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Politik: Deutschland

Nebelbombe der Grünen in Trier: Zirkusverbot als Ablenkungsmanöver

Anti-Zirkus-Spenden sollen insolventen Trierer Tierschutzverein retten

Die Petition: Angeblich 3000 Menschen haben in diesem Jahr eine "Kampagne gegen Wildtiere im Zirkus" des Tierschutzvereins Trier und Umgebung unterzeichnet. Dezernent Thomas Egger (SPD) skizzierte im Sommer im Stadtrat die Option, in Zukunft keine städtischen Flächen an Zirkusse mit Wildtieren mehr zu vergeben

http://www.volksf...54,4389165

Vor diesem Hintergrund ergreifen die Grünen die Initiative. Zur Stadtratssitzung am Dienstag, 15. Dezember, um 17 Uhr stellen sie den Antrag "Keine Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren" und nennen darin fast 30 Tierarten und -gruppen.

Die Liste enthält auch Pferde, Esel und Kleinkatzen, die gewöhnlich nicht zu den Wildtieren gezählt werden. Grünen-Fraktionssprecherin Petra Kewes: "Eine Minimallösung mit einer kleinen Liste wäre nicht gut, daher machen wir diesen Vorschlag. Auch bei Pferden kann die Haltung im Zirkus nicht artgerecht sein, denn sie leben normal mit Artgenossen zusammen und brauchen Auslauf." Kewes hofft, dass viele Unterzeichner der Petition in die Ratssitzung kommen, um das Anliegen symbolisch zu unterstützen. SPD, Grüne, Linke und FDP verfügen im Stadtrat über 29 von 56 Sitzen - diese theoretische Mehrheit würde also reichen.

Paradox:

Dass der Antrag freilich nur Zirkusveranstaltungen auf STADTEIGENEN Flächen betrifft, geht in selbstgefälligen gutmenschlichen Initiative der angeblichen Tierschutzlobby fast unter. Denn jederzeit kann ein ordnungsgemäss geführter Zirkus weiterhin auf privaten Flächen sein Gewerbe ausüben und deshalb ist der gesamte Antrag nicht mehr als Makulatur und Wichtigmacherei. Eine billige PR auf Kosten von Minderheiten für einen fast insolventen Pleiteverein und dessen schlecht geführtem Vorstand. Eine Ablenkung von Inkompetenz einer Partei, die sich aus ebensolchen Gründen schon für Sex mit Kindern ausgesprochen hat.

Wem nutzt es?

Eine Art Wildtierverbot im Zirkus ist wiederkehrend das PR-Thema der Parteien. Eine entsprechende Liste mit bestimmten Tierarten diskutieren die Fraktionen seit Jahren. Interessanterweise zeigt sich, dass es hier weniger um Tierschutz denn um blinden Aktionismus geht. Denn spinnt man den Faden weiter, den die Grünen hier vorgeben, erkennt man sehr schnell, dass die angeblichen Argumente nicht haltbar sind.

So werden z.B. Pferde angeführt, denen man Transporte “ersparen” will. Jedoch gibt es keinerlei Angabe darüber, wie lange und wie oft die angeblichen Transporte dauern, die man hier fiktiv zugrunde legt. Pauschal werden Szenarien von Laien zu Wahrheiten erhoben, ohne auf die tatsächlich vorliegenden Gegebenheiten auch nur im Ansatz Rücksicht zu nehmen. Auch ein Vorstand eines Tierschutzvereins wie Sonja Müller aus Trier wird durch die Ausübung eines Vereinsamtes nicht automatsch qualifiziert, tierschutzrechtliche Haltungsbestimmungen gutachterlich zu bewerten. Die Leitung eines Hundezuchtvereins bedingt auch nicht, dass der Vorstand ein guter und qualifizierter Züchter sein muss.

Pferd=Wildtier?

Wenn man also Pferde mit Wildtieren gleichsetzt, und dabei pauschal davon ausgeht, jeder Transport sei eine unzumutbare Belastung und jede Vorstellung eines Pferdes Tierquälerei, dann müsste man konsequenterweise auch jedes Reitturnier und jeden Umzug, jedes Ponyreiten und jeden Reitunterricht verbieten. Man müsste auch jede Kutschfahrt mit der gleichen Begründung untersagen, dass diese ja “zur Freude von Menschen” stattfinden, und nicht mehr aus Gründen der Distanzüberwindung.

Ebenso unsinnig wie laienhaft ist die Unterstellung, dass jedwede Dressur eines Tieres dessen Natur zuwiderläuft. Gerade in der Pferdedressur kommen die allermeisten “Kunststücke” aus dem natürlichen Verhalten der Tiere und wurden nur durch positive Verstärkung durch Kommando abrufbar.

Levade
Levade
Dies aber ist nicht mit Zwang oder qual verbunden, sondern basiert auf einer nonverbalenKommunikation zwischen Mensch und Tier.
Levade frei
Levade frei

http://www.pferde...de-lernen/

Motivation zum Lernen ist Belohnung. Ohne Verstärkung ist kein Lernen möglich

Dass der Ansatz der Grünen nur dazu dient, fehlende politische Fähigkeiten bei den derzeit weitaus drängenderen Problemen zu kaschieren und eine Nebelbombe zu platzieren, die Inkompetenz in der Lösung der Flüchtlingsproblematik und der drohenden Finanzkrise in Europa zu verdecken, ist allzu offensichtlich. Deshalb ist es auch nicht notwendig, auf die Inhalte eines nachhaltigen Wildtierschutzes einzugehen, da diese ohnehin nicht im Fokus des Antrages liegen.

Man erkennt die Absicht und ist verstimmt:

Sich zu echauffieren, dass “die armen Wildtiere” doch nicht durch (angeblich brutale) Dressur “missbraucht” werden dürfen, weil das in ihrer Natur nicht vorkomme, zeigt bereits die ganze Oberflächlichkeit und auch billige PR, die schon einmal in Deutschland benutzt wurde, um missliebige Personen aus Deutschland zu verdrängen im Deckmantel des Tierschutzes:

“Das erste deutsche Tierschutzgesetz (Reichstierschutzgesetz) wurde am 24. November 1933 verabschiedet. Für die Nationalsozialisten war der Tierschutz ein willkommenes populäres Thema. Die Argumentation von Nationalsozialisten und radikalen Tierschützern war über den Antisemitismus eng verbunden. “

Billige Polemik:

Leider haben auch die Grünen keinen Versuch unternommen, sich des Themas in einer sachlichen Form zu nähern, sondern sie bedienen sich der bekannten und populistischen Form der billigen Hetze gegen eine Minderheit, die ein leichtes Opfer war und ist: das “fahrende Volk”, die Schausteller und oft genug mit “Zigeunern” gleichgesetzte Artisten. Der Missbrauch des Tierschutzes beginnt immer da, wo es nicht mehr darum geht, echte Missstände aufzugreifen, sondern pauschale Vorurteile zu bedienen.

Jedem Schulkind wird zu Recht zugemutet, täglich stundenlang Themen zu lernen und wiederzugeben. Schulsport gehört zu einem festen Lehrplan. Niemand bezeichnet dies als Quälerei. Es muss sich täglich stundenlang mit Dingen befassen, die es von selbst sicher nicht aufgreifen würde. Ist es mit der Schule fertig, wird es in der Gesellschaft sein Teil beitragen und einer Arbeit nachgehen, um seinen Unterhalt zu sichern.

Wenn nun ein Zirkus mit Tieren arbeitet, und diese Lernergebnisse einem Publikum vorstellt, wird dies meist grundlos als Tierquälerei verurteilt.

Man kann und man darf dies vergleichen. Denn Kinder gehen nicht alle freiwillig zur Schule, sondern unterliegen dem Schulzwang.

Was ist der nächste Schritt, wenn man der Grünen Logik folgt:

Schicken wir als nächstes keine Kinder mehr zur Schule, weil dies nicht ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht? Wo liegt die Grenze? Pferde? Esel? Hunde? Keine Ausbildung mehr für Rettungshunde, für Polizeihunde? Keine öffentlichen Reitschulen mehr? Ist die Ausbildung eines privaten Begleithundes noch tolerierbar oder schon Quälerei? Dürfen Blinde künftig ihre Hunde noch als Assistenten nutzen, oder widerspricht das dem Naturell der Tiere?

Fazit:

Die Grünen haben hier einfach nur blinden Aktionismus zum Programm erhoben. Wenn sie auch nur mit einem einzigen Fachmann Rücksprache gehalten hätten, bevor sie ihren durchsichtigen Antrag einbrachten, hätte sich 90% der Antragsgrundlage als obsolet erwiesen. Wer sich diesem Antrag anschliesst, bedient sich der Stilmittel einer längst vergangen gelaubten, unfairen Methodik und wendet sich in Zeiten einer tiefen Krise gegen Minderheiten, ohne sich an die wirklichen Probleme Deutschlands heranzuwagen.

Dies mag zwar im ersten Schritt der Partei Stimmen bringen. Sobald die Bürger aber begreifen, welch billiger Polemik sich die Grünen hier bedienen, wird dies ins Gegenteil verkehrt werden und die echte Probleme, die nach wie vor ungelöst weiterexistieren, werden sich Bahn brechen und zeigen, dass hier wieder einmal nur Nebelkerzen die Unfähigkeit der Politik verdecken sollten.

Echte Probleme vs. Hetzkampagne:

Tierschutz ist den Grünen wichtig? Schön, dann bitte greifen Sie die ECHTEN Probleme auf: Nicht die 40 Zirkuselefanten, die 150 Raubkatzen, die 20 Hunde oder die 60 Kamele sind in der Gefahr, dass siedurch einen Auftritt in Trier leiden oder gequält werden:

es sind die mehr als 20.000 Schweine die jeden Tag im Umkreis Trier vor sich hinvegetieren in kleinsten Schweinebuchten der Massentierhaltung

mehr als 50.000 Schweine die täglich auf tausenden von LKW durch Europa gefahren werden zur Schlachtung, die Rinder und Pferde, die verletzt und geschlagen werden auf den Schlachtviehtransporten nach Italien. Es sind die Hühner, die in Legebatterien vegetieren, es sind die Gänse die gestopft werden zur Entwicklung einer Fettleber in Ungarn, deren Daunen im Lebendrupf gerissen werden.

Es sind die Nutztiere, deren Fell man aus Modegründen verwendet, es sind die Weihnachtsgeschenke unterm Christbaum genannt Billigwelpe vom Wühltisch.

Es sind die Katzen, die permanent Junge produzieren, weil sie nicht kastriert werden und neues Leid schaffen. Es sind die Pharmazieunternehmer, die Tiere in Labore sperren, und sie lebenslang mit Kosmetik quälen. Wenn Sie diese Probleme gelöst haben, dann wäre es an der Zeit, sich um die Frage zu kümmern, ob die Wildtier-Nachzuchten der Zirkusse noch Wildtiere sind oder bereits eine domestizierte Form darstellen.

Wer steckt dahinter?

Die Initiatorin der Hetzkampagne “gegen Wildtiere im Zirkus” Frau Sonja Müller trägt ohne Scham eine Lederjacke auf dem Vereinsbild des Trierer Tierschutzvereins. Ob diese den hohen ethischen Anforderungen entspricht die Frau Müller an ANDERE stellt?

Sonja Müller TSV Trier
Sonja Müller TSV Trier
Und ob die von ihr lebenslang verwendeten Kosmetikartikel garantiert tierversuchsfrei waren...?

Vielleicht dient aber auch die vorgeschobene Tierrechtspetition nur dem Zweck, von der Frage abzulenken: wofür entstehen bei 20-60 Hunden 450.000 Euro Kosten, wenn man keine Tierarztkosten, Miete, oder Instandhaltungskosten aufwendet...? (Diese werden von der Stadt Trier getragen)

Vielleicht sollte der Vorstand des TSV ersteinmal zur ordnungsgemässen Verwendung von Steuer- und Spendengeldern Auskunft geben, bevor er Petitionen gegen einen Zirkus startet, der von keinem Amtstierarzt bisher kritisiert wurde.

450.000 Euro Haushaltsloch müssen gestopft werden: muss man es aber immer auf dem Rücken der Zirkusbetreiber tun?

Aber zurück zum Thema: Wenn wir in Deutschland keine hungernden Kinder, keine alleinerziehenden Mütter unter der Armutsgrenze mehr haben, keine Obdachlosen mehr um Hilfe bitten vor dem Lidl. Dann können wir uns auch in Ruhe der Frage widmen: Ist ein Transport von A nach B für ein Zirkustier zumutbar oder nicht.

Bildnachweis:
  • Levade : Screenshot (Internet)
  • Levade frei: Internet (screenhot)
  • Sonja Müller TSV Trier: Screenshot (Videoscreen Internet)

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Schlüsselwörter: Grüne | Wildtierverbot | Zirkus | Trier | Sonja Müller
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Kommentare

Reinhard Schmidt
am 10.12.2015 16:31:38 (92.217.177.xxx) Link Kommentar melden
Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Wir können diesen Ausführungen nur voll zustimmen. Wenn es um irgendwelche unsinnigen Verbote geht, ist die Partei der "Grünen" immer an vorderster Front. Dabei ist es unerheblich ob die genannten Vorwürfe stimmen, oder nicht. Man glaubt vielmehr sogenannten zweifelhaften Tierrechtsorganisationen wie zum Beispiel dem Spendensammelverein "PeTA". Man macht sich nicht einmal die Mühe sich einmal die Tierhaltung von Zirkussen wie Krone, Charles Knie und anderen zu informieren. Auch die Ergebnisse der Verhaltensforschung von renommierten Forschern, wie Prof. Dr. Zeeb, Herrn Dr. Birmelin und anderen werden nicht zur Kenntnis genommen. Weitere Info finden Sie auch auf unserer Homepage: www.tiere-gehoeren-zum-circus.de .

Reinhard Schmidt
Aktionsbündnis Tiere gehören zum Circus

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