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Technik: Schifffahrt

Bundesmarine - Mehrzweckschiff 180

Neuartiges Schiff für globalen Einsatz

MKS 180 © Bundesmarine
MKS 180 © Bundesmarine
Seitdem die Bundeswehr materiell und personell stark abrüstete, die Pannenserie bei neuen Rüstungsgüter peinlich öffentlich wurde und bei Auslandseinsätzen notwendiges Material einfach nicht vorhanden war und ausgeliehen werden musste, machen sich europäische Sicherheits- und Verteidigungsministerien zu Recht auch Sorgen um den möglichen deutschen Beitrag im Verteidigungsfall. Die dazu aufgedeckten Ausrüstungsmängel und das Fehlen ausreichender Munitionskapazitäten bezweifeln insgesamt eine ausreichende Unterstützung der Bundeswehr, um im NATO-Bündnisfall kraftvoll zu agieren. Gegenüber den starken NATO-Partnern Großbritannien und Frankreich kommen mit Abstand erst die NATO-Partner Italien, Deutschland, Spanien und Polen. Die deutsche Bundesmarine, die operativ mit vielen Aufgaben betraut wird, musste auch in den letzten Jahren erheblich abrüsten, und verfügt über weit weniger Einheiten und Spielraum wie Großbritannien, Frankreich oder Italien. Der für den operativen globalen Einsatz gedachte Neubau von 2 Hubschrauberträgern wurde nicht realisiert, obwohl Frankreich mit seiner Mistral-Klasse oder Japan mit seiner Hyüga-Klasse sehr gute Erfahrungen gemacht haben. So hätte man nicht nur den deutschen Werften geholfen, sondern auch die Präsenz in Ost- und Nordsee, aber auch global ideal ergänzen können. Ebenso fehlen mehr und einsatzfähige Küsten-U-Boote für den Ostsee-Bereich, ein funktionierender Marinehubschrauber und weitere Ausrüstungsprobleme, wie bei der ganzen Bundeswehr.

Neubauten für die Bundeswehr - Mehrzweckschiff 180

Derzeit hat die Bundesmarine die neue hochmoderne Fregatte F125 im Auftrag, die Baden-Württemberg-Klasse. Es sind 4 Einheiten im Bau, die bis 2018 alle im Einsatz sein sollen und den alten Fregatten-Typ F122, die Bremen-Klasse, komplett ersetzen soll. Ganz neu in Planung und von einem ganz anderen Kaliber ist das geplante Mehrzweckkampfschiff 180 (MKS 180 oder auch K131), das dieses Jahr zum ersten mal offiziell als zukünftige neue Einheit für die Bundesmarine vorgestellt wurde. Statt der notwendigen acht Einheiten wurde die Anzahl dann auf sechs, und nun dieses Jahr sogar nur noch vier Einheiten eingeplant, die bis 2023 der Marine zur Verfügung stehen sollen. Während der Bauzeit wird erwogen, doch noch zwei zusätzliche Einheiten bauen zu lassen. Der Startschuss für das Rüstungsprojekt Mehrzweckkampfschiff wurde am 09.06.2015 offiziell von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Volker Wieker, gegeben. Aufgrund der auch negativen Erfahrungen und Pannen, wird der Auftrag zu Entwicklung und Bau diesmal europaweit ausgeschrieben, ohne Rücksicht auf deutsche Werften. Aber weil u.a. Frankreich, Italien und Spanien staatliche Rüstungswerften hat, und Deutschland es immer noch versäumt hat, ebenso staatliche Rüstungsbetriebe aufzubauen, fragen sich deutsche kleine Werften, ob der Wettbewerb so noch gerecht wird.

Anforderungen

Dieser für die Bundesmarine neuartige Schiffstyp soll für unterschiedliche Anforderungen ausgestattet werden. Dazu zählen Aufklärung und Waffensysteme für die U-Boot-Jagd, Seezielflugkörper zur Abwehr gegnerischer Schiffe sowie moderne See-Luft-Lenkflugkörpern, um auch Luftziele in Entfernungen von bis zu 25 Kilometern bekämpfen zu können. Weiterhin sollen Landeinsätze unterstützt werden können, wozu nicht nur ein ein 127 Millimeter Bordgeschütz dienen wird, sondern Ausrüstung und Boote und ein Bordhubschrauber für Spezialkräfte. Ein modernes Schiffslazarett und der dauerhafte Betrieb durch Besatzungen, die durch ein Mehrbesatzungskonzept im laufenden Einsatz ausgetauscht werden können, sollen deutlich längere Einsatzzeiten ermöglichen. Geplant ist eine Besatzung von bis zu 180 Personen.

Konzept

Genau wie bei der Fregatte 125 plant man zukünftig liebe die Beschaffung von vergleichsweise kampfschwachen Einheiten, die aber dafür preiswerter als Fregatten und schneller realisierbar wären als solche Grossprojekte, die längere Zeit bräuchten. Zudem wird angenommen, das sich zukünftige Einsatz-Szenarien, Bedrohungen und Aufgaben so schnell ändern könnten, dass bereist laufende Rüstungsprojekte nicht schnell genug darauf reagieren könnten. Daher soll hier eine Plattform konstruiert werden, das man die Fähigkeiten künftiger Einheiten mit geringem Aufwand lage- und bedarfsgerecht modular zusammen stellen kann. Dies soll mit dem MKS 180 realisiert werden. Standardisierte Ausrüstungs- und Personalpakete sollen das Schiff ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand flexibel und schnell für jedes Szenario anpassen können. Jedes MKS 180 soll weltweit in allen Gewässern durchgehend bis 21 Tage autark operieren können, und dabei mit 24-26 kn so schnell sein wie eine Fregatte.

Kritische Stimmen

Einige Experten nennen das Konzept auch Spar-Fregatte, weil die Bauweise gegenüber der F125 markante Ähnlichkeiten aufweist, aber dennoch nur rund 60% gegenüber d neunen Fragte F125 kosten soll. Die Fregatte F125 wird mit einem Stückpreis von 650 Millionen Euro angegeben, so das das MKS 180 nur rund 390 Millionen Euro pro Stück kosten soll. Man befürchtet sogar, das man mehr auf Masse setzten wird, und ab 2023 auch Fregatten ersetzen soll. Ob das Konzept aufgeht bleibt abzuwarten. Weitere warnen davor, das nach dem Leopard-Panzer, dessen Konzept sich wahrscheinlich die Franzosen mit der geplanten Fusion einverleiben werden, hier Deutschland seine nationalen Schlüsseltechnologien leichtsinnig vergibt, und der staatliche französische Konzern DCNS auch so mit dem MKS 180 verfahren wird. In Zukunft, so einige Experten, wird das deutsche Denken, nach den Pannen mit Luftfahrzeugen, auch die neu erdachte europäische Kooperation im Kriegsschiffsbau zu ähnlichen Entwicklungen führen. Das MKS 180 könnte sich aber genauso gut als ein Konzept der Zukunft für alle europäischen Partner erweisen.

Bildnachweis:
  • MKS 180 © Bundesmarine: Bundeswehr (PR-Bilder für Nicht-Kommerzielle Zwecke sind von der Bundeswehr explizit gestattet)

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Schlüsselwörter: Mehrzweckschiff 180 | Bundeswehr | Marine | Schiffsbau | Kreigseinsatz
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