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Sonstiges: Kultur & Religion

Wat Traimit in Bangkok

Der goldene Buddha

Wat Traimit
Wat Traimit
Wer einmal in der Nähe von Chinatown ist, sollte es nicht versäumen, einen Abstecher zum Wat Traimit ( auch Wat Traimitr) zu machen, der am Südende von Chinatown zu finden ist. Das unscheinbare Wat Traimit verdankt seine hohe Anziehungskraft und religiöse Verehrung einem Zufall. Folgende Hintergrundgeschichte des Zufalles wird folgendermaßen erzählt:

Die Firma East Asiatic Co. kaufte zwischen 1955-1957 mehre Grundstücke. Auf einem der Grundstücke stand der ältere Choti-naram Tempel, der besser als Wat Phrayakrai bekannt war. Das Wat Phrayakrai wurde während der Regierungszeit von König Rama III (1824-1851) errichtet, aber bereits 1931 wegen Baufälligkeit verlassen. Die East Asiatic Co. wurde dann später beauftragt, den alten baufälligen Wat abzureißen, damit dort später ein neu geplanter Wat (der heutige Wat Thepthidaram) errichtet werden kann. Die Bedingung zum Grundstückserwerb war, dass die Buddha-Statue sorgsam weggeräumt werden müsse, die sich noch im Hauptgebäude des leer geräumten Wat stand.

Die große alte Buddha-Statue war mit einer gealterten dunklen Gipsschicht überzogen. Um sie nicht zu beschädigen, deckte man die Staue mit Decken ab, und vorsichtig wurde die Rückseite des Gebäudes soweit abgerissen, das man die Buddha-Statue mit Hilfe eines Kranes auf einen neben dem Gebäude stehenden Transporter hieven konnte. Danach brachte man die Buddha-Statue zum Wat Traimit und stellte sie zunächst draußen neben dem Hauptgebäude des Wat Traimit. Dort sollte sie so lange stehen bleiben, bis der neue Wat errichtet worden war. Die Buddha-Statue ließ man jedoch unbedacht einige Zeit ungeschützt stehen, so das sie auch den Regengüssen ausgesetzt wurde.

Einige Zeit später besorgte man wieder einen Kran und versuchte damit die Buddha-Statue hochzuheben, um sie zunächst in einem geschützten Lagerhaus zu transportieren und geschützter zwischen zu lagern. Zum Entsetzen aller Beteiligten riss dabei ein Seil und die schwere Statue stürzte um. Dabei wurde sie beschädigt und ein größeres Stück der dicken Gipsschicht brach ab. Durch den vielen Regen wurde vermutlich die Gipsschicht aufgeweicht. Eigentlich ging man davon aus, dass sie im Innern wie die meisten Buddha-Stauen aus einer Bronzelegierung bestand. Zum Vorschein kam aber etwas glänzend schimmerndes, was keine Bronze sein konnte. Daraufhin entfernte man vorsichtig die ganze dicke Gipsschicht. Übrig blieb eine kleinere Buddha-Statue von über 4 Meter Höhe, wobei das Sensationelle daran war, dass die Statue aus fast purem Gold bestand und nicht aus einer üblichen Bronzelegierung. Ihr Gesamtgewicht wurde auf mindestens 5.000 Kilo geschätzt ! Die Herkunft der wertvollen Statue ist bis heute nicht restlos geklärt. Vom Stil her stammt sie aus der Sukhothai-Periode und dürfte deshalb mindestens 700 Jahre alt sein.

Von folgender Theorie geht man aus

Man vermutet, das sie ursprünglich in einem Wat der alten siamesischen Hauptstadt Sukhothai stand, und, bevor die Stadt Sukhothai verfiel, brachte man die Statue zur neuen Hauptstadt Ayuthaya, wo sie etwa 300 Jahre stand. Als die Burmesen 1765 die Hauptstadt Ayuthaya angriffen und belagerten, schützet man zunächst die kostbare Buddha-Statue, indem man sie mir einer dicken Gipsschicht verkleidete und zur weiteren Tarnung mit dunkler Farbe versah. So verbarg man sie unter einer unscheinbare Hülle, damit niemand ihren wirklichen Wert erkannte. Noch bevor das glanzvolle Ayuthaya von den Burmesen umringt werden konnte, gelang es die Buddha-Statue noch frühzeitig und unerkannt nach Bangkok zu transportieren. 1767 wurde schließlich Ayuthaya erobert, geplündert und zerstört, aber immerhin die wertvolle Buddha-Statue rechtzeitig gerettet. Die Wirren des Krieges und die perfekte Verkleidung der Buddha-Statue mögen wohl dazu geführt haben, dass anscheinend vergessen wurde, das man die kostbare Figur gerettet wurde. Wo sie zunächst genau untergebracht wurde, ist bis heute nicht geklärt. König Rama III ließ sie schließlich im Wat Phrayakrai unterbringen. Was danach geschah ist bekannt, wurde anfangs erklärt.

Heute gehört diese Buddha-Statue zu den wertvollsten kulturellen und buddhistischen Kunstschätzen Thailands! Es ist zugleich das größte aus Gold gefertigte Buddha-Abbild der Welt! Wer sich über den aktuellen Goldpreis informiert, kann in etwa abschätzen wie hoch alleine nur der materielle Wert ist. Offizielle wird die Höhe der Buddha-Statue mit 15 foot (Fuss) und 9 Inches (Zoll) und der größte Durchmesser mit 12 Fuss und 5 inches angegeben. 1 Fuss entspricht genau 30,48 cm und 1 inch genau 2,54 cm. Somit beträgt die Höhe 4,80 Meter und der größte Durchmesser 3,78 Meter. Die Sitzhaltung der Statue nennt man Bhumisparsa mara (Berühren der Erde). Die linke Hand liegt mit der Handfläche nach oben im Schoß. Die rechte Hand liegt über dem rechten Knie und die Finger berühren mit den Fingerspitzen den Boden. Diese Handhaltung symbolisiert die Niederlage des Dämonen Mara und die Entschlossenheit Buddhas. Dazu wird folgende Geschichte aus dem Leben Buddhas überliefert:

Als Siddharta sich unter dem Bodhibaum setzte, schloss er seine Augen und wollte in Meditation den Sinn des Lebens ergründen. Doch der böse Dämon Mara, Herrscher über Finsternis und der Illusion, befürchtete, sollte Siddhartha die Erkenntnis erlangen, dass die Menschen keine Furcht vor dem Tod haben bräuchten, würde er seine Macht verlieren, weil die Menschen ihn nicht mehr fürchteten. So wollte er Siddhartha unter allen Umständen davon abhalten, den Sinn des Lebens zu ergründen und zur Erleuchtung zu gelangen. Um die Meditation zu stören, entsandte er eine finstere Armee hässlicher Dämonen, die Feuer und Gift spucken konnten. Als jedoch diese bösartigen Kreaturen Siddhartha ergreifen wollten, verwandelten sie sich in Blumen, ohne Siddhartha berührt zu haben, um ihn in seiner Meditation zu stören. Als der böse Gott Mara dies sah, wurde er wütend und versuchte eine List. So schickte er seine drei Töchter aus dem Totenreich, die die Namen Leidenschaft, Begierde und Vergnügung hatten. Ihre magischen lauten Tänze und ihre Reize sollten die Ruhe der Meditation stören und Siddhartha ablenken. Doch Siddhartha öffnete nur kurz seine Augen, die nun wie Diamanten strahlten, und verwandelte die drei Töchter in hässliche alten Frauen. Daraufhin berührte er mit seinen Fingern den Boden, was bedeutete, dass die Erde nun Zeuge wurde, das er den Herrn des Todes und der Finsternis trotz seiner List und Tücke besiegt hatte. Sie finden den Goldenen Buddha im oberen Teil eines unscheinbaren zweistöckigen Gebäudes im Areal es Wat. Das Wat ist nur tagsüber von 8:30 – 17:00 Uhr geöffnet und liegt am Ende der Yaowarat Road, in der Nähe des Hua-Lamphong-Hauptbahnhofes. Der Eintritt ist frei, aber man erwartet schon eine kleine Spende zum Unterhalt des Wat.

Bildnachweis:
  • Wat Traimit: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Wat Traimit | Tempel | Bangkok | Goldbuddha
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