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Vulkane in Thailand

Vulkanische Aktivitäten und heisse Quellen in Thailand

Vulkan Doi Pha Khok Hin Fu
Vulkan Doi Pha Khok Hin Fu
Als einen erloschenen Vulkan bezeichnet man einen Vulkan, der nicht aktiv ist und in der Zukunft auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ausbrechen wird. Die meisten denken dann direkt an die Eifel-Maare in Deutschland, aber wenige wissen, das es in Deutschland über 50 erloschene Vulkane bzw. bekannte Erdbeben- und Vulkangebiete gibt, oder das erst vor rund 11.000-12.000 Jahren der Laacher-See-Vulkan zuletzt ausgebrochen war, und heute noch in Form vulkanischer Ausgasungen aktiv ist.

Weil mich die Thematik auch schon immer interessierte, konnte ich meiner verblüfften Verwandschaft schon vor gut 30 Jahren in Nordthailand mitteilen, das sie gerade auf versteinerten Lava gehen und der Berg dort ein Vulkan war. Den meisten Touristen dürfte es wenig bekannt sein oder kaum interessieren. In Südostasien kennen die meisten vielleicht noch den Namen des Vulkans Krakatau oder die vielen vulkanischen Aktivitäten auf Indonesien, aber das war es schon. Somit dürfte dieser Beitrag über Vulkane in Thailand die Informationen dazu mal auffrischen. Geheimnisvoll sind manche alte Drachen-Legenden, die im Bezug zu Vulkanen stehen, aber dazu ein Hinweis am Ende des Beitrages....

Vulkane in Thailand!? - Ja, Sie haben richtig gelesen, auch in Thailand gibt es viele nachweisbare geologische Spuren von einst aktiven Vulkanismus, Lavarückstände an unterschiedlichen Orten, bis heute aktive heisse Quellen und erloschene Vulkane auf Land und im Meer. So entdeckte ein Team aus thailändischen und deutsche Geologen erst im Jahr 2006, zwei Jahre nach der Tsunami Katastrophe, auch vier unterseeische Vulkane die ca. 200 km vor Phuket liegen und bis dahin noch unbekannt waren. Die bekanntesten erloschenen Vulkane auf dem Festland sind einmal der Doi Pha Khok Hin Fu in Nordthailand und besonders der bekanntere Phanom Rung in Ost-Thailand.

Der Vulkan - Doi Pha Khok Hin Fu

Der mit 437 Meter Höhe angegeben Vulkan Doi Pha Khok Hin Fu findet man etwa 10 km östlich von der nordthailändischen Stadt Lampang entfernt, in der Nähe der Schnellstrasse 1048, im Ma Tha District. Die Thailänder nennen den Berg Phu Khao Fai Doi Pha Khok Hin Fu, weil PHU KHAO FAI (auch phu khau fai) der thailändische Begriff für Vulkan ist. Sinngemäß für die Namensgebung bedeutet Doi = Berg, Pha = Felshang/Abgrund, Khok = verformt/geformt, Hin = Stein/Felsen, Fu = emporsteigen. Der bewachsene Berg ist nicht so spektakulär, von der Erosion gekennzeichnet und fast komplett überwachsen, aber als Teil eines Nationalparks ein beliebtes Ausflugziel. Nur aus der Luft ist erkennbar, das es sich um einen Vulkan handelt. In der Provinz Lampang gibt es auch noch aktive heisse Quellen und Geysire. So sind die berühmten Hot Springs von Mai Phatthana im Landkreis (Amphoe) Ko Kha, rund 10 km westlich von Lampang gelegen, auch bei Touristen ein beliebtes Urlaubsziel, aber es gibt auch weitere, unterirdisch vernetzte heisse Quellen. Dafür ist der zweite Vulkan Phnom Rung umso bedeutender...

Der Vulkan - Phanom Rung

Den Phanom Rung findet man rund 50 km südlich der Stadt Buri Ram im Osten des Königreiches. Auf dem ehemaligen Vulkan wurde ein Heiligtum errichtet, weshalb dieser Ort in ganz Südostasien bekannt und eine Touristenattraktion ist Daher liegen auch erheblich mehr Informationen vor. Der mit 370 Meter Höhe angegebene Vulkan Phanom Rung nennen die Thailänder Prasat Hin Khao Phanom Rung. Man fand Inschriften, die belegen, das hier schon im 7. oder. Jahrhundert ein Tempel errichtet wurde. Danach errichteten die Khmer eine neuen heiligen Tempel, und soll die einstige Wohnstätte Shivas auf dem heiligen Berg Krailasa symbolisieren. Interessant ist dabei auch eine uralte Drachenlegende der Khmer, die von den Thais weiter gepflegt wurde. So gibt es die Legende, das Shiva auch einen gezähmten Drachen als Reittier hatte, und dieser auch ausschickte, um die zu seinen Ehren errichtete Heiligtümer und die Menschen zu prüfen. So soll auf den einstigen Vulkan Phanom Rung auch ein Drache gewesen sein, den die Khmer Makar oder Makara nannten, ein Mischwesen aus Schlange (Naga) und Krokodil, aber von Thais nicht als Naga, dem bekanntesten Fabel-Wesen, bezeichnet wurde, sondern als Mang Gon = Drache. Von dieser lokalen und mündlich überlieferten Drachen-Legende hatte ich schon vor gut 30 Jahren gehört, und bereite dazu einen eigenen Beitrag vor! Deswegen auch reizvoll, weil den meisten nur die Legenden der Nagas bekannt zu sein scheinen, aber kaum einer was über Mang Gon weiss...

Unterseeische Vulkane vor Phuket

Nach der furchtbaren Tsunami Katastrophe im Jahre 2004, die durch ein gigantisches Seebeben ausgelöst wurde, wurde ab November 2005 das Deutsch-Indonesische Tsunami-Frühwarnsystem (German Indonesian Tsunami Early Warning System, GITEWS), unter der Führung des Geoforschungszentrums Potsdam zusammen mit 20 nationalen und internationalen Partnerorganisationen, errichtet. Auch Thailand unternahm, gemeinsam mit einem deutschen geologischen Team, Untersuchungen darüber, wie stark die unterseeischen vulkanischen Aktivitäten von Thailands Küsten sind. Als man dann in dem Andamanensee, auch Andamanisches Meer genannt, die wissenschaftliche Arbeit begann, wurde man auch fündig. So entdeckte das Team vier unterseeische aktive Schlamm-Vulkane, die ca. 200 km vor Phuket liegen und bis dahin noch unbekannt waren. Einer dieser Schlamm-Vulkane hat dabei auch beeindruckende Ausmaße. Dieser liegt 650 Meter unter dem Meer liegt, hat einen Durchmesser von 1 km und ist 100 Meter hoch. Der zweite Vulkan befindet sich 50 km westlich vom ersten Vulkan und liegt in 1.000 Meter Tiefe. Der dritte und vierte Vulkan liegt rund 60 km nordöstlich des zweiten Vulkan und in einer Tiefe von 700 bis 800 Meter. Die Bevölkerung wurde nach der Bekanntmachung beruhigt, das von diesen Schlamm-Vulkanen keine Gefahr zu befürchten sei.

Somit dürfte Thailand von ausbrechenden Vulkanen verschont bleiben, müsste aber bei einem weiteren Seebeben wie 2004 wieder mit katastrophalen Folgen rechnen, sollte das errichtete Tsunami-Frühwarnsystem versagen.

Bildnachweis:
  • Vulkan Doi Pha Khok Hin Fu: wikipedia

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Schlüsselwörter: Vulkan | Thailand | Geologie | Phanom Rung | Doi Pha Khok Hin Fu
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