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Technik: Sonstiges

Die Deutsche Bahn baut immer mehr Schienen ab

Radwege und Einkaufszentren zerstören die einst so stolze deutsche Bahn-Infrastruktur

Schienenabbau aktuell in Halver.
Schienenabbau aktuell in Halver.
Die Glanzzeiten der deutschen Eisenbahn sind lange vorbei. Von Eisenbahnromantik ist in Deutschland nichts mehr zu finden. Innovative neue Technologien, die vor allem die Nebenstrecken der Deutschen Bahn hätten retten können werden blockiert – sie sind politisch nicht gewollt.

Mehr Güter auf die Schiene?

Dieser einst so Erfolg versprechende Slogan ist schon lange hinfällig. Die Gigaliner, Lkws mit einer Gesamtlänge von 25,25 Metern sind vom Bundes-Verkehrsministerium bereits beschlossene Sache, wie es scheint. Und das, obwohl der derzeit laufende Feldversuch noch lange nicht abgeschlossen ist. Das aber bringt nicht mehr Güter auf die Schiene, sondern weitere Güter von der Schiene auf die Straße, was wiederum den Abbau weiterer Nebenstrecken der Bahn nach sich führen wird.

Die Einführung der Gigaliner würde, wie eine aktuelle Studie ergab, 7,6 % weitere Güter von der Schiene auf die Straße befördern. Das sind 7.000 Lkw-Fahrten täglich mehr – oder 49.000 Fahrten wöchentlich mehr, 213.063 monatlich mehr oder 2.556.750 jährlich mehr! Und da will uns die Lkw-Lobby weismachen, dass sich dies positiv auf die Umwelt auswirkt! Wie lange wollen wir uns noch veräppeln lassen?

Radwege als Mobilitätsgaranten für eine überalterte Bevölkerung?

Vor allem in den ländlichen Bereichen legt die Deutsche Bahn AG immer mehr Strecken still. In Ermangelung besserer Ideen bauen die Städte und Gemeinden darauf Radwege. Die Bevölkerung wird vor allem in ländlichen Gegenden immer älter und die jungen Leute fliehen in die Städte. Die mobile Infrastruktur bleibt auf der Strecke, da immer mehr Bahn- und Busverbindungen geschlossen werden. Radwege nutzen den alten Leuten nichts, die gehbehindert sind und auf Rollatoren angewiesen sind. Sie werden immer weiter ausgegrenzt.

Aktuell wird im sauerländischen Halver, einer Kleinstadt in NRW, wieder fleißig Schienenabbau betrieben. Und dies nur, weil die Stadt Halver mit aller Gewalt auf dem ehemaligen Gelände des Halveraner Bahnhofs bereits seit Jahrzehnten ein Einkaufszentrum bauen möchte. Und dies, obwohl es solche in der Innenstadt bereits gibt und in der Hauptgeschäftsstraße etliche Ladenlokale seit Jahren leer stehen.

Schienen-Taxi und Container-Lift?

Ursprünglich sollte auf diesem Gelände ein Pilotprojekt für neue, innovative Bahntechnologien entstehen. Der Halveraner Unternehmer Friedrich-Wilhelm Kugel wollte hier eine Teststrecke und für seine Erfindung eines Schienen-Taxis und ein Pilotprojekt für einen kostengünstigen Container-Lift als Warenumschlagsplatz errichten. Die gut sechs Kilometer lange, von der Bahn seit langem stillgelegte ehemalige Eisenbahntrasse zwischen Halver-Zentrum und Halver-Oberbrügge war dazu bestens geeignet.

Doch leider kam es dazu nicht, das Ganze war politisch nicht gewollt! Und so wird nach dem Schienenabbau derzeit die Infrastruktur (Kanal- und Kabelverlegung sowie Straßenbau) für das neue Einkaufzentrum gebaut, dass Halver eigentlich gar nicht braucht. Und dies ist dann mal politisch so gewollt – jedenfalls von Halvers letzten beiden Bürgermeistern, die sich damit wohl ein Denkmal setzen wollten. Ob dies allerdings im Positiven in die Halveraner Chroniken eingehen wird, das bleibt abzuwarten…

Übrigens: Über das politische Scheitern des Schienen-Taxis und des Container-Lifts ist derzeit aus erster Hand ein Buch in Arbeit. Wir dürfen gespannt darauf sein, was es alles enthüllen wird.

Bildnachweis:
  • Schienenabbau aktuell in Halver.: Foto: © Axel Ertelt (Unterliegt deutschem Urheberrecht!)

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Schlüsselwörter: Deutsche Bahn AG | Schienenabbau | Schienen-Taxi | Container-Lift | Bahntechnologie
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Kommentare

von Gestern
am 06.09.2015 09:27:57 (62.180.110.xxx) Link Kommentar melden
Hoffentlich bleibt die übrige 6 km lange Eisenbahntrasse noch erhalten für spätere Generationen, die einen energiesparenden (bedarfsgesteuerten!) Nahverkehr mit einem SchienenTaxi realisieren wollen.

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