Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Technik: Luft- und Raumfahrt

Das fliegende Himmelszelt

Heißluftballon - eine chinesische Erfindung ?

altes Bild-Zhuge Liang
altes Bild-Zhuge Liang
In der neueren Geschichte wird angenommen, das die Brüder Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier als Erfinder des Heißluftballons gelten, aber es gab schon frühere Entwicklungen...Archytas von Tarent soll nicht nur die fliegende Taube konstriert haben, die mit Dampfdruck in die Luft katapultiert wurde, sondern wurde auch überliefert, das er sich mit einem Art (Heißluft-) Ballon beschäftigte, als er mal aussagte...erhöht man die Menge an heisser Luft und kann diese in einen grossen Körper erhalten, ist es möglich, das selbst ein Mensch nach oben getragen werden kann...

Der geniale Erfinder Zhuge Liang

Der Chinese Zhuge Liang (* 181; † 234), auch als Kungming oder Kong Ming bekannt, war Erfinder, Politiker und Stratege zur Zeit der drei Reiche im alten China. Als die grosse Han-Dynastie zerfiel, gab es drei große Konkurrenten, von denen aber keiner stark genug war, um seine beiden Rivalen zu vernichten. So gab es das Königreich Wei im Norden, das Königreich Wu im Süden und das Königreich Shu Han im Westen. Zhuge Liang diente als Berater von Liu Bei, dem Gründer des Königreiches Shu Han, war aber auch Diplomat und militärischer Taktiker. Doch er war nicht nur sehr intellingent, sondern auch ein Meister der Kampfkunst und ein geschickter und mutiger Spion mit vielen Talenten. Er soll sehr volksnah, weise und gegen jegliche Korruption gewesen sein, so das er im Volk hoch angesehen war. Selbst heute noch wird er als Vorbild hoch verehrt und zwei berühmte Berichte, die er auf seinen Feldzügen schrieb, sind in den Schulen sogar Pflichtlektüre für Altchinesisch. In ganz China ist 1985 der Film The Legendary Prime Minister – Zhuge Liang ein Kinoerfolg gewesen.

Auch mit seinen genialen Erfindungen Ideen soll er seiner Zeit weit voraus gewesen sein. In der Militärtechnik und Militärstrategie suchte er immer nach Lösungen, um eine Feind zu überraschen und überlegen zu sein. Obwohl schon die alten Griechen das Polybolos erfanden, so gilt Zhuge Liang entweder als Erfinder der ersten chinessichen Repetierarmbrust bzw. als derjenige, der eine vorläufige Konstruktion so weit verbesserte, das sie zu einer gefürchteten Waffe wurde, der berühmten chinesischen Zhugenu. Auch soll er den mechanischen Bambusstachel erfunden haben, eine versteckte kleine heimtückische Waffe, die man am Arm befestigte und unter dem Armgewand versteckte. In einem dünnen Bambusrohr war ein Giftpfeil der durch eine starke Sprungfeder gehalten wurde. Durch eine bestimmte Armbewegung, schoss der Pfeil aus dem Rohr und traf eine Feind tödlich.

Der Kong-Ming-Ballon

Während einer seiner Feldzüge soll er die Idee gehabt haben, die schon auf Festlichkeiten bekannte und gebräuchlichen Lampion, zu einem größeren Mini-Heißluftballon umzubauen, um diesen als Signalgeber für die Truppen einsetzen zu können. Solche Lampen waren schnell und einfach herzustellen, bestanden sie nur aus dünnen leichten Bambusstanden und Papier. Heute ist diese Konstruktion als Kongming-Lampe (auch Kungming-Lampe) weltweit bekannt. Zhuge Liang hatte vor, durch ein ausgeklügeltes System von Anzahl der eingesetzten Ballons und verschiedenen Leucht-Farben auch weit entfernte Truppen schneller Befehle erteilen zu können als Kuriere oder riskante Signalfeuer. Durch die grosse mögliche Flughöhe sind sie mehrere Kilometer sichtbar. Duch eine regelmäßige Veränderung der Codes konnte auch der Feind entdeckte Ballons nicht direkt deuten. Nach einer Überlieferung waren einmal er und seine Soldaten von Feinden umzingelt, aber sie konnten mit solch einem Signal-Ballon um Hilfe rufen. Doch sollten mal keine idealen Windverhältnisse vorherrschen, war es auch eine fehlerhafte und riskante Signalgebung.

Daher erfand Zhuge Liang auch eine spezielle Seilwinde, woran ein Ballon an einem 1.000 Meter langen Seil befestigt war, und so, bei Windstille oder wenig Wind, sich die Position des Ballons kaum veränderte bzw. kaum abtreiben konnte. Nach Gebrauch wurde der Ballon einfach wieder eingeholt. Dies benutzte man auch als strategische Falle, indem man zur Dämmerung solch eine Vorrichtung anbrachte. Während der Ballon aus eigener Antriebskraft nach oben bis zum Seilende schwebte, verließen die Soldaten die Stelle und warteten im Hinterhalt auf feindliche Truppen, die wiederum der Ansicht waren, den Feind, der sich selber verriet, zu überraschen.

Zhuge Liang experimentierte mit einem grösseren Heißluft-Ballons, an dem ein 1kg-Seidensäckchen, gefüllt mit einem Schwarzpulvergemisch, an einem etwa 30 cm langen Seil befestigt war, praktisch einen antiken Bomben-Ballon. Als Maße werden 2,5 - 3 Meter Höhe und ein Durchmesser von etwa 1 - 1,50 Meter angegeben. Und als Material experimentierte man mit gespannten Seidenstoffen. Seine Idee war es, bei günstigen Wind, Hunderte dieser Ballons in geringer Höhe über feindliche Truppen und Pferde schweben zu lassen. Durch das am Ballon befestigte Gewicht errechnete er eine maximale Höhe von rund 30 Metern. Über den Feinden schwebend sollten sie dann mit Brandpfeilen abgeschossen werden, wenn nicht schon vorher die Feinde darauf schossen. Er erhoffte sich davon eher eine grosse Verwirrung anzurichten, wenn nur wenige Seidensäckchen auf dem Boden gelangten und in Brand gerieten. Ob dies einmal versucht worden war und die erwartete Wirkung erzielt werden konnte, ist nicht bekannt, doch heutige chinesische Historiker sind der Meinung, das der Aufwand sicherlich gegenüber dem möglichen geringen Erfolg zu gross gewesen sein. Doch hier ist es interessant, das Zhuge Liang sich mit grösseren Varianten und Einsatzmöglichkeiten beschäftige.

Das fliegende Himmels-Zelt

Er soll sich mit einem eine Art Spionage-Ballon beschäftigt haben. Dazu sollte ein schon erdachter Bomben-Ballon in etwa 10.facher Größe gebaut werden, damit er in de Lage war, einen Menschen nach oben zu tragen, wo er dann aus grosser Höhe alles beobachten konnte. Bis heute weiss man nicht genau, ob solch ein grosser Heißluft-Ballon gebaut wurde und zum Einsatz kam, aber die überlieferten Konstruktionsmerkmale sind bemerkenswert, so das chinesische Historiker und Techniker davon ausgehen, das Zhuge Liang zumindest verblüffende Kenntnisse zum Bau gehabt hätte. Und so wurde es überliefert…

…wird eine grosse Menge Luft im Ballon erhitzt, wird er aufgeblasen und kann Lasten nach oben tragen…wenn also die Menge der warmen Luft erhöht wird, dann muss der Ballon grösser sein und auch grössere Lasten tragen können...

…so band man zwei Ballons zusammen und jeder hatte eine Feuerquelle in der Mitte, die war 4 chi breit (etwa 1 Meter) und lufttrockenes Holz (Holzkohle) schürte die heisse Luft…jeder Ballon hatte die Höhe von 15 Bu (etwa 20 Meter) und die Breite von 3 Bu (etwa 10-12 Meter)…die Haut war aus einem Stück Seidenstoff und zwei Männer konnten es tragen…darunter war eine Bambusstufe an je ein Seil an einen jeder der Ballons befestigt, worauf der Beobachter saß…und das Himmels-Zelt hatte die Kraft den Soldaten in 90 Bu Höhe zu tragen (etwa 120 Meter)…aber nur für kurze Dauer, wenn das Feuer erkühlt…dann zog es man wieder in der Tiefe zurück (Seilwinde ?)

Ob es Zhuge Liang gelang einen solchen flugfähigen Heißluft-Ballon als militärisches Hilfsmittel oder Spionage-Ballon zu bauen und einzusetzen, weiß noch niemand genau, aber die genauen Angaben spiegeln doch seinen Erfindergeist wieder, das er solch ein Himmels-Zelt erdachte.

Bildnachweis:
  • altes Bild-Zhuge Liang: wikipedia

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Heißluftballon | Ballon | Erfindung | China | Zhuge Liang
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
37,376,341 eindeutige Besuche