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Sonstiges: Kultur & Religion

Wat Pho in Bangkok

Sehenswürdigkeit in Bangkok

Buddha im Wat Pho
Buddha im Wat Pho
Das Wat Pho, das eigentlich Wat Phra Chetuphon heißen müsste, wird auch als "Tempel des ruhenden Buddhas" bezeichnet und gilt offiziell als die älteste Tempelanlage Bangkoks. Vor dem Bau des heutigen Wat Pho stand hier das Wat Photaram (= Tempel des Boddhis Baumes), daher leitet sich heute noch der Name Wat Pho ab. König Rama I. ließ von 1793 - 1805 die heute bekannte Gesamtanlage auf einer Fläche von 8 a mit zahlreichen Neubauten, Gärten, Grünflächen und durch viele notwendige Restaurierungen vergrößern, und gab der neuen Klosteranlage den Namen Wat Chetuphon (andere Schreibweise ist Wat Jetubon). Ohne Zweifel ist das Wat Pho, neben dem Wat Phra Keo, die zweitwichtigste Sakralbauanlage Bangkoks. Rama I. ließ aber nicht nur ein religiöses Bauwerk entstehen, sondern erweiterte auch deshalb den Klosterbereich so groß, um allen damaligen bekannten Wissenschaften darauf Raum zu geben. Die Klosteranlage wird heute von rund 300 Mönchen bewohnt und unterhält eine im Königreich bekannte Bibliothek mit buddhistischen und wissenschaftlichen Werken.

Insgesamt verfügt die Klosteranlage über 16 Tore, aber es werden in der Regel immer nur zwei geöffnet. Wer in einer Reisegruppe das Wat Pho besichtigt, wird feststellen, dass die Reiseleitung in der Regel den westlichen Eingang nimmt, und direkt die Hauptattraktion der Watanlage, den imposanten liegenden Buddha, besichtigt, wobei es aber interessanter wäre, über den südlichen Eingang, das zweite geöffnete Tor, die Anlage zu erkunden. Riesige furchteinflößende Dämonenfiguren bewachen die großen Haupttore des Wats. Die Klosteranlage verfügt über 4 Viharns, die durch doppelte Umgänge verbunden sind und den heiligen Bot umgeben. In der Nähe des zentralen Bots, auf einer Terrasse, sieht man vier große farbige Chedis. Der grüne stammt von Rama I., der weiße von Rama II., der gelbe von Rama III. und der blaue von Rama IV. Der blaue Chedi, der "Phra Si Sanphet Chedi" erscheint besonders auffällig. Dieser Chedi hat auch eine besondere Geschichte: König Mongkut gab den Chedi in Auftrag, zum Gedenken an seine Frau, Königin Suriuyothai. Es wird überliefert, dass sie sich bei einem Kampf für ihren Gemahl geopfert hätte, so dass sie nach ihrem gewaltsamen Tod einen besonderen Rang unter den Königinnen einnahm. In diesen Übergängen sind insgesamt 394 Buddha-Figuren an den Wänden aufrecht und ergeben ein ideales Fotomotiv. Im Innenhof sieht man an den vier Ecken jeweils einen schönen Prang stehen. Im Zentrum des Innenhofes sieht man den heiligen Bot, der auf eine Marmorplattform gebaut wurde. Bronzelöwen bewachen die Zugänge. Beachtenswert sind die vielen Reliefs am Sockel, die Szenen des Ramakien zeigen aber auch die mächtigen Teakholztüren und die Türwächterfiguren.

Der sehr hohe Innenraum mit seinen massiven Teakholzpfeilern hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Das Wat Pho ist ein reich geschmückter Tempel. Im Innern befinden sich stilvolle Inschriften, Gemälde und etliche Skulpturen. Viele der ältesten buddhistischen Statuen sind indischer Herkunft und zeigen hauptsächlich meditierende Mönche in verschiedenen Haltungen. Sie dienen heute noch den Schülern als Vorbild, welche Meditation-Haltungen möglich sind. Weltberühmt sind auch die Wandmalereien, die unterschiedliche Massagetechniken veranschaulichen, aber auch die Tatsache, das hier im Wat Pho noch immer die alte Wissenschaft des Handlesens ausgeübt wird. Wenn man den Bot in westlicher Richtung verlässt, sieht man bald eine Mauer, vor der ein phallusartiger schwarzer Stein steht, ein sogenannter Lingan. Noch heute wird dieser Stein von Frauen mit unerfüllten Kinderwünschen aufgesucht, da der Lingan Fruchtbarkeit verspricht. Daneben sieht man schon den medizinischen Pavillon.

Der ruhende Buddha

Im westlichen Hof befindet sich die Hauptattraktion des Wat Pho: eine riesige vergoldete Buddha-Statue in liegender Position. Diese imposante Figur dürfte mit 46 Metern Länge und 15 Metern Höhe zu den größten liegenden Buddha-Statuen in Thailand gehören. gebaut wurde sie aus Backstein und Gips und wurde dann außen mit mehreren Schichten Blattgold überzogen, so dass man den Eindruck gewinnt, es könnte sich um eine riesige Bronzestatue handeln, die mit Gold überzogen wurde. Zum 60jährigen Geburtstag Königs Bhumibols hat man 1987 das Blattgold durch etwa 1 Millionen Blättchen komplett erneuert. Dass die riesige Statue so exakt und beengt ins sogenannte Vihara-Gebäude passt, lässt sich leicht erklären. König Rama III. ließ eine neue Vihara um die Statue bauen. Leider ist der Bau aber so klein gewählt, dass man in der heutigen Medienwelt die riesige Figur als Ganzes kaum fotografieren kann. Selbst mit Weitwinkel-Objektiv ist das Fotografieren der ganzen Statue kaum möglich. Trotz der relativen Enge ist der Andrang stets groß. Die Figur zeigt übrigens keinen "schlafenden Buddha", sondern eine liegende Stellung Buddhas wo er im Moment der Erleuchtung ins Nirvana einzieht. Das Gesicht symbolisiert die Ruhe und Sanftheit Buddhas, als er ins Nirvana überging. Das größte Augenmerk sind wohl die riesenhaften Fußsohlen der Buddha-Statue. Die Fußsohlen enthalten detailgetreue Verzierungen. Diese enthalten die 108 Lakshanas - die heiligen Kennzeichen des Erleuchteten. In der Nähe der Buddhastatue sieht man 108 aufgestellte Opferschalen. Es wird gesagt, wirft man eine Münze in eine der Schalen, bringt das Glück. Eine Wechselkasse mit haufenweise 25 Satang-Münzen wird stets von den Besuchern in Anspruch genommen, so dass die Halle durch das dumpfe Geklapper der kleinen Münzen erfüllt wird.

Das College of Traditionell Medicine

Noch heute gilt das Wat Pho als Zentrum der traditionellen Thai Medizin, wozu auch die Thai Massagegehört. Im Wat befindet sich das College of Traditionell Medicine, das zu Weltruhm gelangte. Es ist im östlichen Innenhof. Bis heute gilt das College als der Ursprung der alten Kunst der Thai-Massage. In professionellen Kursen kann man hier die ursprüngliche Thai-Massage erlernen und bis heute haben die hier erlangten Zertifikate einen sehr guten Ruf. Am Ende des Hofes werden preiswerte Massagen, ab etwa 200 Baht, angeboten. Hier befindet sich auch ein Andenkenladen, an dessen Wänden sich Wandmalereien befinden, auf denen auch die Massagepunkte des Körpers abgebildet sind. Weiterhin sieht man hier auch 20 Steinfiguren, an den die beachteten Reflexzonen erläutert werden. Adresse: Jetubon Road, geöffnet von 8.00 Uhr - 17.00 Uhr, Eintritt 20 Baht. Hier befinden sich auch Souvenirstände und vereinzelt sogar Wahrsager, die aus der Hand lesen.

Bildnachweis:
  • Buddha im Wat Pho: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Wat Pho | Tempel | Thaimassage | Bangkok | Thailand
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