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Sonstiges: Kultur & Religion

Ladakh - die Suche nach Nagas

Der verzauberte See Pangong Tsho

Pangong Tsho-See
Pangong Tsho-See
Im Beitrag Die legendäre Drachenfestung, hatte ich bereits darüber geschrieben, das ich bei meinen Reisen nach Asien mir gespannt die mündlich überlieferten Geschichten über alte Götter, Götterwesen, heilige Berge oder seltsame Fabelwesen wie Drachen und Himmelsschlangen erklären und übersetzen ließ, soweit es möglich war. So hörte ich auch immer wieder von jenen geheimnisvollen Regionen, heiligen Berge, Seen und Orte, die man, so der Volksglaube, nur mit Gebeten und Opfergaben betreten darf, sonst kehrt man nicht mehr zurück. Bewacht würden diese Gebiete von Drachen, Geistern und Götterwesen. Ebenso schrieb ich schon über die Reise des Mönch Bodhidharma, der, auf der Suche nach einem Unsterblichkeitselixier, irgendwo im Kunlun-Gebirge einige Zeit in einer rätselhaften unbekannten Festung in einem Berg verbrachte und von seltsamen Kriegern und anderen Dingen erzählte.

Nach einer Legende soll der einzige Zugang in den Tiefen eines See versteckt sein, doch die Menschen glauben auch, das nur Drachen, Schlangen und fliegende Wesen von oben die Festung betreten konnten, die die Aufgabe hatten, eine unterirdische Stadt zu bewachen. Es dürfte kein Zufall sein, das eine weitere Volkssage über einen See gibt, der einst von Drachen-Schlangen oder Schlangen-Wesen (Nagas) bewohnt gewesen sein soll. Auch hier wird erzählt, das ein heiliger Mann die Wohnstätte der Nagas im See aufgesucht hätte und wieder unbeschadet heraus kam. Dieser See liegt östlich vom Kunlun-Gebirge, und soll der See Pangong Tsho in Ladakh sein. Auch hier dürfte es einiges an Ausschmückung geben.

Der Pangong Tsho

Der aussergewöhnliche Pangong Tso ist ein Salzwasser-See und liegt etwa in 4250 Meter über dem Meeresspiegel. Ladahk war früher ein kleines unabhängiges buddhistisches Königreich, heute ist es ein Teil von China, Indien und Pakistan. Mit 134 km Länge, rund 8 km Breite Länge und etwa 100 Meter Tiefe ist es ein grosser See, der sich von Indien bis nach Tibet erstreckt, und im Winter gefriert. Vor Jahrhunderten sollen seine Ausmasse noch viel grösser gewesen sein. Heute ist es eine Touristenattraktion, den man über den Chang La-Pass (5360 m ü.M.), in der Nähe des Hauptortes Leh, erreicht. Leh war einst eine wichtige Gebirgs- und Handelsstadt der Seidenstrasse. Dieser See scheint ein Geheimnis zu hüten, wenn man die Geschichte Padmasambhava glauben kann.

Padmasambhava und die Naga-Stadt

Padmasambhava (zu Deutsch: Lotos-Geborener) gilt als Wegbereiter des Buddhismus in Tibet. Historiker vermuten, das er aus der antiken Region Gandhara stammte. Er soll zusammen mit dem indischen Philosophen Shantarakshita den tibetanischen König König Thrisong Detsen, davon überzeugt haben die vorherrschende Bön-Religion, trotz grosser Widerstände des Adels in Tibet, durch den Buddhismus als Staatsreligion zu ersetzen, was auch gelang. So wurde das erste buddhistische Kloster Tibets mit dem Namen Samye etwa um 775 gegründet und Shantarakshita wurde der erste Abt des Klosters. Kamalashila, ein Schüler von Shantarakshita, wurde ebenfalls geholt, um eine Tempel-Bibliothek zu errichten und zu leiten. Über den noch heute hoch verehrten und heiligen Padmasambhava gibt es allerlei Geschichten und Legenden. Manche sehen ihn als Reinkarnation von Buddha, andere als grossen Zauberer und für wieder andere war er ein göttliches Wesen, der auf einem Lotus zur Welt gekommen sein soll. Durch seine hohe Begabung, wurde er der beste Schüler aller damals bekannten Acht Wissenshalter von Indien. Nachdem er alles gelernt hatte, so der Volksglaube, besaß er auch übernatürliche Kräfte, baute seltsame mechanische Geräte und er hatte Sternengläser (Fernrohr ?), um die Sterne zu sehen. Auf seinen Reisen und Wanderschaften ausserhalb des Klosters, soll Padmasambhava Dämonen, Geister, Götter- und Fabelwesen begegnet sein, die nicht alle ihm gegenüber wohlgesonnen waren.

Er soll eine Wohnstätte der Naga´s besucht oder entdeckt haben, die eine erzählen es war der Yamzhog Yumco-See, dort wohnte der Naga-König, und andere erzählen, es war der Pangong Tsho-See, dort wohnte die Naga-Königin. Nagas sind Schlangen-Wesen mit magischen Fähigkeiten, die auch menschliche Gestalt annehmen können. Sie seien aber auch neugierig und mischten sich gerne verkleidet unter Menschen. Doch sie wurden böse, wenn ein Mensch sie erkannte. Diesem gaben sie ein unlösbares Rätsel auf, und wer es nicht lösen konnte, wurde getötet oder verzaubert. Für die Menschen gelten sie als Dämonen und heilige Wächter zugleich, die geheime Ein- und Übergängen, aber auch alte Heiligtümer und sagenhafte Schätze beschützten. Obwohl Nagas in erster Linie weibliche Schlangen-Wesen gewesen sein sollen, die von Naga-Königinnen geführt wurden und in der Nähe von Flüssen und Seen wohnten, gibt es ebenfalls Hinweise auf Naga-Könige. Padmasambhava scheint wohl den Pangong Tsho aufgesucht haben und folgendes Volksmärchen wird erzählt...

...als Padmasambhava am verzauberten See war, stieg er in seiner ehernen Muschel mit zwei Augen zum Grunde des Wassers…dazu nahm er schwere Perlen mit…wollte er nach oben, spuckte die Muschel die Perlen wieder aus…unten sah er eine tiefe Höhle und eine Krake ergriff seine Muschel und entführte ihn in die Höhle...Padmasambhava staunte, den er war in einer heiligen Wohnstätte der Nagas gelangt und er sah auch Menschenfrauen als Dienerinnen wie auch Krieger in Rüstungen, die keine Nagas waren...doch er konnte sich nicht bewegen...eine Naga-Yaksha (Geistform einer Naga) mit goldenen Haaren gab ihm 3 Rätsel, löste er es, ist es ihm gestattet noch zu bleiben, löste er es nicht, würde er nie wieder an die Oberfläche zurück kehren...

...Die erste Frage der Naga-Yaksha war…"Warum geht's Du ins Wasser, gibt es doch genug Geheimnisse an der Oberfläche ?"…Padmasambhava antwortete…"Tag für Tag begegne ich die Menschen, die mit ihren Sorgen zu mir kommen und das hektische Leben an der Oberfläche…die Tiefe des Wassers gibt meinen Geist Ruhe und ich kann meine Sorgen der Stille anvertrauen…

…Die zweite Frage war…"Was begehrst Du bei uns, unsere Schätze, um reich zu werden oder macht Dich unser Wissen glücklich, das Deinen Geist überheblich macht ?"…Padmasambhava antwortete…"Nein, keine Begierde trübt meine Gedanken, die Achtung und das Benehmen gegenüber jedem Wesen, ist mein buddhistischer Gedanke…"

…Die dritte Frage war…"Was sind Nagas für Euch Menschen ?"...Padmasambhava antwortete…"Die einen fürchten Euch, die andern beten Euch an und wieder andere möchte ihren Verstand mit ihnen erproben…"

Da sprach die Naga-Yaksha…"Dein Geist ist wach und aufrichtig, mögest Du weiter Deine Sorgen der Stille im See anvertrauen…wir werden Dir Prajnaparamita (Wissen) übermitteln, das Du es den Menschen lehrst"...

Die Muschel von Padmasambhava spuckte alle Perlen heraus und schwamm wieder an der Oberfläche…Padmasambhava ging wieder zurück und war zufrieden...

Ein Volksmärchen mit religiöser Ausschmückung und Hintergrund, wahrscheinlich unvollständig...und bei all den Legenden um die Person Padmasambhava ist es nicht ausgeschlossen, das er in geistiger Verbindung mit einer Naga stand…das Volksmärchen erzählt nicht, ob er in die Höhle eindringen konnte, die Wohnstätte der Nagas sehen dürfte, aber anscheinend war die Muschel ein technisches Wunderwerk seiner Zeit, eine Art Taucherglocke vielleicht, womit er die Tiefe des Sees erreichen konnte. So bleibt es weiterhin ein Rätsel, ob der legendäre verzauberte See auch der Pangong Tsho in Ladakh war, worin eins Nagas lebten oder sogar noch leben...

Bildnachweis:
  • Pangong Tsho-See: wikipedia

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Schlüsselwörter: Ladakh | heiliger See | Mythologie | Naga | Pangong Tsho
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