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Politik: Deutschland

2010 - Schulden des I.Weltkrieges bezahlt ?

Historisch - Reparationen des Versailler Vertrages

Prolog

Mein Ur-Grossvater war ein weitsichtiger Offizier im I.Weltkrieg, wurde schwer verletzt, und konnte mir auch Dinge bzw. seine Ansichten erzählen, die nicht im Geschichtsbuch stehen oder stehen dürfen. Der nüchterne Beitrag hat somit überhaupt nichts mit Revanchismus, Verniedlichung eines schrecklichen Krieges oder ähnlichem zu tun, sondern soll ermutigen, zu hinterfragen, in Frage zu stellen und nicht alles Geschriebene zu akzeptieren, wie z.B. in einem befangenen Massen-Medienblatt mit niedlichen Bildchen ohne wesentlichen Inhalt. Aber nicht jedes Geschichtsbuch hat anscheined Platz genug, ausserhalb der Standards auch mal was hinzuzufügen. Aus diesem persönlichen Gesichtspunkt würde mir also auch eine gegenteilige Kritik zu diesem Beitrag nicht nur befremdlich sondern auch vollkommen egal sein. Die Thematik ist aber auch nicht neu, es gab weitere Hunderte kritische Vorschreiber oder sogar mehr, und noch heute streiten sich sogar die Historiker über die Kriegsschuldfrage. Während ja die Sieger immer Recht haben und man lange Zeit die Kriegsschuld fast ausschließlich nur Deutschland zuschrieb, hat sich das mittlerweile soweit geändert, wir reden über den I.Weltkrieg, das man zum Schluss kommen könnte, das auch andere Mächte nicht abgeneigt waren, einen Krieg zu provozieren, um Deutschland als aufstrebende Grossmacht in Europa zu untersagen, was auch nicht der unterschriebene aufgezwungene Versailler Vertrag mit der Schuldzuweisung Deutschlands und Österreichs ändert. Dabei diskutierten viele kluge Köpfe schon bei Kriegsanfang, in der sogenannten Kriegsschulddebatte, warum es überhaupt zum Kriege gekommen sei. Natürlich wurden solche gegenteilige Überlegungen, nach dem I.Weltkrieg, international und national geächtet, Buchautoren, die sich mit dieser Thematik erneut beschäftigten, wurden medienträchtig von finanziell und politisch starken Meinungsmachern nieder gemacht. Es wird also dauerhaft eine Kontroverse bleiben, ob nicht auch Großbritannien, Frankreich, Russland und die USA bewusst einen Krieg, theoretisch oder hypothetisch, provosierten oder nicht. Am Ende führten aber bei allen Beteiligten politische Fehleinschätzungen, Angst vor dem Verlust von Prestige, der Neid auf Wirtschaftsstärken und das hartnäckige nationale Engagement aller Mächte zum schrecklichen Weltkrieg, der nicht nur Millionen Menschen das Leben kostete, sondern auch mit dem Versailler Vertrag endete, dessen Auswirkungen uns sogar bis 2010 beschäftigen. Die endgültige Höhe und Dauer der Reparationen war von einer Reparationskommission ohne deutsche Beteiligung festgesetzt worden. Das am Ende nur Deutschland als hauptsächlicher Zahlmeister werden würde, davor hatte u.a. schon 1919 der Brite Lloyd George gewarnt, der vermerkt haben soll: So zerstört Hass, Neid und politisches kaltes Kalkül von ihm (Raymond Poincaré) dazu, das die geplanten Reparationen eine ganze Nation zerstören sollen. Witzigerweise traten 1917 einige Staaten dem Kriegsgeschehen hinzu, als es schon längst absehbar war, das Deutschland verlieren würde, um letztendlich, auf gut Deutsch und milde ausgesprochen, was abzubekommen oder somit was von Deutschland einfordern zu können.

Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson soll dazu 1919 gesagt haben, und das war weitsichtig brisant: Wie kann sich eine Macht wie die Vereinigten Staaten von Amerika – ich kann für keine andere sprechen – nach Unterzeichnung dieses Vertrages, 3000 Meilen über den Ocean zurückziehen und ihrem Volk berichten, dass eine Friedensregelung für die Welt geschaffen sei, wenn diese Elemente enthält, die man nicht für dauerhaft stabil ansehen kann. Ich kann es nicht !

Im Januar 1921 legen die Siegermächte also dann die endgültige Gesamthöhe der unglaublichen hohen Reparationen Deutschlands fest. Und wir sprechen nur über die zu zahlende Geldsumme, nicht über noch andere grosse Reparationen. Danach gab es drei interessante historische Meinungen dazu:

Der damalige italienische Ministerpräsident Nitti: Noch niemals ist ein ernstlicher und dauerhafter Frieden auf die Ausplünderung, die Quälerei und den Ruin eines besiegten Volkes gegründet worden.

Der amerikanische Außenamts-Staatssekretär Lansing noch während der Versailler Sitzungen: Die Friedensbedingungen erscheinen unsagbar hart und demütigend, während viele von ihnen mir unerfüllbar erscheinen.

Sogar Churchill in seinen Erinnerungen: Die wirtschaftlichen Bestimmungen des Vertrages waren so bösartig und töricht, daß sie offensichtlich jede Wirkung verloren. Deutschland wurde dazu verurteilt, unsinnig hohe Reparationen zu leisten.

Letzte Rate wirklich im Jahr 2010 ?

Mit einigen Unterbrechungen bis zum Ende des II.Weltkrieg, zahlte Deutschland nun noch viele Jahre fleissig weiter, auch mit Krediten aus den USA, so das es fast 100 Jahren dauerte, bis diese auferlegte Schuld, der Kriegsschuldartikels 231, vom I.Weltkrieg bezahlt wurde. Auskünfte des Bundesfinanzministeriums bestätigen, das 1990 mit rund 200 Millionen Euro für Staatsanleihen fällig waren und mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden neue Anleihen aufgelegt, welche die noch offenen Zinszahlungen mit einer Laufzeit von 20 Jahren regeln sollten. So das letztendlich erst mit dem 3.Oktober 2010 Deutschland seine finanzielle Kriegsschuld, seit 1918, also 92 Jahre nach dem Vertragsschluss von Versailles, endgültig beglichen hatte.

Endgültig ?

Wenn auch im Hintergrund, dies sollte nicht vergessen werden, auch wenn darüber nicht gerne gesprochen wird, das noch mehrere US-Anleger in der Vergangenheit (bisher) erfolglos auf Rückzahlung einiger Milliarden Dollar im Zusammenhang mit den Dawes- und Young-Anleihen geklagt hatten ! Und hinter diesen Anlegern verbergen sich mächtige Finanzsinstitute der USA, die alle in der Wall Steet in New York ihr Zuhause haben, was sicherlich kein Zufall ist...

In der Umgangssprache bezeichnet man mit German Gold Bonds und German Dollar Bonds die deutsche Auslandsanleihen (Bonds = Anleihen). Im Zuge der der grossen Wirtschaftskrise von 1923 wurden diese Auslandsanleihen, zunächst nach dem Dawes-Plan, später dann nach dem Young-Plan, in einigen europäischen Ländern, aber hauptsächlich in den USA platziert. Daher stammt die Bezeichnungen Dawes-Anleihen (Dawes Bonds) und Young-Anleihen (Young Bonds) bezeichnet, oder auch German External Loans.

Dabei bleibt es natürlich sehr sehr spekulativ, ob in diesem Zusammenhang und mit den noch zu zahlenden Kriegsschulden des II.Weltkrieges, dies der eigentliche Grund ist, warum etwa Zweidrittel des Goldbestandes der Bundesbank, immerhin rund 3.400 Tonnen, noch in New York verbleiben, also etwa 2.400 Tonnen ?! Genauer gesagt bei der Federal Reserve Bank of New York, natürlich wo sonst, und dieses Unternehmen gehört zu dem Verbund Federal Reserve System, den zwölf regionalen Federal Reserve Banks. Wie der Name schon sagt, werden die German Gold deshalb so bezeichnet, da es sich um Gold abgesicherte Bonds handelt.

Somit wäre der I.Weltkrieg zumindest finanziell fast abgeklärt bzw. offiziell bezahlt, aber da haben wir ja noch die weit aus grösseren und unglaublichen hohen Reparationen des II.Weltkrieges zu zahlen...

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Schlüsselwörter: I.Weltkrieg | Kriegsschuld | Reparationen | Versailler Vertrag
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