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Technik: Automobil

Brennstoffzellen-Auto ist die Zukunft

Modell von Toyota geht in Serienproduktion

Toyota Mirai
Toyota Mirai

Während die deutsche Autoindustrie gegenüber asiatischen Herstellern eher noch zögerlich im Bereich Brennstoffzellen-Autos agiert, und zunächst, nach jahrelanger Verzögerung, für die Gegenwart eher mehr Hybrid- und Elektroautos favorisiert, führt Toyota das Rennen um die ersten Marktanteile zu erobern, wenn es um Brennstoffzellen-Autos geht und präsentierte auf der letzten Autoshow in Los Angeles seines neuestes Modell MIRAI, was Zukunft bedeutet.

Das Modell Mirai von Toyota soll die Brennstoffzellen-Technik schneller zum Durchbruch zu verhelfen und marktreif machen, weshalb man die neueste Technik nach 20 Jahren Forschung in dieses obere Mittelklasse-Modell steckte. Toyota spricht selber stolz von einem Wendepunkt für die Automobilmarke Toyota, wenn dieses Auto spätesten im Frühjahr 2016 für den Listenpreis von etwa 57.000 Dollar in den Verkaufshäusern in Japan, den USA und Europa als ersten Serien-Modell weltweit angeboten wird. Alleine für Deutschland plant man eine limitierte Serienproduktion von Hundert Fahrzeugen. Der Verkaufserfolg von Hybrid-Autos soll ebenso auch mit Brennstoffzellen-Autos möglich sein, so die Firmenphilosophie, auch wenn man zugeben muss, so Toyota, das wir an den ersten 1000-2000 Fahrzeugen kein Geld verdienen würde. Damit könnte der Preis ebenso hoch sein wie für das Elektro-Auto Model S von Tesla-Motors.

Die Technik selber ist keine Neuland mehr und BMW ist ein Kooperationspartner von Toyota. Im Mirai wird das explosive Gas in einen Hochdrucktank getankt und in einem 370-Zellen-Stack entsteht aus dem Wasserstoff und dem Sauerstoff der Umgebungsluft die notwendige elektrische Energie und Wasserdampf, die dann die unter dem Laderaum untergebrachten Nickel-Metall-Hydrid-Akku mit Strom versorgen und so den Motor. Toyota verspricht bei einer Tankfüllung von rund 120 Litern eine Reichweite bis zu 500 km und ein Nachtanken würde genauso schnell gehen wie mit Benzin. Vorraussetzung dazu ist aber auch ein entsprechendes Tankstellennetz, das aber noch in den Kinderschuhen steckt. Der Preis für 1 Liter Wasserstoff entspräche zur Zeit noch den wie Superbenzin, aber Prognosen gehe davon aus, das ab 2030, bei einem geschätzten weltweiten Marktanteil von 30%, das ein Liter weniger als 80 Cent je Liter kosten würde. Tomate lang Stückzahlen von 3000 Stück pro Jahr und ab 2020 sollen die Stückzahlen auf 10.000 Stück jedes Jahr steigen. Zeitgleich stellte Honda sein Modell FCV Concept mit 700 km Reichweite ab 2016 vor und Hyandai sein Modell Intrado mit 600 Kilometer Reichweite, das jedoch erst ab 2020 in Serie gehen soll.

Infrastruktur im Aufbau Seid 2014 gibt es in der EU, in Japan und in den USA schon Entwürfe, wie viele weitere Wasserstoff-Tankstellen bis 2030 notwenig wären, wenn der Marktanteil von Brennstoffzellen-Autos tatsächlich über 10% wachsen soll. So errechnete man anhand der Zulassungszahlen in einzelnen Ländern, das alleine in Deutschland, Grossbritanien und Frankreich je 1.000 Tankstellen mit Wasserstoff-Tanks benötigt werden, um die Versorgung flächendeckend sicherzustellen. In den USA geht man von 5.000 aus und in Japan plant man bis zu 300 Tankstellen.

China - der Sonderfall

In China hält man sich bedeckt und zugleich werden Schlüsseltechnologien durch chinesische Produkte übernommen., was auch gegenüber früheren Jahren nicht mehr von ausländischen Herstellern in Lächerliche gezogen wird sondern zukünftig mit Sorge betrachtet wird. Auch im Bereich Brennstoffzellen-Technik rechnet man in einigen Jahren mit einer Riesenüberraschung. Seitdem bekannt ist, das alleine die Firma TESLA in Kooperation mit der chinesischen Firma China Unicom mindestens 400 E-Tankstellen pro Jahr für Elektro-Autos plant, geht der Trend Chinas eindeutig zu umweltfreundlichen Autos. Es gibt bereits gute Kooperation zwischen verschiedenen asiatischen und europäischen Hersteller und China, wobei VW bei Elektro-Autos eine Spitzenstellung in den nächsten Jahren in China einnehmen wird. Die chinesische Regierung plant ehrgeizig schon ab 2020, das bis zu 500.000 Elektro-Autos aus eigener Produktion pro Jahr zugelassen werden und verspricht dies mit 50 Millionen Dollar pro Jahr grosszügig zu subventionieren. Gleichzeitig sollen dafür pro Jahr mindestens 500.000 Benzin-Autos von der Strasse genommen werden, um die immensen Umweltprobleme im Griff zubekommen. Bis 2020 werden in China ca. 150 Millionen Benzin-Fahrzeuge zugelassen sein, das zu einem Kollaps der Umwelt führen kann. Innerhalb von 10 Jahren sollen dazu über 30.000 Ladestationen errichtet werden, dann pro Jahr bis zu 3.000 weitere, und man favorisiert Pläne das in Städten nur noch Elektro-Fahrzeuge zugelassen werden. Zu Thema Brennstoffzellen-Autos plant China ab 2030 eine Jahresproduktion von 5.000.000 Volks-Autos pro Jahr, bei einem Stückpreis unter 20.000 Euro, ohne aber darauf einzugehen, mit welchen ausländischen Kooperationen das bewerkstelligt werden soll.

Wasserstoff wird mittelfristig der Automobilkraftstoff der Zukunft und man darf gespannt sein, ob Toyota und andere Hersteller ihre ehrgeizigen Ziele erreichen, damit unsere Umweit endlich entlastet wird und eine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen minimiert wird. Noch favorisiert man eher Elektroautos, aber Brennstoffzellen-Autos gehören der Zukunft, daher prasst der Name Mirai ganz gut. Hier sollte also Deutschland den rechtzeitigen Trend nicht wieder verpassen wie einst mit dem zu späten Einsteigen in die Hybrid-Technik, was aber nur ohne Lobbyismus möglich ist. Als einziger deutscher Hersteller ist Daimler wohl zur Zeit der innovativste Entwickler in der Automobilbranche.

Bildnachweis:
  • Toyota Mirai: wikipedia

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Schlüsselwörter: Brennstoffzelle | Toyota | Technologie | Energie der Zukunft | Autoindustrie
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