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Der Mönch von Konradsburg und andere Mönche auf Zeitreise

Gibt es eine Bewegung durch die Zeit ? - Teil II

Im ersten Teil ging es um den Mönch von Heisterbach, der 300 Jahre verschlief. Nun geht es weiter mit dem Mönch von Konradsburg, der sagenhafte 100 Jahre verschlafen haben soll. Und soll es sich ereignet haben...

Die Konradsburg

Die Konradsburg liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, in der Nähe des kleinen Ortes Ermsleben, das etwa 10 km südwestlich von Aschersleben liegt, und soll das erste Mal urkundlich im Jahre 1021 erwähnt worden sein. Dabei sollte die Konradsburg nicht mit der wehrhaften Burg Falkenstein verwechselt werden, diese liegt ja nur rund 8 km östlich der Konradsburg. Jedoch haben die beiden Burgen eine gemeinsame Geschichte. Die Konradsburg wurde eigentlich nie zu einer wehrhaften Burg ausgebaut, weil man sie am Ende für eine strategische Verteidigung ungeeignet hielt. Nach 1120 verließen die Konradsburger, also die namentlichen Burgherren und Ritter, das Anwesen und bezogen die neu errichtete Burg Falkenstein (erbaut zwischen 1120 und 1180). Die Umwandlung der Burg in ein Kloster erfolgte etwa in den Jahren zwischen 1120 und 1133 durch den Benediktinerorden. Im Jahre 1133 wurde auch der Abt Adalbert urkundlich erwähnt. In den nächsten 300 Jahren wurde das Kloster ein geistiges Zentrum, und es wird vermutet, das die Benediktiner danach ihr Kloster wegen zunehmender Verarmung verlassen mussten. Zwischen 1476 oder 1477 sind dann Kartäusermönche aus Erfurt in das Kloster Konradsburg eingezogen. Doch während des Mitteldeutschen Bauernkrieges im Jahre 1525 plünderten dann aufständische Bauern das Kloster und ein Teil des Klosters wurde niedergebrannt, so das zu dieser Zeit der Klosterbetrieb schon 1526 aufgegeben werden musste. Seit 1982 wurden alle Gebäude nach und nach restauriert und der 1990 gegründete Förderkreis Konradsburg e.V. bewirtschaftet heute die alte Kloster-Anlage.

Der Mönch, der 100 Jahre verschlief

Weniger bekannt ist die Geschichte eines Kartäusermönch, der im Kloster lebte, und eine Zeitsprung von 100 Jahren gemacht haben soll. Hier also was im Volksmund darüber erzählt wird...

Als während des Mitteldeutschen Bauernkrieges im Jahre 1525 wütende Bauern und Söldner auch die Klosteranlage Konradsburg heimsuchten, um zu brandschatzten und zu plündern, waren diese auch nicht zimperlich, selbst bei Mönchen vor Mord und Totschlag nicht zurückzuschrecken. Daher flüchteten die meisten Mönche beim Anblick der heranrückenden Meute aus dem Kloster Ein Mönch jedoch flüchtete nicht wie die anderen, sondern hatte sich in einer nicht einsehbaren Kammer im Weinkeller versteckt, deren Tür hinter einem Vorhang versteckt war. In der Eile sammelte er einiges an Essbaren, einige Decken und schmiss es in die Kammer. Dann verschloss er diese, indem er alle Weinfässer vor die Tür stellte und darüber die Decken, so das selbst ein Lichtlein einer Kerze nicht mehr nach draussen schien.

Weil er die wütenden Bauern nicht mehr hören wollte und ihm auch keine andere Wahl blieb, entschied er sich, vom Wein des Abts zu köstigen. Das gefiel ihm vom Messbecher zu Messbecher immer mehr, so dass er alsbald, vom geistreichen Nass berauscht, fest eingeschlafen war.

Als er wieder mit Kopfschmerzen erwachte, bereute er die geringe Ehrfurcht vor dem Herrn indem er sündigte und sich betrank. So horchte er, ob die Meute schon wieder abgezogen sei, und tatsächlich hörte er kein Gebrüll und keine scheppern mehr. So dachte er sich:

Na, da hat es wohl der Herr gut mit mir gemeint, mich dem Kloster-Wein hinzugeben, damit ich einige Stunden schlief. Nun aber schaue ich besser nach meinen Brüdern und was die Meute anrichtete. Auch dürstet es mich an Wasser, nicht an Wein, den ich bin in mir so trocken, das ich sterbe, kann ich nicht schnell was trinken.

Als er vorsichtig die Kammertür öffnete, war es dunkel und er konnte nichts eindeutig erkennen, und da er keine Kerze hatte, stolperte er immer wieder über etwas, bis er schließlich mit Mühe den Ausgang nach oben fand. Er wollte schnell seine Brüder suchen, wer denn noch lebe, aber auch den Abt berichten, wie es um den Weinkeller bestellt ist, das alles verwüstet worden war. So eilte er voller Sorge zu der Klosterzelle des Abtes, um nach ihm zu sehen. Da plötzlich war der Mönch derart erschrocken, das er aufschrie:

Oh Herr, was hier geschehen, hier sind nur grunzende stinkende Schweine, wo sind meine Brüder wo ist der Abt ?

Entsetzt vom Anblick rannte er in die Kirche und erschrak wieder. Alles war verschwunden auch der schöne Altar. Stattdessen sah er nur Strohballen und Bauersleute die die Ähren am Boden dreschen. Ein Bauer sah den verdutzten Mönch und sprach ihn an:

Was macht er hier, sucht ihr eine Kirche oder ein Kloster ?

Der verdutzte Mönch antwortete: Gütiger Gott, was redet ihr, das ist doch ein Kirchenhaus vom Kloster, habt ihr nicht einen meiner Brüder gesehen ?

Ehe er auf eine Antwort des Bauern wartete, nahm er sich eine Kerzenlampe und eilte in den Weinkeller zurück. Dort traute er seine Augen nicht, denn worüber er gestolpert war, waren keine kaputten Weinfässer, sondern Gemüse. Hier sah er Kiste für Kiste gefüllt mit Rüben, Kohlköpfen, Möhren und Äpfel. Der Bauer war ihm inzwischen gefolgt, wollte er doch auch wissen, warum der Mönch hier ein Kirche suchte.

So sprach er laut zum Mönch:

Du Tohr, was sucht Du auf und ab, hier ist seit hundert Jahren kein Kirche mehr. Die Brüder die Du suchst leben alle schon in der Unterwelt. Sag wo kommst Du her und machst Du hier ?

Doch der Mönch dachte sich: Oh Herr, hundert Jahre, was hast Du mit mitgemacht. Ist dies deine Strafe, weil ich Dein Wein beköstigt hatte ?

Dann sank der Mönch geschockt nieder in einen Todesschlaf, aus dem er nicht wieder erwachte. (Nach einer anderen Version soll der Mönch erschlagen worden sein)

Epilog

Auch hier, wie beim Mönch von Heisterbach, wäre es auch durchaus denkbar, dass auch dieser Mönch einen ungewollten und unerklärlichen Zeitsprung machte. Ähnliche Erzählungen folgen…

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Schlüsselwörter: Konradsburg | Zeitverschiebung | Zeitsprung | Mönch | Benediktiner
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Kommentare

Wilfried Stevens
am 11.10.2015 19:06:39 (109.91.34.xxx) Link Kommentar melden
Hier ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen:

der Mönch muss vom Jahr her ein Kartäusermönch gewesen sein, kein Benediktiner-Mönch !
OZ24
am 11.10.2015 22:57:35 (83.221.81.xxx) Link Kommentar melden
Hab ich mal geändert!

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