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Monopolist Goethe-Institut macht Riesengeschäfte durch neues Gesetz

Am 28. August 2007 trat das „2. Änderungsgesetz zum Zuwanderungsgesetz“ (Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union) in Kraft. Hart betroffen sind vor allem binationale Ehen, wenn einer der Ehegatten eine ausländische Staatsbürgerschaft hat. Vor dem Visum-Antrag muss eine Deutschprüfung abgelegt werden. Dazu ist ausschließlich das Goethe-Institut anerkannt. Ein neuer Monopolist in einer angeblich globalisierenden Welt…

Besonders hart trifft dieses neue Gesetz auch einen großen Freundeskreis von meiner Frau und mir: Die Thais. Es gibt in Deutschland einen großen Anteil thai-deutscher Ehen. Meistens sind die Frauen, die aus Thailand kommen. Viele von ihnen aus den ärmlichsten sozialen Verhältnissen und aus dem Nordosten Thailands, wo der Isaan als die ärmste Region des Landes gilt.

Wenn nun ein(e) Deutsche(r) eine(n) Thai heiratet und dieses Paar in Deutschland leben will, muss die/der thailändische Partner(in) bereits beim Visum-Antrag an der Deutschen Botschaft Grundkenntnisse in Deutsch vorweisen können – sonst wird der Visum-Antrag gar nicht erst angenommen: „Für Ausländer, die zur Herstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft zu ihrem deutschen oder ausländischen Ehegatten ins Bundesgebiet nachziehen möchten, bedeutet dies, dass sie vor der Einreise ins Bundesgebiet einfache deutsche Sprachkenntnisse nachweisen müssen.“ (Quelle: Deutsche Botschaft Bangkok: http://www.bangko...=Daten.pdf)

Dies bedeutet, dass beim Visum-Antrag ein Zertifikat solcher Deutschkenntnisse vorgelegt werden muss. Dieses erhält man ausschließlich nach entsprechenden kostenpflichtigen Deutschkursen und bestandener Abschlussprüfung über die Goethe-Institute: „Das Bestehen der Prüfung ‚Start Deutsch 1’ ausschließlich beim Goethe-Institut als Voraussetzung für die Erteilung eines Visums zum Ehegattennachzug soll sicherstellen, dass weltweit die gleichen Standards zur Anwendung kommen.“ (Quelle: Deutsche Botschaft Bangkok, w. v.)

Damit wurde dem Goethe-Institut ganz hochoffiziell das Monopol hierfür erteilt, an dem es sich eine goldene Nase (hauptsächlich von den Ärmeren) verdienen kann – ohne jedwede Konkurrenz! Und das scheint gut und mit Einvernehmen höchster Regierungsstellen zu funktionieren. Jedenfalls erhalten wir immer mehr Informationen, wo am Beispiel des Goethe-Instituts in Bangkok hierbei Anforderungen gestellt werden, die mindestens 10 % aller Deutschen mit deutschem Hauptschulabschluss die Prüfung durchfallen ließen. Erst diese Woche berichtete der Thai-Ticker (http://de.groups....essage/211) wieder von einem Fall, wo von 20 Thaifrauen, die bereits monatelang Deutsch gepaukt hatten, ganze 19 durchfielen: „Am Montag, 16. Juni waren in einem Deutsch A 1 Test am Goethe-Institut Bangkok von 20 Prüflingen, die vorher Monate lang an Sprachschulen Deutsch gelernt hatten, 19 Prüflinge durchgefallen.“

Fragt man sich unweigerlich, wie so etwas bei einem doch vermeintlich so renommierten Institut möglich ist, das auf seiner Website wie folgt wirbt: „Lernen Sie Deutsch beim internationalen Marktführer für Deutschunterricht. Ob für Alltag, Freizeit, Beruf oder Studium - das Goethe-Institut ist Ihr qualifizierter Partner. Wir garantieren schnelle Lernerfolge durch: hochqualifizierte Lehrkräfte, modernste Unterrichtsmethoden, intensive Beratung und Betreuung, weltweit gültiges Kursstufensystem, weltweit anerkannte Prüfungen…“ (Quelle: Goethe-Institut, http://www.goethe...eindex.htm)

Die Einschreibegebühr für einen Kurs kostet 300 Thai-Baht plus eine Verwaltungsgebühr von 100 Thai-Baht (zusammen ca. 10 Euro und für viele Thais schon fast ein Monatslohn). Lernmaterial (Lehrbücher) muss extra besorgt werden und kostet nochmals einige Hundert Thai-Baht. Bei der hohen Durchfallquote macht mancher den Kurs mehrmals. Da wird auch immer wieder berichtet, das eine nicht einwandfreie Grammatik (die die meisten Deutschen nicht einmal perfekt beherrschen) einen drastischen Punktabzug gibt und somit das Durchfallen vorprogrammiert ist. Hier werden offensichtlich Ansprüche gestellt, die weit über das, was der Gesetzgeber vorschreibt, hinausgehen. Kommt man doch auch leicht zu der Schlussfolgerung, dass alles mal wieder nur Geschäftemacherei ist. Und: Das Ganze ist zudem nicht gerade angetan das Ansehen Deutschlands in der Welt zu fördern…

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Schlüsselwörter: Thailand | Goethe-Institut | Zuwanderungsgesetz | Visum | Visum-Antrag | Visa | Deutschkurs | Einreise nach Deutschland | Bangkok
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Kommentare

Ulrich Stock
am 28.06.2008 10:46:52 (92.195.66.xxx) Link Kommentar melden
Die Gebühren für einen Kurs kosten nicht 400 Baht, sondern 6.800 Baht = etwa 135 Euro für einen Monat. Für vier Monate sind das 540 Euro. Hinzu kommen 2.400 Baht für den gesonderten Vorbereitungskurs und 2.400 Baht für den eigentlichen Test. Im Durchschnitt werden die Tests zweimal gemacht. Mit Lehrmaterial kommt man insgesamt auf rd. 700 Euro. Da die Thaifrauen in dieser Zeit nicht arbeiten können und weitab vom Wohnort und letzten Arbeitsplatz in Bangkok verbringen müssen, entstehen Gesamtkosten von annähernd 100.000 Baht = 2.000 Euro für das Zertifikat Deutsch A 1. Davon kann in Thailand eine fünfköpfige Familie ein Jahr leben.
Ulrich Stock, Berlin
Assessor und Beratender Ingenieur
Alex Mais
am 28.06.2008 11:15:16 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Ja, diese Info fehlte mir leider. Die genannten 400 Baht sind lediglich die Einschreibegebühr lt. Website des Goetheinstituts gewesen. Danke also für diese wichtige Ergänzung!
Ulrich Stock
am 28.06.2008 14:45:24 (92.195.66.xxx) Link Kommentar melden
Beim Goethe-Institut Bangkok fällt im Deutsch A 1 Test "nur" noch jeder zweite Prüfling durch. Es gibt jedoch Prüflinge, die bis zu zehnmal zum Test angetreten sind. Dadurch wird Groll gegen Deutschland und die deutsche Sprache erzeugt. Was mich erstaunt ist die Tatsache, dass das Goethe-Institut Bangkok es trotz der horrenden Einnahmen nicht geschafft hat, ein Glossar (Erläuterungswörterbuch) Thai-Deutsch für die unbekannten deutschen Vokabeln anzubieten. Es soll jedoch inzwischen eine Wortliste mit 650 Wörtern geben, die für den Deutsch A 1 Test unbedingt erforderlich sind. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Prof. Dr. Maria Böhmer sprach bisher immer von lediglich 300 Wörtern, die erforderlich seien.
Es wurde von mir vorgeschlagen, die Mindestpunktzahl beim Test Deutsch A 1 in Thailand von 60 auf 50 herabzusetzen, damit die Durchfallquote gesenkt wird. Die Thais sind sonst gegenüber Prüflingen aus Ländern mit lateinischer Schrift (Vietnam, Philippinen, Südamerika, Afrika u.a.) deutlich benachteiligt.
Ulrich Stock, Berlin
Dietmar Illgen
am 28.06.2008 15:47:53 (217.225.84.xxx) Link Kommentar melden
Es ist eine Schande das sich ein Goethe-Institut für solch eine
Geldmacherei hergibt und die gesetzlichen Bestimmungen
von sich aus noch verschärft hat.
Wenn ich bedenke wieviele"DEUTSCHE" aus dem Osten zu uns kamen und viele davon bis heute noch kein Wort Deutsch
sprechen können oder es überhaupt nicht versuchen wird mir
die Bedeutung dieses Gesetzes sehr fraglich.
Sind wir nur froh das Thailand dieses nicht von seinen Residenten verlangt,denn dann sähe es für uns traurig aus!
Ali
am 06.07.2008 19:51:16 (77.128.81.xxx) Link Kommentar melden
Bei diesem Gesetz gehen unsere genialen Politiker davon aus, im Ausland kann man besser Deutsch lernen als in Deutschland.
HPM
am 10.07.2008 22:11:16 (87.145.126.xxx) Link Kommentar melden
Manche Leute schnappen irgendwo etwas auf und multiplizieren das mit dem Faktor X und geben das dann als "Tatsache" oder "Wahrheit" aus. So auch bei den angeblichen Durchfallquoten. Es fallen welche durch, aber keineswegs 90 %. Es ist richtig, dass man u. U. den Kurs zweimal oder manche auch dreimal machen müssen. Wer es nach 6, 8 oder 10 Versuchen nicht schafft, sollte sich mal fragen, was bei ihm/bei ihr los ist, statt pauschal Deutschland oder das Goethe-Institut für die eigene Dummheit verantwortlich zu machen. Die meisten Deutschen brauchen für die Führerscheinprüfungen (Theorie/Praxis) auch zwei Versuche. Also?

Meine Frau hat es beim zweiten Mal geschafft. Andere brauchten drei oder vier Versuche. Das waren aber auch Frauen, denen es geistig an sehr vielem fehlt und die große Schwierigkeiten haben werden, sich in Deutschland zu integrieren und hier ohne Mann und ohne dem Staat nach der voraussichtlichen Scheidung nach drei Jahren auf der Tasche zu liegen, sich hier zu behaupten.Obwohl sie die Prüfung geschafft haben, können sie kaum einen Satz geradeaus sprechen. Sie haben nur auf den Punkt Prüfung hin auswendig gelernt, es mit Mühe geschafft und dann die Kelle fallen lassen und auch nicht weiter gelernt, noch das Gelernte durch Übung und Sprechen behalten.

Viele deutsche Männer sind allerdings auch selbst so unterbelichtet, habe es bei den Mitschülerinnen meiner Frau selbst erlebt, dass sie ihre Frau so unter Leistungsdruck setzen, dass diese eine Riesenangst hat, durchzufallen. Mit jeder misslungenen Prüfung wird der so gemachte Druck größer und unerträglicher und die Wahrscheinlichkeit es wieder nicht zu schaffen, steigt.

Klar ist der Nachweis einer Sprachprüfung äußerst nervig und hat auch meine Beziehung an den Rand des Scheiterns gebracht, weil meine Frau von mir kein Geld für Kurs und Lebensunterhalt wollte und selbst jeden Tag und an Wochenenden gearbeitet hat. Das hat sie an den Rand des physischen Zusammenbruchs gebracht (und mich nervlich), aber es war selbstgemachtes Leid, ihr unglaublicher Ehrgeiz, es alleine zu schaffen.

Rückblickend, nach jetzt ca. sechs Monaten muss ich sagen, der Goethe-Kurs und das daduch Gelernte ist äußerst bescheiden und bestenfalls ein paar Spatenstiche für ein Fundament, aber noch lange nicht das Fundament selbst auf dem man/Frau die deutsche Sprache dann weiter lernen kann. Die 645 Stunden Integrationskurs in Deutschland sind notwendig für Menschen, denen unsere Sprache so fern ist und die selbst oft auch nur eine geringe Schulbidlung haben und das Lernen selbst eigentlich nie gelernt haben, keine Lerntradition haben und keine Lerntechniken beherrschen.

Es ist meine feste Überzeugung, wer zigfach den Sprachkurs nicht schafft, die Frau sollte die Finger von Deutschland lassen, denn es fehlen anscheinend die Mindestvoraussetzungen, um sich in einer fremden Kutur, Sprache und Gesellschaft eigenständig zu behaupten und zu integrieren.

.
Sparti
am 16.10.2008 22:46:16 (89.59.94.xxx) Link Kommentar melden
Kann mir jemand sagen wie das ganze mit dem Land Paraguay ausschaut??

Mfg
Alex Mais
am 17.10.2008 07:32:47 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Sparti,

kann da leider nicht viel zu sagen, da ich mich dort nicht so auskenne. Aber die Deutsche Botschaft hat sicher die benötigten Grundinfos auf Ihrer Website:

http://www.asunci...seite.html

Eventuell dann mit denen Kontakt aufnehmen.

Mit besten Grüßen Alex Mais
neugierig
am 15.09.2009 17:21:12 (212.204.77.xxx) Link Kommentar melden
Ich hatte vor ein paar Tagen dienstlich mit einer Frau Kontakt, deren Ehemann gerade erst aus Nigeria eingereist war. Auch er musste zuvor einen Deutsch A 1 Test bestehen. Ich vermute also, dass derartige Sprachtests für sämtliche Nicht-EU-Angehörigen obsolet ist. Allerdings kenne ich die Rechtsgrundlage nicht. Kann mir vielleicht jemand die einschlägigen Vorschriften benennen?
Paul
am 17.09.2009 03:28:11 (87.151.146.xxx) Link Kommentar melden
Das Zuwanderungsgesetz gilt für alle Länder dieser Erde. Ausgenommen sind allerdings die EU-Staaten sowie USA,
Canada und Australien. Ferner benötigen Zuwanderer mit dem
Nachweis eines abgeschlossenen Hochschulstudiums keinen
Nachweis über Deutsch-Kenntnisse im Herkunftsland. Bei diesem
Personenkreis geht man zurecht davon aus, dass diese auf
Grund ihrer Bildung bereit und in der Lage sind, sich sprachlich
und insgesamt in Deutschland zu integrieren. Die 645 Stunden
Integrationskurs in Deutschland dürfen diese Menschen allerdings genauso machen wie alle anderern Zuwanderer auch.
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