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Sonstiges: Kultur & Religion

Von Stierkämpfen und Büffelrennen

Einblick in thailändischer Kultur

Büffelrennen
Büffelrennen
Die Thais schätzen die Aufregung von Spiel und Sport, und viele der Zuschauer verwetten heute noch bei den vielen Sportarten kleine und große Geldsummen. Die Menschen in Südthailand können sich für den Stierkampf begeistern.

Stierkampf

Wie der Stierkampf in Thailand heimisch wurde, lässt sich nur damit erklären, dass schon seit vielen Generationen einzelne Bauern in einem improvisierten Ring und auf Feldwegen solche Kämpfe ausgetragen haben. Mit der Zeit hat sich in einigen Gegenden daraus ein regulärer Sport entwickelt, der jedoch in Südthailand wohl die größte Begeisterung erhält. Soweit di emögliche Theorie.

Die Stierkämpfe in Südthailand, die nicht wie in Spanien und Mexiko ein Kampf zwischen Mensch und Tier bedeuten, sondern ein Kampf zwischen zwei Stieren, ziehen eine große Menschenmenge an. Dazu werden die Tiere schon in jungen Jahren abgerichtet. Das Training ist für die Tiere eine Schwerstarbeit, da sie nicht nur auf diese Kämpfe trainiert werden, sondern auch noch einer besonderen Pflege bedürfen. Deshalb werden nicht nur regelmäßige Trainingsrennen gemacht, sondern ein besonders vitaminreiche Nahrung verfüttert. Regelmäßige Kämpfe mit anderen Stieren gehören zum weiteren Trainingsverlauf.

Vor dem eigentlichen großen Kampf werden die Tiere mit verzierten Überhängen und bunten Hornkappen durch die Arena geführt. Sie erhalten zuvor schöne Kränze umgehängt und werden mit einer magischen Paste beschmiert. Danach bringen die Trainer ihre Tiere an Stricken, die meisten mit einem Nasenring verbunden, in ihre Stallboxen oder ins Gehege zurück. Vor dem Kampf werden sie von ihrem Trainer noch gereizt und so aggressiver gemacht. Dazu wird z.B. mehrmals heftig am Nasenring gezerrt, und andere reden wiederum auf die Stieren mehr oder weniger heftig ein. Bald darauf ertönt auch schon der Gong und die beiden ersten Stiere werden von den Führern in die Arena geführt und gegenüber gestellt.

Sobald die Führer die Stricke gelöst und sich entfernt haben, preschen beide Tiere aufeinander zu. Meistens stoßen sie bei viel Getöse mit ihren Hörnern und bei vollem Körpergewicht aufeinander. Dabei versuchen beiden Tiere den jeweiligen Gegner zu verletzen oder ihn immer weiter abzudrängen. Ein Stier hat dann verloren, wenn er vor seinem Gegner wegläuft, sich abwendet oder hinfällt und nicht mehr auf die Beine kommt. Ein Kampf kann nur wenige Sekunden dauern, aber auch schon mal eine Stunde, bis ein Tier vor Schwäche automatisch aufgibt. Verkeilen sich die an der Spitze etwas abgeschliffenen Hörner der Stiere, gibt es ein Unentschieden. In den meisten Fällen wird, wenn überhaupt, wird kein Tier ernstlich verletzt, da die Tiere sehr wertvoll sind und in den meisten Fällen in der Landwirtschaft noch eingesetzt werden.

Während des ganzen Spektakels werden von den Zuschauern Wetten abgeschlossen und die Stiere von den Zuschauern entsprechend angetrieben. Die Wetten werden per Handzeichen und Händedruck abgeschlossen. Wer solch einem Stierkampf einmal beiwohnen möchte, sollte deshalb seine Hände lieber unten lassen.

Offizielle Kampfarenen gibt es u.a. in Chaweng und Bo Phut (Nähe Ko Samui). Die bekannteste Arena befindet sich in Hat Yai, wo alle zwei Wochen Stierkämpfe stattfinden. Eine Arena befindet sich in der Nähe des Nora Hotels auf der Thammnoonwithi Rad und die andere, die Hat Yai-Arena, an der Route 4 nahe dem Flughafen. Weitere gibt es in Songhkla und Nakhon Si Thammarat. Die Kämpfe finden nur an bestimmten Tagen. Man sollte sich vorher erkundigen wo genau und wann diese Vorführungen stattfinden, und ob noch alle Kampfarenen existieren oder neue hinzu gekommen sind.

Büffelrennen

Der kräftige Wasserbüffel ist der beste Freund des Bauern, da er sanftmütig ist und gefügig arbeiten kann. Trotz seines großen Gewichts lässt er sich mit seinem Gemüt sogar von Kindern führen und reiten. In ländlichen Gegenden sieht man sie geduldig beim Pflügen durch die Reisfelder ziehen oder wie sie sich mit Wonne in Tümpeln oder Schlammlöchern suhlen. Bei diesem Anblick würde man zunächst gar nicht daran glauben, dass die massive sanftmütigen Tiere zu Rennbüffel werden können.

Doch dies geschieht jedes Jahr im Oktober in Chonburi, einer kleinen Hafenstadt, rund 80 km südöstlich von Bangkok gelegen. Wer zu dieser Zeit Chonburi besucht, sollte sich vorher beim Fremdenverkehrsamt (TAT) über den genauen Zeitpunkt erkundigen, und ob die der Austragungsplatz im ort verändert hat. Heuzutage ist dies ein Spektakel, das auch ausländische Touristen anzieht.

An einem bestimmten Tag wird ab etwa 08.00 Uhr zunächst eine festliche Büffel-Parade abgehalten, wobei die Büffel zunächst der ganzen Umgebung zusammen durch die Stadt geführt werden und die Bauern stolz darauf reiten. Die meisten Tiere sind dabei mit farbenprächtigen Kopfbedeckungen und Umhängen geschmückt. Auch sieht man große geschmückte Karren die von Büffeln durch die Straßen gezogen werden. Treffpunkt dieser Parade ist der großen Festplatz, wo das Büffelrennen erfolgen wird.

Etwa um 9.00 Uhr wird das Büffelrennen von einem Vertreter des amtlichen Touristenbüros von Chonburi und dem zuständigen Sportminister offiziell eröffnet. Danach beginnt das Programm zunächst mit einer Prozession der geschmückten Tiere und der Reiter auf dem großen Festplatz. Dazu fahren auch schön geschmückten Karren, worauf die schönsten Bäuerinnen und Landfrauen sitzen. Die am schönsten geschmückten Büffel erhalten sogar eine Preis.

Doch es werden nicht nur die Rennbüffel dabei vorgeführt, sondern zugleich ist das Fest auch ein Treffen aller lokalen Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere zum Verkauf anbieten oder mit Stolz ihre Züchtung vorführen wollen.

Dieser farbenprächtige Festtag beginnt etwa um 8.00-8.30 Uhr und endet so etwa gegen 15.00 Uhr. Nach ungefähr einer Stunde, jeeoch meisten um 10.00-10.30 Uhr, fängt das Spektakel an. Vor dem Rennen werden sogar einige Tiere mit Getränken wie z.B. Reiswhisky oder einem Gemisch aus Bier und Eier gegeben, womit sie stimuliert werden sollen, so behaupten es jedenfalls einige Züchter und Bauern. Meist junge Bauern klettern auf den bloßen Rücken der Tiere und reiten los, als wenn der Teufel hinter ihnen wäre. Nur mit einem Seil, dass als Zügel dient und einem langen Strick ausgerüstet, womit sie ihre Tiere antreiben, indem sie immer wieder auf dem Hinterteil schlagen, hilft ihnen die wuchtigen Tiere auf die rund 100 Meter Bahnlänge zu halten. Beeindruckend ist dabei die Geschwindigkeit, die die schweren Tiere aus dem Stand erreichen können. Geritten werden ausgewachsene Büffel und Jungbüffel aber auch von erfahrenden schön älteren Büffelreiter, oft auch Bauern, die mit einem Tier ihr Glück versuchen, ein Preisgeld zu gewinnen, oder bei einer Wette anteilmäßig begünstigt zu werden.

Natürlich werden immer wieder einige Reiter unter dem Gelächter der Zuschauer abgeworfen, während der Büffel unbeeindruckt bis zum Ziel weiter galoppiert. Der abgeworfene Reiter muss indessen schnell das Weite suchen, ehe ein nachfolgender Büffel ihn womöglich überrennt. Dabei helfen ihm die überall postierten Helfer. Kleine Verletzungen bleiben bei solch einem Rennen nie aus, aber zum Glück müssen bei solchne Veranstaltungen auch Sanitäter vorort sein.

Das Preisgeld von bis zu 5.000 Baht und mehr ist dem Sieger sicher. Doch auch viele nehmen an dem Rennen teil, um Ruhm zu ernten, aus Spaß oder nur, um eine Revanche vom letzten Jahr zu bereinigen oder nicht, schließ kann man beim Wetten auf andere Büffel noch einige Baht dazu gewinnen. Die Gewinner erhalten nicht nur Preise und Urkunden, auch wird der Sieger-Büffel mit Blumengirlanden geschmückt.

Zahlreiche Marktstände verkaufen lokale Produkte, wohlriechende Garküchen versorgen die vielen Besucher mit lokalen Spezialitäten und einfachen Gerichten. Tanzvorführungen klassischer Tänze, Vorführungen des Thai Boxens und der Ballsportart Takraw lassen auc hausserhalb des Büffelrennens keine Langeweile aufkommen.

Bildnachweis:
  • Büffelrennen: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Stierkampf | Büffelrennen | Thailand | Thai-Kultur
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