Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Verschiedenes

Das Nymphaion der Thetis und die leuchtenden Perlen

Gab es ewig brennende Leuchtmittel ? - III

Vorwort zum dritten Teil

Im ersten Teil Die ewigen Lampen & Lichter schrieb ich über antike Beschreibungen von Lampen/Lichter aus Glas, Kristallen und gläsernen Steinen, wobei einige anscheinend Jahrhunderte und sogar noch länger leuchten konnten. Im zweiten Teil Die ewige Lampe des Kallimacho ging es um weitere antike Überlieferungen, die raffinierte Erfinder und Konstruktionen von Öl-Lampen beschrieben, wobei auch hier einige dieser Lampen in der Lage waren, ebenfalls bis zu einige Jahrhunderte und noch länger brennen zu können. Schon in der Antike wurde von den Gelehrten vermutet, das auch die Götter ihre Hände im Spiel hatten, andere beschrieben, das das Wissen darüber aus den alten Schriftrollen in der Bibliothek von Alexandria käme, und das auch schon die Ägypter die Geheimnisse von ewigen Lampen und Lichter kannten. Als unerwarteter Nebeneffekt meiner Recherchen zur Thematik, musste ich verblüffend feststellen, das in den alten Überlieferungen auch interessante weitere Anmerkungen und Diskussionen zu den Göttern von altgriechischen Autoren und anderen gab, wenn auch oft nur mehr als gedankliche Randbemerkung. So kristallisierte sich heraus, das sich die Götter in drei grossen Fraktionen mit wahrscheinlich auch unterschiedlichen Neigungen teilten. So gab es die mächtigste Fraktion um Gott Zeus und der Göttin Hera in der Region des Berges Olymp, die zweitmächtigste Fraktion um Gott Hades in der Region des Vulkans Erebus und zuletzt die dritte Fraktion um Gott Poseidon in der Region Mittelmeer und Schwarzes Meer. Auch zum Thema über das Verschwinden der Götter fixieren sich einige dieser Autoren auf die Jahre 400-300 v.Chr., als die Götter nach 3 x 3.000 Jahren, nicht plötzlich, aber doch verschwanden. Als Gründe werden u.a. Kriege zwischen den Fraktionen der Götter und den jeweils verbündeten Menschengeschlechter genannt, bis hin sogar zum Suizid, weil Zeus als einziger das Geheimnis des Ambrosia kannte. Als die Hauptgötter nach und nach verschwanden, also auch Zeus, wurden alle einst Unsterblichen sterblich. Einige einstigen Götter und Halbgötter, die sich nicht in den Götterkriegen und Menschenschlachten gegenseitig umbrachten, sollen Suizid begonnen haben, um nicht wie ein Mensch zu altern oder in der Jahrtausenden alten Montonie weiter leben, dann lieber doch schnell zu Staub verfallen. Manche aber mischten sich als langlebige aber dennoch sterbliche Menschen unerkannt unter den Menschen, doch heisst es auch, das die, die das Geheimnis der Unsterblichkeit doch kannten, noch heute unter uns weilen. Dies ist jedoch eine andere recht komplexe und schwierige Thematik für einen möglichen anderen Beitrag.

Die leuchtenden Perlen der Thetis

Im dritten Teil geht es um das legendäre Nymphaion der Thetis, wobei es hier Überlieferungen gibt, die leuchtende Perlen beschreiben, die anscheinend ewig leuchteten oder brannten. Zur Erinnerung, bereits im ersten Teil schrieb ich zur Erklärung: Damit soll auch unterstrichen werden, das der Begriff ewig leicht im Mund genommen wird, und eigentlich auch nichts anderes bedeuten kann wie andauernd oder stets, was ja nicht unbedingt ewig sein muss! Zunächst aber einige, wenn auch sehr kurze, Erklärungen was zum Beispiel ein Nymphaion ist, wer Thetis war und weitere andere Dinge und Namen, um die Überlieferungen besser verstehen zu können.

Nymphe, Nymphäum, Nymphaion und Thetis

In der griechischen Mythologie und später in der römischen Mythologie, sind Nymphen meist junge Frauen, weibliche Gottheiten niedrigen Ranges, die auch immer wieder als halbsterbliche Begleiterinnen höherer Götter genannt werden. Eine Nymphe konnte über unterschiedliche göttlichen Kräfte verfügen und auch bestimmte Naturkräfte beeinflussen, waren aber auch Meisterin der Illusion und Verführung, weshalb sie in den Augen und Phantasie der Menschen als Zeichen der Fruchtbarkeit galten. Sie wurden als gutherzig gegenüber den reinen Menschen bezeichnet und dienten auch als Priesterinnen und Wächterinnen heiliger Orte, Berge, Höhlen, Wasserquellen und Wälder, die auch unreinen Menschen furchtbar bestrafen konnten. Die Nymphe Thetis war eine der mächtigsten und weisesten Nymphen, eine der Nereiden, war Mutter des grossen Kriegers Achilleus und gilt als Retterin und Ziehmutter von Hephaistos, dem grossem Erfinder und Schmied der Götter. Zeus selber wollte Thetis zur Frau nehmen, doch als im prophezeit wurde, das Thetis einen Sohn (Achilleus) gebähren würde, der den Ruhm des Vaters überschatten würde, bestimmte Zeus, das Thetis nur einen Sterblichen heiraten durfte. Die Vermählung mit Peleus soll eine Liebesheirat gewesen sein, aber es war eher eine aufgezwungene Heirat und dafür übergab Zeus dem Peleus das Versprechen, das er älter würde als ein normal Sterblicher. Thetis wiederum stand Hades sehr nahe, doch Zeus drohte ihr, sollte sie Peleus nicht heiraten, würde sie und ihre Kinder auf ewig im Tartaros (Hades Reich) leben müssen. Es ist bekannt, das sich Hades immer wieder zu Nymphen hingezogen fühlte, doch seine schlaue Frau Persephone, dies mit List verhindern konnte.

Ein Nymphaion oder auch Nymphäum, ist ein errichtetes Nyphenheiligtum, die konnte zum Beispiel ein kleiner Altar an heiligen Wasserquellen oder am Eingang einer heiligen Höhle sein, bis hin zu einem kleinen Tempel oder Tempelhaus unterschiedlicher Bauart sein. Berühmt ist u.a. das Nymphäum in Hierapolis, Pompeji oder das Nymphäum der Egeria bei Rom. Aber es gibt auch antike Orte die den Namen Nymphaion bekamen, immer verbunden mit dem Namen oder Wirken einer Nymphe. Der antike Ort Nymphaion auf der Krim ist Ausgangspunkt zur Legende Die leuchtenden Perlen der Thetis.

Die Expedition des Mithridates I.

Mithridates I. (349 v. Chr. - 266 v. Chr.) war Begründer und der erste Herrscher des Königreiches Pontos an der südlichen Küste des Schwarzen Meeres. Er war ein Zeitgenosse von Alexander des Grossen und ein fähiger Diadoche und konnte in Schlachten bald sein Herrschaftsgebiet vergrössern und sein Königreich Pontos stärken. Als ihm Händler aus Theodosia (dem heutigen Feodossija) von den Ruinen des verlassenen Ortes Nymphaion und einem unterirdischen Tempel berichteten, wo es angeblich noch Gold und Silber gäbe, ihnen aber ein Finanzier und Schutzherr fehle. Dazu legten sie ihm eine sehr alte Karte vor, wo sich der Eingang befinden soll. Der König von Pontos willigte ein, diese Expedition mit den Kaufleuten und fähigen 10 Offizieren durchzuführen. Mithridates war misstrauisch und vorsichtig, und befahl seinen Offizieren, das sie mit dem Schiff nicht in Theodosia sondern in Pantikapaion (heutiges Kertsch) als Händler unerkannt als Händler an Land gehen sollten und dabei ihre Schwerter vorerst versteckten. Dort sollten sie Pferde, Ausrüstung und Kaufmanns-Karren kaufen, um ins südliche Nymphaion unerkannt zu reisen. Dabei wurden den Kaufleuten vorher unmissverständlich mitgeteilt, das diejenigen, die den König hintergingen, den qaulvollen Tod finden würden, und sollte sich dort kein Gold und Silber finden lassen, das die Kaufleute auch nicht ungeschoren davon kämen. Pausanias (115 n.Chr. - 180 n.Chr.), ein griechischer Reiseschriftsteller, der auch das 10bändigen Werk Helládos Periegesis (Übersetzt = Beschreibung Griechenlands) herausbrachte, soll dieses historische und legendäre Geschichte so beschrieben haben, und sicherlich kann eine Ausschmückung nicht ausgeschlossenen werden...

...als sie den Eingang freigruben, fanden sie eine versiegelte Wand, brachen diese auf und sahen eine weiteren dunklen Gang... am Ende standen sie vor zwei Säulen und wussten den Tempel gefunden zu haben...doch ein grosser Stein ohne Öffnung verschloss den Eingang...als sie die Öllampen an den Säulen entzündeten verschwand der grosse Stein nach unten und ein helles Licht trat heraus...voller Glanz erleuchteten fünf grosse Perlen auf Stelen den bemalten Raum, doch kein Gold, kein Silber oder edle Dinge fanden Mithridates Männer und töteten auf Geheiss des Königs die Bittsteller...jede Perle leuchtete auf die andere Perle wie ein sigma und kleine Wolken sah man in ihnen...als einer eine Perle wegnahm, erloschen alle anderen und vor Schreck ließ der Dummkopf sie fallen...als sich der Tempel mit Nebel füllte, flüchteten sie und berichteten ohne Gewinn ihren König...

Diese Beschreibung ist leider recht ungenau, auch kann man nicht spekulieren, was wohl in der hohlen Perle = Kugel gewesen sein mag, das es vielleicht ein Art Gaslampe war? Das aber alle anderen erloschen, als eine hochgehoben wurde, wiederspiegelt aber eine raffinierte unbekannte Mechanik und/oder Technik. Öllampen schienen es wohl nicht gewesen zu sein.

Agatharchides (208 v. Chr. - 132/131 v. Chr.) war ebenfalls ein anerkannter griechischer Geschichteschreiber und Geograph, und bietet uns eine ältere Überlieferung seiner Version an. Je älter eine Überlieferung, also je näher am zeitlichen Geschehenen, umso näher könnte die Authentizität sein. Er war ein gelehriger Mann und Schriftsteller, und verfasste zwei bedeutende historischen Werke über Europa und Asien, die heute nur noch teilweise erhalten sind sowie etliche Schriftrollen. Das eine Werk heisst Asiatika, eine Geschichte Asiens in 10 Büchern und sogar das 49bändiges Werk Europika, eine Geschichte Europas. Das untermauert wieder, das wir noch viel zu wenig wissen und auch unterschätzen, wie vielschichtig die Kontakte zu Asien, Kleinsien und Afrika schon waren. Sein Werk Peri tes Erythras thalasses in 5 Büchern, ist eine genaue Abhandlung über das Horn von Afrika und den Ländern am Roten Meer, beschreib aber auch Flora und Fauna aus Afrika. Seine Werke wurden u.a. von Diodor, einem antiken griechischen Gechichteschreiber, gewürdigt und als Lehrbücher und Lehrschriften verwendet. Agatharchides, in Knidos geboren, was heute in der südwestlichen Türkei liegt, soll auch Reisen u.a. nach Ägypten, Äthiopien, Chalkedon, Kreta, Zypern bis hin nach Phasis gereist sein, so das es tatsächlich nicht auszuschliessen ist, das er vielleicht sogar von Phasis (dem heutigen Poti) nach Nymphaion kam oder davon hörte. Aber es spekulativ zu sagen ob es Agatharchides so überlieferte oder Diodor, und so wurde es beschrieben...

...die Schiffahrt dauerte nicht länger und ein Bote brachte mich bei Sonnenuntergang weg vom Ort...die Pristerinnen der Nereiden führten mich abends mit einem Augentuch zum Tempel der edlen Thetis, der Mutter von Achilleus... sie erklärten mir, das der Tempel der Göttin Tethys geweiht sei, der Mutter von Thetis und der Eingang zum Hades nicht weit davon sei...als mir das Augentuch abfiel, blendete mich ein weisses Licht und war so hell, das der ganze Raum und alle Wände wie ein Spiegel leuchteten...als ich es mir ansah, was heller als ein Sonne leuchtete und doch verbrannte es nicht meine Augen... es waren weisse Kugeln auf Sockeln und in ihnen leuchtete gerührte Milch...die Priesterin nennen sie die weissen Perlen des Hephaistos, aus Liebe für seine Rettung...und sie würden ewig brennen, schon vor meiner Geburt und die Geburt mein Vaters und dessen Vater...das Geheimnis jedoch ohne Flamme zu leuchten verrieten sie nicht...nun bedauerte ich, das die Götter nicht mehr unter uns weilen...es weiter zu erzählen würde einer Komödie gleichen...

Auch im dritten Teil ist es wie im ersten Teil, auch hier wird eine Lichtquelle beschrieben, die keine Öl-Lampe war und eine unglaubliche Leuchtdauer hatte. Was sah Agatharchides, eine Art Gaslampe, zu dieser Zeit schon, eine Gasbeleuchtungslampe, die ja erst 1785 in den Niederlanden von Johannes Petrus Minckelleers in Betrieb genommen wurde ?

Demnächst geht die Suche weiter... im nächsten Beitrag werden alte Überlieferungen u.a. aus China und Indien näher unter der Lupe genommen...

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: ewige Lampe | ewiges Licht | Mythologie | Thetis | Agatharchides
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.06 Sekunden
37,378,879 eindeutige Besuche