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Wissenschaft: Sonstiges

Quetzalcoatlus - wie ein Drache

Grösster flugfähiger Flugsaurier gefunden

Quetzalcoatlus
Quetzalcoatlus
Hätte wir keine Kenntnisse über eine fliegende Hummel und hätte man eine Hummel nur in einem Bernstein gefunden, wäre sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als ein flugunfähiges Insekt oder als kleines Mißgeschick der Natur klassifiziert worden. Dieses kleine Geschöpf hat nähmlich die Gesetze der Aerodynamik ausser Kraft gesetzt und mal wieder bewiesen, das uns die Natur um Millionen von Jahren noch immer überlegen ist bzw. wir noch vieles zu lernen haben. Nach deren Gesetzen kann eine Hummel mit einer durchschnittlichen Flügelfläche von 0,7 cm² und einem Gewicht von rund 1,2 Gramm unmöglich fliegen. Die Flügel sind einfach zu klein um den schweren Insektenkörper zu tragen. Ein Paradox, denn sie fliegt ja. Man sah sogar Hummeln schon im Himalya in 5.000 Meter Höhe, damit ist sie wahrscheinlich sogar das am höchsten fliegende Insekt der Welt. Die Wissenschaft kann sich oft selber ein Bein stellen, oder besser, wir brauchen mehr neugierige Querdenker in der Wissenschaft. Das erinnert etwas an den Adler, die erste Lokomotive, die 1835 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h fuhr. Einige konservative Wissenschaftler prognostizierten, das alle Fahrgäste ohnmächtig werden würden. Ein Klassiker !

Quetzalcoatlus northropi - ein riesiger Flugsaurier

Die ersten Dinosaurierfunde wurden weltweit zunächst als Überreste der legendären Drachen interpretiert und bis zur heutigen Zeit wird unser Erstaunen immer grösser, wenn wir die bisher gefundene grosse Artenvielfalt und Gigantomanie einorden müssen. Bei neuen Funden entdecken wir neue Arten, gewinnen neue erstaunliche Erkenntisse und lernen auch, das die kurze Existenz der Spezies Mensch in der Natur nur einen Wimperschlag war. Bis vor wenigen Jahren war es undenkbar, das Dinosaurierarten Federn hatten oder wie Chamäleons ihre Körperfabe ändern konnten.

Bis in den 70er Jahre galt der Pteranodon aus Nordamerika mit 1,80 Meter Körperlänge, einem Gewicht von bis zu 20 kg und bis zu 9 Meter (Pteranodon sternbergi) Flügelspannweite als der größte je lebende Flugsaurier aller Zeiten. Schon damals gab es heftige Kontroversen ob eine Flugfähigkeit überhaupt vorhanden war, aber es wurde mit Erstaunen festgestellt, das der Pteranodon ähnliches Flugverhalten wie der Albatross an der See gehabt haben muss. Auch der Pteranodon hatte vermutlich einen langen Startlauf, auch seine Nahrung suchte er an der See und hatte ähnliche Flugfähigkeiten. Ein Meister des Gleitflugs, der den Dynamischen Segelflug beherrschte. Dann entdeckte man 1978 den grösseren Hatzegopteryx.

1971 wurde im texanischen Big-Bend-Nationalpark die Überreste eines derart riesigen Flugsauriers entdeckt, der selbst den gewaltigen Pteranodon im Schatten stellte und schon eher als Drache bezeichnet werden konnte. Die Neuentdeckung wurde nach der mesoamerikanischen Gottheit Quetzalcoatlus genannt und lebte in der Oberkreidezeit vor ca. 60-100 Millionen Jahren. Den Beinamen northropi setzte man deshalb noch dazu, weil in der Betrachtung von oben der Quetzalcoatlus einem Nurflugelflugzeuges des Konstrukteurs John Knudsen Northrop erinnerte.

Quetzalcoatlus
Quetzalcoatlus
Die Flügelspannweite wird auf 11 bis 13 Metern geschätzt, sein Kopf bis zu 2 Meter und sein Hals bis zu 2,6 Meter. Wie auch beim Pteranodon, ermöglichten seine hohlen Knochen ein für seine Größe sehr geringes Gewicht, das man auf 100-120 kg schätzt, andere Forscher vermuten sogar ein noch höheres Gewicht. Auch beim Quetzalcoatlus geht man davon aus, das er vermutlich kein ausdauernder aktiver Flieger war, aber dafür ein Meister im Segelflug, der wie große Vögel die thermischen Luftströmungen ausnutzte und so die Fähigkeit hatte, mit minimalem Energieaufwand stundenlang in der Luft bleiben zu können. Auch hier gab es Diskussionen, ob Quetzalcoatlus bei seiner Grösse und Gewicht überhaupt in der Lage war, aus eigener Kraft vom Boden aus zu starten. Dazu wurde Biomechanische Studien durchgeführt, mit erstaunlichen Ergebnissen. Mike Habib, ein Professor für Biomechanik an Chatham University und Mark Witton, ein britischer Paläontologe, haben 2010 für den Quetzalcoatlus ein Computerprogramm entwickelt, um die Flugfähigkeit zu simulieren. Sie kamen zum Schluss, das der Flugsaurier genügend Kraft hatte sich mit kleinem Vorlauf, gleichzeitig mit den Hinterfüßen und den abgewinkelten Flügeln aus dem Stand in die Luft katapultierte, wie noch einige Fledermausarten, lebte aber dafür eher in der Nähe von Klippen

Es wurden Gleitgeschwindigkeiten von bis zu 80 Meilen pro Stunde (120-130 km/h) errechnet, wahrscheinlich spähte er mit seinen gute Augen nach Beute um sie im Gleit-Sturzflügen knapp über dem Wasser mit seinem Schabel zu schnappen. Er soll Höhen bis zu 15.000 Fuß (4.500 Meter) erreicht haben und konnte sogar, bei sehr guten Windverhältnissen, mehrere Tage in der Luft verweilen. Damit ist der Quetzalcoatlus zur Zeit einer der größten bekannten und flugfähigen Flugsaurier der Erdgeschichte. Weil die Wissenschaftler nicht wissen wie alt die Tiere werden konnten und ob sie voll ausgewachsenes Tier gefunden haben, schließen sie noch grössere Knochenfunde nicht aus. Nur der Hatzegopteryx (Kurzschwanzflugsaurier ) kann mit dem Quetzalcoatlus (Flugsaurier) mithalten.

Bildnachweis:
  • Quetzalcoatlus: wikipedia
  • Quetzalcoatlus: wikipedia

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Schlüsselwörter: Quetzalcoatlus northropi | Flugsaurier | Urzeit | Dinosaurier
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