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Das Foreign Assistance Center schaltet sich ein

Anton Kampfmann (61) kämpft auf den Philippinen um Gerechtigkeit (Teil 2)

Exklusivbericht für OZ24: Fast 10 Jahre unschuldig auf den Philippinen im Knast? Seit 2014 hat Anton Kampfmann wieder etwas Hoffnung bekommen. Das Foreign Assistance Center hat sich seines Falles angenommen. Mit neuem Rechtsanwalt und neuer Hoffnung geht es in die Zukunft. Noch ist nichts entschieden, aber das Ende scheint nahe – so oder so…

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont?

Im vergangenen Jahr (2014) wurde Anton Kampfmann auf das Foreign Assistance Center Philippinen aufmerksam. Dabei handelt es sich um eine Organisation mit Sitz in Quezon City, die Auswanderer und ständig auf den Philippinen lebende Ausländer mit Informationen, Rat und Tat unterstützt. Gegründet und geleitet wird die Organisation von Alfred Lehnert, der mit Nelfa Cabrera-Lehnert, einer hohen philippinischen Polizeibeamtin, die viele Auszeichnungen hat und vom Time-Magazin bereits zur Frau des Jahres gewählt wurde, verheiratet ist.

Zur Gründung der Organisation, die sich auch um viele auf den Philippinen unschuldig inhaftierten Ausländer bemüht, kam es nachdem Alfred Lehnert selbst 18 Monate ohne Anklage unschuldig in Haft gewesen ist, bevor er vom obersten philippinischen Gerichtshof freigesprochen wurde. Damals hat er alles verloren, sein Haus und seine damalige Frau, die sich mit seiner Tochter nach Holland abgesetzt hatte. Lehnert, der mit der F.A.C. inzwischen rund 130 ausländische Gefangene aus philippinischer Haft befreien konnte und dabei auch etliche Prozesse mit seinen Anwälten gewann, machte zur Thematik auch einige internationale Filme, z. B. mit dem WDR, der Deutschen Welle, der BBC und dem Weltspiegel oder dem FOCUS. Einiges davon ist bei YouTube oder auf der Website der F.A.C. (http://www.foreig...enter.com/ >englisch< oder http://www.fac-ph...utsch.com/ >deutsch<) zu sehen.

Anton Kampfmann schreibt, dass sich Alfred Lehnert inzwischen auch seines Falles angenommen hat. Mit Hilfe seines besten Anwalts will er nun Anton Kampfmann helfen und möglichst freibekommen. Gleichzeitig, so Kampfmann, sollen verschiedene Klagen gegen die Ex-Anwältin von Anton Kampfmann eingereicht werden – unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Betrug.

Abschließend schreibt Anton Kampfmann noch in seiner Mail: „Ich könnte ein Buch schreiben über alles was ich hier erlebte, so Gott es mir erlaubt, werde ich es auch tun.“

Der Fall nach Darstellung der F.A.C.

Es muss nach Darstellung von Alfred Lehnert eine schreckliche Zeit für Anton Kampfmann gewesen sein, von dessen Unschuld die F.A.C. überzeugt sein dürfte. Die Organisation übernahm 2014 seinen Fall gratis und Lehnert bestellte einen Strafverteidiger aus der F.A.C.-Kanzlei. Seine bisherige Anwältin wurde, so schreibt Alfred Lehnert, mit sofortiger Wirkung suspendiert und es wurde gegen sie Klage bei der Anwaltskammer und dem Gericht wegen verschiedener krimineller Straftaten eingereicht. Lehnert hatte zuvor selbst erlebt, wie Kampfmanns Anwältin sich während zweier Prozesstage in Szene setzte, ohne das es jemals Erfolg versprach und nur, wie Lehnert meinte, „um mehr Geld abzuzocken, welches von der Hilfsorganisation FAIR TRIALS zur Verfügung gestellt wurde“.

Der Vorwurf gegen Anton Kampfmann lautet auf „Mord, Totschlag und versuchten Mord“, schrieb Lehnert. Wie aber ist Kampfmann, der doch immer wieder beteuert unschuldig zu sein, da hineingeraten?

Die F.A.C., namentlich Alfred Lehnert, geht von folgendem Sachverhalt aus: Die Familie von Kampfmanns Ehefrau hatte ihm und seiner Frau eine Geldsumme von rund 1,2 Millionen Piso (ca. 25.000 Euro, Stand: 20.03.2015) gestohlen und wollte es nicht zurückerstatten. Wie Lehnert schreibt, sind die „Ankläger eine kriminelle Gruppe mit Drogen und Alkohol in Isabelle, vor denen jeder Angst um sein Leben hat“. Bei einem mit der kriminellen Familie befreundeten Staatsanwalt wurde Anton Kampfmann des Mordes, des Totschlages und des versuchten Mordes bezichtigt. Außer diesen reinen Aussagen der kriminellen Familie gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass Kampfmann mit solchen Taten in Verbindung steht.

Somit muss man davon ausgehen, dass durch diese getürkten Anklagepunkte Kampfmann lediglich aus dem Weg geräumt werden sollte, damit die Familie die 1,2 Millionen Piso nicht zurückzahlen muss. Im Übrigen sind die Aussagen der Familie gegen Kampfmann auch nach philippinischem Recht für eine Anklageerhebung unzulässig. Echte und verwertbare Beweise wie DNA-Spuren, ballistischen Untersuchungen, Blutanalysen oder Fingerabdrücke gibt es nicht. Dem befreundeten Staatsanwalt reichten die dubiosen Aussagen seiner Freunde, der Familie von Kampfmanns Ehefrau. Von Polizisten, die ebenfalls zu den Freunden der Familie zählen und somit auch mit der kriminellen Drogenvereinigung liiert sind, wurde Kampfmann in der abgelegenen Provinz Isabelle verhaftet. Anhand der tatsächlichen Umstände war die Festnahme auch nach philippinischem Recht illegal.

Aus Angst vor ihrer kriminellen Familie floh Kampfmanns Ehefrau mit den Kindern nach Deutschland. Auf den Philippinen hätte sie sonst befürchten müssen von ihren eigenen, kriminellen Brüdern umgebracht zu werden.

Bald die letzte Gerichtsverhandlung

„In Kürze“, so berichtet Alfred Lehnert, „ist die letzte Gerichtsverhandlung“. Da das philippinische Justizsystem sehr schwach und vielfach auch korrupt ist, hat Anton Kampfmann große Angst eventuell zu 3mal lebenslanger Haft verurteilt zu werden. Diese Angst ist auch deshalb berechtigt, weil Ausländer auf den Philippinen eigentlich nur auf dem Papier die gleichen Rechte wie die Filipinos haben. Abschließend schrieb Alfred Lehnert: „Doch wir versuchen als Verteidigung die Anklage zu schwächen, in den Kreuzverhören, weil Kampfmann ja keine Zeugen für sich hat, da keine Person den Mut hat, für ihn auszusagen.“

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Schlüsselwörter: Philippinisches Rechtssystem | Quezon City Jail | Foreign Assistance Center | Korruption | Untersuchungshaft
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Kommentare

Adolf
am 24.03.2015 21:54:01 (121.54.32.xxx) Link Kommentar melden
Nachforschungen ergaben, dass deutlich mehr als die Hälfte aller Anklagen gegen Ausländer in den Philippinen fabriziert sind um Geld (von dem reichen Ausländer) für eine Freilassung erpressen zu können.
In den Augen vieler Filipinos sind Ausländer (vor allem weisse) Millionäre.
Adolf
am 24.03.2015 22:16:49 (121.54.32.xxx) Link Kommentar melden
Man muss sich auch nicht wundern über die vielen fabrizierten Anklagen.
Denn der höchste Boss der Immigrations-Behörde in Manila setzte letztes Jahr sogar "Kopfprämien" auf Ausländer aus. Filipinos sollen alle Ausländer melden, die auch nur einen Tag ihr Visa überzogen haben. Das ist ganz klar rechtswidrig und es sind "Hitlermethoden".
Dieser philippinische "Hitler" lies letztes Jahr sogar kleine Kinder von Ausländern ins Gefängnis stecken, weil das Visum überzogen war - das sind traurige Tatsachen.
Adolf
am 25.03.2015 09:28:50 (121.54.44.xxx) Link Kommentar melden
Die Löhne und Gehälter in den Philippinen sind viel zu niedrig, so verdient eine Krankenschwester in der Procinc gerade mal 8500 Peso (nicht mal 200€). Wenn wundert es dann, wenn die Korruption "inzetuös" ist.
asienkenner
am 26.03.2015 04:21:07 (121.54.32.xxx) Link Kommentar melden
Es liegt wohl vieles im argen in den Philippinen, aber eigentlich sollten sie Gesetze die sie bei den Vereinten Nationen unterschreiben auch einhalten.
Ich weiss, dass das nicht der Fall ist. Aber die westlichen Länder aktzeptieren das und zahlen noch fleissig Geld an dieses korrupte Regiem. Allen vorran Deutschland, mit 39 Millionen € Entwicklungshilfe jedes Jahr. Dieses Geld sollte besser im Land bleiben, denn auch in Deutschland gibt es Menschen die Hilfe benötigen.
micha
am 04.04.2015 19:04:59 (121.54.44.xxx) Link Kommentar melden
Vor 4 Wochen habe ich mit einem "Philippinengechädigten" gesprochen, er sagte: Selbst in der heutigen Zeit gibt es die meisten Rechte und Gesetze in den Philippinen nur auf dem Papier. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt ein sehr tiefer Graben.
Das Strafrechtssystem weist gravierende Mängel auf und ist geradezu für illegales Abkassieren ausgelegt. Die Polizei nimmt Verdächtige oft ohne Vorlage eines Haftbefehles fest und verwehrt den Zugang zu Rechtsanwälten. Die ausgedehnte Untersuchungshaft wird genutzt um Verhandlungen über einen "Freikauf" zu führen.
Verschleppungen der Verfahren sind Normalität. Prozesse dauern meist 10 Jahre. Von der letzten Verhandlung bis zur Urteilsverkündung vergehen allzuoft 1, 2 oder mehr Jahre, obwohl "auf dem Papier" steht, dass es nur maximal 90 Tage dauern darf.
Es will mir nicht in den Kopf, dass westliche Länder diese korrupten Machenschaften unterstützen in dem sie grosszügig die Steuergelder der eigenen Bevölkerung für Zahlungen von Entwicklungshilfe u.s.w. verschwenden.
Obwohl in den meisten westlichen Botschaften in Manila bekannt sein dürfte, dass die Gesetze in den Philippinen reihenweise gebrochen werden und viel Geld in privaten Taschen verschwindet, werden die Augen vor der Realität zugedrückt.
micha
am 09.04.2015 05:22:27 (121.54.54.xxx) Link Kommentar melden
En Mann wie Alfred Lehnert sollte vom Aussenministerium unterstützt werden. Er hält den Filipinos den Spiegel vor die Nase und ist dabei Gesetzesänderungen vorzunehmen, damit es aufhört Ausländer einzusperren um "Lösegeld" für eine Freilassung zu erpressen.
Asienkenner
am 13.04.2015 17:52:07 (121.54.54.xxx) Link Kommentar melden
Soeben erreichte mich die Nachricht, dass Alfred Lehnert einen Meilenstein im Kampf um ein gerchteres Justizsystem in den Philippinen setzte. Seine Eingabe zu einer Gesetzesänderung, die Ausländer besser vor Scheinanklagen schützt, wurde vom Kongress angenommen
Ausserdem erfuhr ich, das der "Thron" des höchst korrupten Immigrations-Bosses S. Mison ins Wanken geraten sei. Die vielen Beschwerten über
Mison, die aus aller Welt in den letzten Monaten bei der philippinischen Regierung eingingen, zeigen langsam Wirkung.
Mison den die Medien auch schon als "Hitlers Sohn" bezeichneten, weil er alte Nazi-Methoden wieder aufleben lies, indem er "Kopfprämien" gegen Ausländer einführte die ihr Visum überzogen hatten fiel beim Regierungschef scheinbar in Ungnade. Mison missbrauchte das über 70 Jahre alte Gesetz, um grosse Summen von Ausländern abzukassieren.

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