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Technik: Sonstiges

Leuchtturm von Alexandria

Das Wissen in der Antike

Leuchtturm von Alexandria
Leuchtturm von Alexandria
Der Leuchtturm von Alexandria war eines der sagenhaften sieben Weltwunder der Antike. Mit einer geschätzten Höhe von 120-160 Metern war dies nicht nur der erste überlieferte Leuchtturm, sondern sogar bis ins 20.Jahrhundert der höchste Leuchtturm der je gebaut wurde. Der Koloss von Rhodos soll ebenfalls ein Leuchtfeuer besessen haben, aber mit geschätzten 40 Metern, wenn es ihn gegeben hat, war weitaus kleiner als der Leuchtturm von Alexandria. Man nannte ihn auch auch Pharos von Alexandria weil er in der Nähe der kleinen Halbinsel Pharos nahe der ägyptischen Küste erbaut wurde. Homer hatte den Turm schon in seiner Odyssee erwähnt. Nach den Chroniken soll der griechische König und Troja-Gegner Menelaos auf der Insel gelandet sein und fragte nach dem Namen der Insel. Man antwortete ihm Pera’a, das ist das Altägyptische Wort für Pharao und so wurde daraus Pharos gemacht. Um den Hafen von Alexandria zu schützen, errichtet man eine etwa 1.300 langen Damm, der die Halbinsel mit dem Festland verband, und der Turm selber wurde östlich von Pharos in die Einfahrt des großen Hafens gebaut.

Architekt und Baumeister Sostratos

Bis heute ist noch nicht geklärt ob König Ptolemaios I. Soter, einst General von Alexander des Grossen, den Auftrag dazu gab oder ob sein berühmte Baumeister Sostratos von Knidos den Bau angeregt hatte. Sostratos war nicht nur Architekt sondern auch einflussreicher Kaufmann und geschickter Diplomat, so das man es sich auch gut vorstellen kann, das er den Bau mitfinanzierte. Wenn die Chroniken stimmen soll der Preis für den Bau bei 800 Talenten Silber gelegen haben, was in etwa 21.000 kg entspricht, bei einer Bauzeit von 17-20 Jahre. Für die damalige Zeit kein ungewöhnlicher Preis für solch ein Bauwerk, mancher Palast hatte mehr gekostet. Der Bau wurde erst unter der Herrschaft von Ptolemaios II etwa im Jahre 282 v.Chr. fertig gestellt, andere Quellen nenne das Jahr 279 v.Chr. Als der Leuchtturm fertiggestellt wurde, war es üblich das der Baumeister seinen Namen im Unterhaus des Baues einmeisselte und mit Blei ausgießen ließ. Als dies König Ptolemaios II. hörte, verbot er es, das Sostratos als Baumeister genannt wurde. Stattdessen wurde eine Weiheinschrift zu Ehren seines Vaters, König Ptolemaios I. als Bauherr angebracht. Also wurde eine Feinmörtelschicht aufgetragen und ließ König Ptolemaios I. als Bauherr auftragen. Es wird erzählt, das nach nur wenigen Jahren diese Feinmörtelschicht abfiel und so jeder den Namen Sostratos als Bauherr sehen konnte. Poseidippos von Pella, auch Poseidippos von Kassandra, ein hellenischer Dichter, soll die Einweihung zu Ehren des Gottes Proteus, vermutlich ein Sohn des Gottes Poseidon, so überliefert haben:

…als ich voller Ehrfurcht den Tempel von Karnak und die grosse Pyramide sah...des einst so mächtigen Ägyptens...glaubten mir nur wenige bei meiner Rückkehr auf Samos was ich erzählte…der mächtige Turm von Alexandria muss jeder gesehen haben, um nicht als Erzähler verlacht zu werden… es heisst, das Amperes, Sohn des Poseidon, selber es gefiel wie Sostratos seinen Vater ehrte und ihn unterstützte dieses Werk zu vollbringen…aber das Volk glaubt ja alles was es nicht versteht..

Architektur

Das zur damaligen Zeit sehr hohe Bauwerk bestand aus einer grossen Plattform und zwei Bauabschnitten. Die Plattform, worauf der Turm stand, bestand aus hartem Granit und soll ca. 190 Meter lang und 190 Meter breit gewesen sein. Ausgeschmückt wurde die Plattform mit verschiedenen Götterfiguren seiner Zeit. Der Zugang zum Eingang des Turmes war dabei ein überdachter und in die Höhe gehender Säulenaufgang. Der erste Bauabschnitt hatte eine quadratische Grundfläche von 30 Metern Seitenlänge und wurde aus Kalksteinen bis in einer Höhe von 60 - 70 Metern erbaut, der sich nach oben verjüngte. Vermutlich gab es auch Verkleidungen aus Marmor. Weil man schon in der Antike die Wirkung von Erdbeben auf Gebäude kannte, wurde die schweren Steinblöcke mit Blei als Fugenmaterial verbunden, so das die Struktur sogar eine gewisse Elastizität hatte. In diesem Bauabschnitt aus mehreren Etagen wurden diverse Räume für Arbeiter und Handwerker mit Fenstern gebaut, so das es wie ein Hochhaus eine hohe Stabilität gab. Seitlich brachte man eine grosse Rampe für den Transport von Materialien an, so das sogar Lastenkarren mit Eseln darauf Platz hatten. In der Mitte wurde ein Schacht bis nach oben angebracht, um später durch einen Seilaufzug Materialien aller Art empor zu hieven, da ja die Rampe später nach der Fertigstellung wieder entfernt wurde. Auch hier gab es noch diverse Ausschmückungen, die sich auch später in zweiten Bauabschnitt fortführten. Der erste Bauabschnitt war auch später für den Publikumsverkehr öffentllcht zugänglich. Der zweite Bauabschnitt war architektonisch aufwendiger als der erste Bauabschnitt, den auf dem quaderförmigen Unterbau hier wurde ein Oktogon (Achteck) drauf gesetzt. Die Form eines regelmäßigen Achtecks hatte in der Antike auch eine symbolische Bedeutung für Vollkommenheit und Stabilität. Die Höhe von 30- 40 Metern Metern mit einer Seitenlänge von 10-11 Metern muss imposant gewesen sein. Auch hier gab es verschiedene Räume mit Fenstern. Auf dem zweiten Bauabschnitt wurden dann ein zylinderförmiges 9 Meter hohen Säulenrondell errichtet, worin sich dann die geheimnisvolle Vorrichtung der Leuchtturm-Laternen befand. Zum Schluss wurde dann oben auf eine Statue (vermutlich) des Meeresgottes Poseidon als Schutzpatron errichtet. Die Gesamthöhe ist leider nicht mehr genau feststellbar, aber man geht von einer Mindesthöhe von 120 Metern aus, hält aber auch eine Höhe von bis zu 160 Metern für möglich. Damit könnte der Leuchtturm sogar das höchste Gebäude der damaligen Welt gewesen sein.

Seine Zerstörung

Einige antike Augenzeugen wie Ammianus Marcellinus, ein römischer Historiker, berichtet von eine schweren Erdbeben, das den Turm beschädigte, später gab es weitere Erdbeben, aber anscheinend wurde der Leuchtturm immer wieder instand gesetzt. Ahmad ibn Tulun, der von 868 bis 884 als Sultan in Ägypten regierte, ließ das komplette oberste Geschoss in eine Moschee mit Rundkuppel umbauen, so das vermutlich zu diesem Zeitpunkt es keine Funktion mehr als Leuchtturm gab. Drei Erdbeben in den Jahren 1303, 1323 und 1375 zerstörten den rund Tausend Jahre alten Leuchtturm, wobei die meisten Trümmer später alle weggeschafft und verbaut wurden.

Die geheimnisvolle Lichtquelle

Ein grosses Geheimnis bleibt noch die Lichtquelle, daher nehme ich dieses interessante Thema zum Schluss. Offiziell soll ja ein von Archimedes konstruierter Metallhohlspiegel die hohe Leuchtkraft erzeugt haben, das bis in einer Entfernung von 300 Stadien (56,4 km, 1 Stadion = 188 m) gesehen worden war. Aber hier sehe ich das erste Problem, den der Turm soll zwischen 282 - 279 v.Chr. bereits fertiggestellt gewesen sein. Archimedes von Syrakus wurde aber erst um 287 v. Chr. geboren und verstarb 212 v.Chr., mit hoch betagten 75 Jahren, vermutlich in Syrakus auf Sizilien. Im Jahre 279 v.Chr. wäre er also erst 8 Jahre alt gewesen ! Dann bliebe nur noch die Möglichkeit, das er viele Jahre nach der Fertigstellung diesen Metallhohlspiegel anbringen ließ ? Leider sind nicht alle Quellen gesichert, aber ich fand ein Hinweis von Herophilos von Chalkedon (etwa 330 - 255 v.Chr), ein sehr bedeutender griechischer Arzt seiner Zeit der in Alexandria lebte. Er soll nicht nur 6 Bücher der Medizin verfasst haben, sondern auch historische Gegebenheiten in Alexandria niedergeschrieben haben. Über den Leuchtturm soll er folgendes überliefert haben:

…am Hofe König Ptolemaios II traf ich nach meiner Untersuchung Kallimachos von Kyrene der mich zur Bibliothek (von Alexandria) begleitete…dort trafen wir Zenodotos von Ephesos…wir unterhielten wir uns über den prächtigen neuen Hafenturm und sein Licht das weiter leuchtete was wir je sahen…Kallimachos führte uns in eine kleine Exedra (Nebenraum)und sprach…wahrlich ich sage euch, Athene selber gab das ewige Licht und Poseidon befahl den Bau…Nachts erleuchtet es das Meer wie das Auge von Poseidon, am Tage schläft es…und ich sah alte Schriften mit dem Abbild des Turms…aber ich musste versprechen, nicht zu offenbaren, wer mir das sagte…wahrlich seltsam, denn es brennt jede Nacht ein ganzer Baum und die Scheite (Holz) werden aufgefüllt…damit niemand das Geheimnis versteht...

Ich hatte bereits einen Beitrag über Ewige Lichter geschrieben. Kann es sein, das auch im Leuchtturm von Alexandria ein Ewiges starkes Licht leuchtete und man Holzscheite nur zum Schein verbrannte ? Hatte später Archimedes das Licht mit einem Metallhohlspiegel noch weiter verstärkt ? Griffe auch hier die Götter ein und was bezweckten sie damit. Welche Lichtquelle konnte bei Nacht und Nebel 300 Stadien weit leuchten, reichte dazu herkömmliches Holzfeuer ? Man kann sich nicht immer auf alte Quellen verlassen, doch das wenige was man bisher fand scheint zumindest hypothetisch die Erklärung zu sein, das hier vielleicht eine Art technische Vorrichtung aus dem Arsenal der Götter verbaut wurde ?

Bildnachweis:
  • Leuchtturm von Alexandria: wikipedia

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Schlüsselwörter: Antike | Leuchtturm Alexandria | Leuchtturm | Götter
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