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Politik: Welt

Russland Rüstungsdeal in Kritik

Westliche Scheinfrömmigkeit bei Rüstungsgeschäften

S-300 System
S-300 System
Traue keinem Hemerodromos (Eilbote), dessen Lauf durch schlechten Wind begünstigt wurde, um uns die neuestens Nachrichten zu übergeben... Kleisthenes von Athen

Es ist sicher kein Zufall, das man in den letzten Tagen, in unterschiedlichen Medien, fast eine 1:1 kopierte Meinung lesen, die man zugleich pro-westlich, pro-NATO und pro-EU nennen kann, worin Russland Rüstungsdeal mit dem Iran scharf angegriffen wurde. Nach diesem Abschreibsystem vieler Journalisten spielte es keine Rolle, worin man las, inhaltlich waren kaum Änderungen aufgefallen. Die grösste Kritik kam aus den USA, aus Israel und natürlich im Gleichklang auch von westlichen Ländern, fast im Stile des Kalten Krieges. Russland hätte es nach dem internationalen Waffenembargo noch nicht liefern sollen.

Das russische Flugabwehr-Raketensystem S-300 der 1.Generation, die dem Iran nach 5 Jahren Lieferstopp geliefert werden, sind Abwehr-Waffen, das mit präziser Lenktechnik gegnerische Flugzeuge oder Raketen abwehren kann, und haben eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Entrüstung ist hier fehl am Platz, den auch Marie Harf, die Sprecherin des US-Außenministeriums bestätigte, das Lieferung nicht gegen die UN-Sanktionen verstoße, aber befürchtet wird, das der Iran zur Destabilisierung im Jemen, in Syrien und im Libanon beiträgt. Federica Mogherini, eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten, äußerte Besorgnis wegen der Waffenlieferungen, erwartete aber keine Beeinträchtigung der laufenden Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm. Der iranische Verteidigungsminister kritisiert die westliche Haltung, denn er bekräftigte, das das russische Waffensystem die bilaterale Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus verstärke. US-Militärs sehen das weniger mit Besorgnis, weil moderne F-35 Kampfflugzeuge in der Lage wären auch diese Abwehrraketen ausser Gefecht zu setzen, wenn es sein muss.

Auch wenn die weltweiten Rüstungsgeschäfte weiterhin ein Geschäft des Todes sind und wir leider noch vom Frieden weit entfernt sind, kann man aber auch die medienwirksamen Scheinfrömmigkeit bei Rüstungsgeschäften beobachten. Hätte China Raketensysteme geliefert wäre solch eine Entrüstung sicher nicht so stark ausgefallen. Aber noch paradoxer ist doch die Tatsache, das die Medien nicht entrüstet sind, wenn Staaten wie Irak und Libyen mit westlichen Waffen destabilisiert wurden und ein grosses Chaos verursachten. Weniger Kritik liest man auch, das seit 2010, also seit dem Zeitpunkt des Lieferstopps Russlands an Iran, natürlich auch westliche Länder und die USA immer fleissig weiter exportierten und in jüngster Zeit, also 2015, genauso fragwürdige Waffenexporte in der Krisenregion Naher Osten beschlossen haben, die anscheinend weniger wahrgenommen werden wolen oder weniger kritisiert werden. Hier scheint dass Motto zu lauten, rüsten wir alle mit Waffen aus, dann haben wir ein Gleichgewicht, oder, wie es eine westliche Rüstungs-Exportländer nennen ...wir liefern für die Aufrechterhaltung der imperialen Ordnung in der arabischen Welt... welch eine Ironie. Auch ein Hohn der deutschen Stimme ...Waffenexporte als Mittel zum Frieden....

Auch 2015 wird leider wieder ein Jahr, wo viele Rüstungsgüter in den Nahen Osten exportiert werden, so exportiert Deutschland weiter atomwaffentaugliche U-Boote nach Israel, Waffen nach Arabische Emirate, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman und wieder auch nach Saudi Arabien. Natürlich exportieren auch weitere westliche Länder wie Frankreich, Spanien, Grossbritanien und und und, aber der grösste Kritiker des russischen Rüstungsdeals mit dem Iran, ist weiterhin die USA. Wenn die Ausssagen der Tageszeitung New York Times richtig sind, macht die US-Rüstungsindustrie Rekordgeschäft mit dem Verkauf von Kampfjets und Raketenabwehrsystemen an Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Pakistan. Allein Saudi Arabien ist eines der am stärksten militarisierten Länder der Erde und gibt etwa das Dreifache für Rüstung aus als zur Zeit der Erzfeind Iran. Für dieses immense Aufrüstung haben nicht nur die USA sonder auch Deutschland beigetragen, nach dem Motto Waffenexporte als Mittel zum Frieden...

Am Ende gibt es keine heilige Kuh, weder in Europa, weder in den USA, weder in Russland und weder im Iran, nur eine gegenseitige Scheinfrömmigkeit einer Rüstungsindustrie und die Medien spielen mit, auf welcher politischer Seite sie ihre Meinung vertreten und für wem, ist dann halt nur noch eine ehrliche Betrachtungsweise. Die milliardenschwere und enorme Aufrüstung in dieser Region erinnert an den Zeiten des Kalten Krieges, es wird Zeit mehr Angst zu haben !

Bildnachweis:
  • S-300 System: wikipedia

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Schlüsselwörter: Rüstung | Iran | Waffenembargo | Russland
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