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Sonstiges: Kultur & Religion

Wat Benchamabopit - der Marmortempel

Wat Benchamabopit
Wat Benchamabopit
Das alte Siam wurde einst schwärmerisch als das Land der tausend Tempel bezeichnet. Heute sind es nach offiziellen Angaben fast 40.000 Wats, die im ganzen Land verstreut sind und zu den interessantesten, kulturellen Höhepunkten eines Besuches gelten. In diesen Wats leben rund 240.000 Mönche und 100.000 Novizen. Wenn man erfahren möchte wie man im Land des Lächelns denkt und fühlt, so sollte man auch die tagtägliche Aktivitäten in einem Wat beobachten. Die allgemeine Bezeichnung Tempel ist dabei nicht ganz korrekt, hat sich jedoch im europäischen Sprachgebrauch so eingebürgert. Ein Wat sollte man eher mit einer Klosteranlage vergleichen und bezeichnen.

Verlässt man die Royal Plaza ostwärts auf der Sri Ayuthaya Road, gelangt man zu einem der schönsten Wats Bangkoks: Wat Benchamabopit. Dieses königliche Wat ist eine der jüngsten religiösen Einrichtungen Bangkoks. 1899 legte König Chulalongkorn (Rama V) den Grundstein zu diesem Wat, dass als Ersatz für ein kleines, älteres Wat, dass dem Garten um die ländliche Chitralada-Residenz weichen musste, gebaut wurde. Er beließ es jedoch beim alten Namen, der eigentlich fünf Prinzen bedeutet. Da der König, gleich nach seinem 20. Geburtstag gekrönt, sich als "Bikkhu" für einige Zeit in das ältere Kloster südlich des eigentlichen Wats zurückzog (1873), nennen die Thais es seitdem Wat der fünf Könige oder auch in der Kurzform Wat Bencha.

Es ist eines der ungewöhnlichsten königlichen Bauten Bangkoks, denn der Architekt, Prinz Narisaranuwatiwongse, ein Halbbruder des Königs, hielt sich keineswegs streng an den traditionellen Stil. Es beeindruckt die gelungene Verbindung von europäischen und traditionellen thailändischen Stilelementen.

Für das Hauptgebäude wurde ausschließlich italienischer Carraramamor verwendet. Deshalb gaben ihm Europäer den Namen Mamortempel. Ungewöhnlich sind auch die gelben chinesischen Ziegeldächer. Zwei riesige Marmorlöwen (singha) bewachen die schwere Eingangstür aus hartem Teakholz zur Hauptkapelle. Der mit Marmorplatten ausgelegte Hof des Wats erinnert an die italienische Renaissance. Versuchen Sie unbedingt am frühen Morgen hierher zu kommen, wenn die Mönche sich in der Kapelle versammeln, um zu beten.

In der Galerie rund um den Hof des Wat Benchamabopit befinden sich 53 Buddhastatuen aus den verschiedensten Perioden. Jede Stilrichtung des thailändischen Buddhismus ist hier vertreten, ebenso wie Beispiele aus China, Indien, Sri Lanka, Tibet und Japan. Einige sind Originale, andere Kopien, alle jedoch einheitlich knapp lebensgroß. Das Hauptstandbild ist eine Kopie des berühmten Uhra Buddha Chinaraj aus Phitsanulok. Beim rückwärtigen Eingang zum Hof des Wats steht ein riesiger Bodhibaum, der fast 80 Jahre alt ist. Er wurde hier als Setzling eines Bodhibaumes aus Südthailand eingepflanzt, der von Buddhas Geburtsort in Indien, nach Thailand gebracht worden war. Im Innern des Hauptgebäudes erwartet uns ein wundervoller Dekor aus Gold und Lack. Auf dem Altar hütet ein riesiger Buddha die Asche des 1910 verstorbenen Rama V.

Ein Kanal mit Wasserschildkröten, Symbol für langes Leben, trennt die religiösen Gebäude von den Wohnquartieren der Mönche. Hier residiert auch der Patriarch von Thailand, der höchste buddhistische Würdenträger des Landes. Täglich von 9.00-17.00 Uhr geöffnet.

Bildnachweis:
  • Wat Benchamabopit: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Wat Benchamabopit | Mamortempel | Sehenswürdigkeit | Thailand
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