei einem derzeit durchschnittlichen Goldpreis von 36.000 Euro je Kilo, hat das Gold-Vorkommen also einen möglichen Wert von rund 16.920.000.000 Euro! Es ist das erste Goldvorkommen, was man vor Chinas Küste gefunden hat. Jetzt fehlen noch die speziellen technischen Möglichkeiten, in 2.000 Meter Tiefe das Gold abbauen zu können. Das Unternehmen Laizhou Rehi Mining Co. Ltd. soll den Bergbaubetrieb in Tiefsee realisieren. Das Unternehmen hat bisherige Erfahrungen mit Tiefseeplattformen nur bis maximal 1.000 Meter Tiefe. Mit Unterstützung des chinesischen Staates wird eine erste Arbeitsgruppe von über 1.000 Mitarbeiter für dieses ehrgeizige Projekt gebildet.

Chinesische Tiefsee-Forschung

Tiefsee-Tauchboot Jialong
Tiefsee-Tauchboot Jialong
Die Chinesen sind sehr ehrgeizg und schnell. Einst wurde die geplante Lhasa-Bahn von westlichen Experten als sehr gewagt eingestuft, die Chinesen haben sie gebaut. China verfügt über eigene Raumstationen und keiner hält es mehr für gewagt, das China einer der ersten Nationen sein wird, die auf dem Mond eine bemannte Station errichtet! Das Land der Mitte plant aber noch viel mehr, eine bemannte Unterwasserstation zur Erforschung der Tiefsee und den Abbau von Bodenschätzen im Meer. Das China Ship Scientific Research Center plant in der ersten Phase, das ein 60 Meter langes U-Boot mit Atomantrieb, zu einem Tiefsee-Unterwasserschiff, das eine Crew von 33 Personen beherbergen kann, in Hundert Meter Tiefe zu verankern. Dies soll auch als Stützpunkt für das seit 2010 erfolgreich erprobte Tiefsee-U-Boot Jiaolong sein. Dieses chinesisches bemannte Forschungs-U-Boot, mit 8,20 Meter Länge und 22 Tonnen Gewicht , ist ein Prestige-Projekt der chinesischen Tiefseeforschung. Am im Juli 2011 erreichte das Tauchboot mit einer dreiköpfigen Besatzung, nach einem sechsstündigen Tauchgang, eine Tiefe von 5057 Metern und im Juni 2012 sogar eine Tiefe von 7.062 Meter im Marianengraben im westlichen Pazifischen Ozean. Damit übertraf man den japanischen Tiefenrekord des Tauchbootes Shinkai 6500, das nur 6.500 Meter Tiefe erreichte. Nach diesen Erfolgen wurde 2015 der Bau eines Mutterschiffs für bemannte Tauchboote in Auftrag gegeben.

Das Forschungschiff Zhang Qian-Mutterschiff für Tauchboote

Im Juli 2016 wird das 4.800 Tonnen schwere Forschungsschiff Zhang Qian, mit einer Länge von 97 Metern und einer Breite von 18 Metern die ersten Probefahrten durchführen. Es hat eine Reichweite von 15.000 Seemeilen, ist für 60 Personen konzipiert und ist mit den modernsten Tiefsee-Forschungseinrichtungen ausgestattet. Die Baukosten betrugen 200 Millionen Yuan (rund 28 Millionen Euro). Es dient zur Erforschung der Tiefsee, der Meeres-Archäologie, die Erprobung von Tiefsee-Baggern und Tiefsee-Bohrern. An Bord ist sowohl das Tauchboot Jiaolong sowie der erste Prototyp des neueren kleineren Tauchbootes Raibow Fish, das ab 2019 eine Tiefe bis 11.000 Meter erreichen soll. Es ist das erste Mutterschiff für Tauchboote und kann 60 Tage auf See bleiben. Das Forschungsschiff Zhang Qian II soll, aus den Erfahrungen, die man dann bisher gewonnen hatte, eine Länge von 120 Meter und 21 Meter Breite haben. Der vorraussichtliche Bau ist ab 2020-2025 geplant, die an Bord befindlichen Forschungseinrichtungen sollen weitaus umfangreicher sein und die Baukosten mindestens das Doppelte betragen.

China hat in vielen Dingen eine sehr zielstrebige Geduld und will spätestens ab 2020 die ersten Gold-Vorkommen aus der Tiefsee holen.

Bildnachweis:
  • Tiefsee-Tauchboot Jialong: Xinhuanet Nachrichtenagentur, China
  • Zhang Qian - Mutterschiff fuer Tiefsee: Xinhuanet Nachrichtenagentur, China

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Schlüsselwörter: China | Goldvorkommen | Tiefseebergbau | Laizhou Bay
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