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Politik: Asien

Neuer Justizskandal auf den Philippinen

Ein Rechtssystem am Pranger

Am 8. Februar des Jahres 2012 heiratete der gut situierte Däne Hans Hougard (50) die Filipina Julian (21) in seinem Heimatland Dänemark. Sie war seine große Liebe und auch die Filipina war sehr angetan von ihrem Hans. Der hatte eine eigene Firma in Dänemark, züchtete Nordmanntannen als Christbäume und lebte ganz gut davon.

Verhängnisvolles Prahlen

Hans Hougard machte auch sofort ein Testament, in dem er seiner Julian sein gesamtes Vermögen vermachte. Leider durfte Julian nach dänischem Recht auch nach der Heirat nur drei Monate im Land bleiben. So flogen beide zusammen am 10. April 2012 wieder nach Manila.

Im Manila-Airport wechselte Hougard Geld in philippinische Währung. Währenddessen wartete seine Frau in der Nähe der Zollkontrolle auf ihren Mann. Sie war – wie es hieß – überglücklich einen so „reichen“ Mann geheiratet zu haben und erzählte jedem, wie reich ihr Mann sei. Das war ein verhängnisvoller Fehler, denn die Zollbeamten bekamen das nicht nur mit, sondern auch noch lange Ohren. Als Hougard dann zu seiner Frau kam, wollten sie die Heiratsurkunde sehen. Doch eine solche hatte das Paar nicht mit dabei.

Zur Abzocke in die Haft

Darum wurden nun beide, Hans und Julian, kurzerhand ins Immigrationsbüro des Flughafens gebracht, wo beide getrennt wurden. Julian wurde vom Freitagnachmittag bis zum Montagmorgen permanent diversen Verhören unterworfen und zwischendurch zu ärztlichen Untersuchungen geschickt.

Trotzdem Hans Hougard von seinem Anwalt spätestens am Sonntag die Heiratsurkunde zugefaxt bekommen hatte, ließen die korrupten Immigrationsbeamten nicht mehr locker. Schließlich hatten sie von der auskunftsfreudigen Julian genug erfahren, um über die Vermögensverhältnisse von Hans auf dem Laufenden zu sein. So ein „dicker Fisch“ war ganz nach ihrem Geschmack.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf

Am Montagmorgen taten die Beamten recht freundlich und boten ihm sogar an zu duschen. Dann hieß es, es wären nur noch wenige Formalitäten zu klären und er müsse dafür noch eine Nacht in der Haft des Immigrationsgefängnisses bleiben. Währenddessen wurde Julian in eines der so genannten „visaya foren“ gebracht, in denen junge Frauen (auch Minderjährige!) untergebracht sind.

Aus dem angekündigten einen Tag für Hans wurde schließlich ein ganzer Monat. Dann bekam er eine Deportationsorder, was er nicht verstand. Er wollte nur noch aus der Haft rauskommen und so war ihm dafür alles recht. Am Deportationstag ließen ihn die korrupten Beamten noch diverse Papiere unterschreiben. Hougards Englisch war sehr dürftig und blauäugig unterschrieb er blindlings im Vertrauen darauf nun entlassen zu werden. Er hatte absolut nichts von dem verstanden, was er hier unterschrieben hatte. Die Quittung dafür bekam ereinige Stunden später.

Statt Entlassungspapiere ein Geständnis unterschrieben

Plötzlich sah sich Hougard mit vier verschiedenen Anklagen konfrontiert, von denen eine auf Menschenhandel lautete. Anstelle seiner Entlassungspapiere, wie er geglaubt hatte, waren von ihm dubiose Geständnisse unterschrieben worden. – Nun war das Verhängnis perfekt.

Auch seine Frau hatte etwas unterschreiben müssen. Da diese aber weder schreiben noch lesen konnte, weil sie nie eine Schule besucht hatte, hatte man anstelle einer Unterschrift ihre Fingerabdrücke unter die Dokumente, deren Inhalt ihr nie erklärt worden war, gesetzt. Damit hatte sie die Anklage gegen ihren Ehemann wegen Menschenhandels bestätigt. Im Gerichtssaal widerrief sie später das Papier und sagte, dass sie nicht gewusst hätte, worunter man ihre Fingerabdrücke zwangsweise gesetzt habe.

Medienaktion und Strafverlegung

Nachdem Hans etwa ein Jahr im Gefängnis verbracht hatte startete er eine Medienaktion, woraufhin er ins Pasay City Gefängnis verlegt wurde, das vergleichbar mit dem Quezon City Jail ist. Die Immigrationsbeamten hatten ja sehr schnell spitzbekommen, dass es von Hans so einiges an Barem zu holen gab. So hatte er bereits zuvor noch im Immigrationsgefängnis Besuch von zwei Männern bekommen, die ihm schon in den ersten Monaten eine Freilassung gegen Bezahlung versprachen.

Hans zahlte daraufhin mehrere Millionen Peso. Wenige Wochen später, immer noch im Gefängnis sitzend, bekam er erneut Besuch von den gleichen Leuten. Diese sagten ihm, er müsse noch weitere Millionen zahlen um nun tatsächlich freizukommen. Und Hans zahlte gutgläubig ein weiteres Mal. Das wiederholte sich dann noch ein drittes Mal. Inzwischen hatte Hans rund 20 Millionen Peso gezahlt. Als die geldgeilen und korrupten Beamten dann ein viertes Mal kamen und noch mehr Geld verlangten, wünschte sie Hougard zum Teufel und zahlte nichts mehr. Daraufhin startete er seine Medienaktion.

Ein Ende ist nicht abzusehen

Inzwischen ist Hougard seit mehr als dreieinhalb Jahren in Haft und hat bereits seinen 8. Anwalt. Seine Firma ist bankrot. Julian sitzt ebenfalls immer noch im „visayan forum“ und darf keinen Besuch empfangen. Nur die Beamten vom Justizministerium besuchen sie von Zeit zu Zeit und machen Stimmung gegen Hans. Sie soll die Anklage gegen ihn aufrecht erhalten.

Wie es weitergeht ist ungewiss. Aussicht auf Freilassung besteht kaum. Und so hat die korrupte philippinische Justiz wieder einmal mehr die Leben zweier unschuldiger Menschen zerstört. Hans Hougard warnt nun alle, sich niemals in eine Filipina zu verlieben oder gar auf die Philippinen zu kommen.

Das wäre doch mal eine Angelegenheit für den Vatikan und den Papst. Schließlich sind die Einwohner der Philippinen zum allergrößten Teil streng katholisch. Doch da versagt der Vatikan ganz kläglich…

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Schlüsselwörter: Korruption | Untersuchungshaft | Rechtssystem | Justizskandal | Gerechtigkeit
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