Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Recht & Co.

Sorgerechts-Streit auch nach sieben Jahren weiter offen

Sieben Jahre dauert der Kampf um das Sorgerecht für einen Jungen aus Sachsen-Anhalt nun schon. Die Geschichte in der es in diesem Artikel geht begann vor 7 Jahren. Eigentlich begann alles sehr freudvoll. Der Türke Kazim Görgülü lernte eine deutsche Frau kennen. Man lebte eine Weile zusammen und war glücklich. Doch wie es im Leben manchmal ist trennen sich die Wege von Paaren nach einiger Zeit, wie auch in diesem Fall. Im Verlauf der Beziehung wurde die Frau schwanger und trug das Kind auch aus. Am 25. August 1999 kommt in Leipzig der kleine Christopher zur Welt. Kurz nach der Geburt, gibt die Mutter ohne den leiblichen Vater davon zu informieren, das Kind zur Adoption frei.

Als dann der Vater von der Adoption erfuhr wollte er das Sorgerecht für seinen leiblichen Sohn erlangen. Er wandte sich an das Jugendamt. Dort wurde der Türke mit Aussagen wie „ die Mutter wolle nicht, dass er das Kind bekommt“ oder „ Wir wissen ja nicht einmal ob sie der leibliche Vater sind“ abgewiesen.

Der Vater beginnt schon zum damaligen Zeitpunkt vor Gericht zu ziehen um die Vaterschaft feststellen zu lassen. Die Vaterschaftsfeststellungsklage gewinnt der der Türke, jedoch verliert er durch den langwierigen Prozess sehr viel Zeit. Christopher ist inzwischen 1 Jahr alt und bei einer Pflegefamilie untergebracht die noch ein 2. Kind adoptieren wollen. Dort hat sich der Junge laut Aussage des Jugendamtes Wittenberg, dort lebt die Pflegefamilie, so gut eingelebt das es sehr schlecht wäre den Jungen aus diesem Umfeld zu entfernen. Es wäre sogar schlecht für das Kind, wenn der Vater das Kind auch nur sehen würde.

Nachdem dem Vater das Sorgerecht und der Umgang mit seinem Kind vom Jugendamt verwehrt wurden, setzte der Vater alle rechtlichen Mittel ein um doch noch für sein Kind sorgen zu können. Er gewann vorm Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sowie auch am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Laut diesen Entscheidungen steht dem Vater das Sorgerecht zu.

Nun kommt aber das Kuriosum, das Oberlandesgericht in Naumburg fällte (gegen die Entscheidung des BGH und des Europäischen Gerichtshofes) das Urteil, dass das Sorgerecht für den Jungen bei der Pflegefamilie bleibt. Für jeden Vater ist das mit Sicherheit nicht nachzuvollziehen und nicht verständlich. Gegen die 3 verantwortlichen Richter wurde zwischenzeitlich Strafantrag wegen Rechtsbeugung gestellt. Eine Entscheidung in dieser Sache ist m eines Wissens noch nicht gefallen.

Sicherlich ist der ganze Vorfall nicht einfach zu entscheiden, aber sollte ein Vater nicht das Recht haben sein eigenes Kind aufziehen zu dürfen, oder wurde ihm sein Recht auf Erziehung verwehrt weil er ein Ausländer ist?

Sicher ist nur eines an dieser Geschichte. Es gibt jetzt schon einen Verlierer und das ist der kleine Christopher.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Sorgerecht | Sorgerechts-Streit | Kazim Görgülü | Vater | Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Katrin938
am 19.12.2006 09:39:24 (164.133.91.xxx) Link Kommentar melden
Sicherlich ist hier vieles unverständlich in seiner Entscheidung, dennoch darf man nicht vergessen, dass das Kind keine anderen Eltern kennt, als die die es seit seiner Überlassung in die Pflegefamilie kennt. Weis man denn hier, ob das Kind sích seiner Situation bereits bewusst ist oder ob es das Ganze bereits versteht. Ich als Mutter denke, dass es sicherlich wichtig ist, dem Vater zumindestens ein Umgangsrecht einzuräumen, dennoch sollte die Psyche eines Kleinkindes nicht außer Acht bleiben. Es aus seiner gewohnten Umgebung, seinem sozialen Umfeld herauszureißen kann zu schlimmen Folgen führen.
OZ24
am 19.12.2006 10:02:27 (88.72.148.xxx) Link Kommentar melden
Es geht ja auch darum das er, als das Kind 1 Jahr alt war als Vater feststand und ich verstehe nicht warum in dieser Zeit nicht das Kind dem Kindesvater überlassen wurde. Im Alter von einem Jahr wäre es für das Kind sicher nicht zum Nachteil gewesen zu seinem Vater gegeben zu werden. Nun zum jetzigen Zeitpunkt ist es sicher sehr schwer für das Kind, da es ja so vermute ich nur seine Pflegeeltern kennt und diese als seine Eltern akzeptiert. Man hätte das ganze früher machen müssen. Aber wie schon gesagt es gibt hier nur einen Verlierer und das ist das Kind.

Meines Wissens hat der Vater aber Umgang mit seinem Kind, sofern man da den Medien vertrauen darf Smile.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.06 Sekunden
40,064,786 eindeutige Besuche