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Wissenschaft: Weltraum

Ganymed - ein Mond mit einem Ozean

Der grösste Mond im Sonnensystem

Ganymed
Ganymed
[Wenn man die jüngsten Erkenntnisse über Ganymed betrachtet, so hat man eher den Eindruck, das Ganymed weniger ein Mond als ein Planet sein könnte, ein Planet der eine anderen Planeten umkreist. Wilfried Stevens 2015

Der Planet Jupiter besitzt insgesamt vier große Monde, wobei der dritte Mond Ganymed mit einem Durchmesser von 5262 km nicht nur der größte Mond des Planeten Jupiter, sondern sogar auch der grösste Mond im bekannten Sonnensystem ist. Er übertrifft sogar den kleinsten Planeten im Sonnensystem, den Planeten Merkur, der nur einen Durchmesser von 4880 km hat.

Die Entdeckung von Ganymed wird dem italienischen Astronom und Gelehrten Galileo Galilei zugeschrieben, der im Jahre 1610 mit seinem, für heutige Maßstäbe, einfachem Fernrohr auf den Jupiter richtete und die vier großen und hellen Monde Europa, Io, Ganymed und Kallisto entdeckte. Aus diesem Grund wurden die Trabanten des Jupiters auch lange als die Galileischen Monde bezeichnet. Weniger bekannt ist es, das der deutsche Astronom Simon Marius ein Tag vor Galileo Galilei die vier Monde entdeckt haben soll und sie Brandenburgische Gestirne nennen wollte. Bis heute bleibt es eine historische Kontroverse, persönlich schließe ich weder das eine noch das andere aus. Lange Zeit wurden alle Monde also als Galileischen Monde bezeichnet oder nach römischen Ziffern benannt, so hieß der dritte Mond lange Zeit nur Jupitermond III. Der deutsche Astronom Johannes Kepler, der Simon Marius als erster Entdecker anerkannte, schlug schon 1613 ihre heutigen Namen Europa, Io, Ganymed und Kallisto vor, doch erst im 20.Jahrhundert bekamen alle Jupiter-Monde ihren Namen aus der griechischen Mythologie, so wie wir sie heute kennen.

Kurze Daten des Mondes

Das Alter wird auf etwa 3 bis 3,5 Milliarden Jahren geschätzt, somit wäre Ganymed ebenso alt wie unser Erdmond. Ganymed umkreist den Planeten Jupiter in einem Abstand von rund 1.070.000 km und in 7,1Tagen, dabei rotiert er einmal um die eigene Achse. Auf der gigantische Eisschicht der Oberfläche gibt es eine grosse Anzahl an flachen Einschlagskratern, vielen Gräben und Verwerfungen. Es gibt tektonische Aktivitäten und es wurden auch zwei kontinentalen Platten nachgewiesen, die sich unabhängig voneinander bewegen. Die Oberflächentemperatur beträgt zwischen Minus 70 - 150 Grad. Die Bahnbewegung weist kleine Anomalien im Schwerefeld auf, so das man vermutet, das dies durch größeren Mengen eingeschlossener Gesteine im Eismantel erzeugt wird. Weiterhin wurde die Existenz einer Atmosphäre zuletzt 1997 mit dem Hubble-Weltraumteleskop bestätigt. Mit Begeisterung konnten die Forscher das Vorhandensein einer extrem dünnen Atmosphäre mit Sauerstoff nachweisen. Dieser Sauerstoff entsteht durch die Einwirkung der Sonnenstrahlung auf die Eiskruste, wobei das Wassereis in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten wird. Während der flüchtige Wasserstoff in den Weltraum entweicht, wird der wasserreichere Sauerstoff durch die Gravitation festgehalten.

Magnetfeld ähnlich wie auf Erde

Aussergewöhnlich ist ein eigenes Magnetfeldes auf Ganymed, damit verfügt dieser Jupiter-Mond als einziger Mond im gesamten Sonnensystem über ein Magnetfeld, das es sonst nur auf der Erde und dem Merkur gibt. Auch konnte der Effekt von Polarlichtern wie auf der Erde nachgewiesen werden, auch wenn dieses eher durch das kräftige Magnefeld des nahen Jupiters nur flackern. Insgesamt ist das Magnetfeld geringer als auf der Erde aber grösser als auf Merkur. Es kann auch nicht ausgeschlossenen werden, das der Kern noch flüssig ist.

Innerer Aufbau wie ein Sandwich

Nachdem man die Daten der Raumsonde Galileo auswerten konnte, stellte man mit Erstaunen fest, das der Aufbau des Mondes aus einem Schalenaufbau aus vier Schichten besteht:

1.Schicht besteht aus einem kleinen Eisen- oder Eisensulfit-Kern

2.Schicht besteht aus silikatischem Gestein

3.Schicht ist eine dicke Schicht aus Wasser (Ozean)

4.Schicht ist eine äußerst harte Eiskruste

Der metallische Kern ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass Ganymed in seiner Entstehungszeit im Innern höhere Temperaturen aufwies.

Extraterrestrischer Ozean auf Ganymed

Nach den jüngsten Beobachtung und Erforschungen, hat man nachgewiesen, dass sich unter der Eisoberfläche ein leicht salzhaltiger Ozean befinden muss, der auch als Extraterrestrischer Ozean bezeichnet wird. Die Größenordnung ist dabei gigantisch, denn es sollen Tiefen von bis zu 100 km existieren und warme Temperaturen. Auf dem Nachbar-Mond Europa vermutet man ebenfalls einen rund 100 km tiefen extraterrestrischen Ozean. Dadurch wird erstmals die Existenz ausserirdischer Lebensformen NICHT mehr ausgeschlossen !

Schlusswort

Ein Mond mit vielen Eigenschaften eines Planeten, so das ich kühn als Nicht-Wissenschaftler behaupte, das es auch Planeten gibt, die andere Planeten umkreisen, und das es auch Monde gibt, die andere Monde umkreisen, es ist nur eine andere Betrachtungsweise...

Bildnachweis:
  • Ganymed: wikipedia

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Schlüsselwörter: Ganymed | Monde | Jupiter | Sonnensystem | ausserirdisch
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Kommentare

Alex Mais
am 23.03.2015 20:19:52 (87.156.86.xxx) Link Kommentar melden
Die Aussage „Der Planet Jupiter besitzt insgesamt vier Monde…“ im Artikel ist falsch. Insgesamt besitzt Jupiter nach heutigem Stand 67 Monde (vgl. http://de.wikiped...pitermonde).

Die von Wilfried Stevens genannten Monde „Europa, Io, Ganymed und Kallisto“ sind die vier sogenannten Galileischen Monde. Diese Benennung erfolgte in Ehren an Galileo Galilei, der sie als erster beschrieben haben soll (vgl. http://de.wikiped...sche_Monde).

Sie sind auch die größten und einzigen mit Durchmessern im vierstelligen Kilometerbereich, was ihre frühe Entdeckung erklärt. Von den übrigen Jupitermonden haben die meisten einen Durchmesser von unter 10 Kilometern.

Zum Vergleich: Die beiden Marsmonde haben ebenfalls nur geringe Durchmesser von knapp 28 Kilometern bzw. 15 Kilometern…
Wilfried Stevens
am 24.03.2015 07:35:06 (31.186.238.xxx) Link Kommentar melden
Vielen Dank für die Korrektur Alex.

War leider ein vergessenes Wort sollte heißen:"...Der Planet Jupiter besitzt insgesamt vier grosse Monde.." - sorry...

Hatte ja geschrieben "Aus diesem Grund wurden die Trabanten des Jupiters auch lange als die Galileischen Monde bezeichnet. "

Der deutsche Astronom Simon Marius wird sie wohl vorher oder im selben Zeitraum entdeckt haben...

Über die Größe oder was ist ein Mond gibt es sogar bei der NASA Kontroversen, aber zur Zeit sind selbst Mini-Monde technisch gesehen noch ein Mond.

Finde es schön, das hier ab und zu wieder ein Kommentar erscheint !
OZ24
am 24.03.2015 12:00:03 (217.68.173.xxx) Link Kommentar melden
Ich hab es mal geändert
Wilfried Stevens
am 24.03.2015 13:35:30 (31.186.238.xxx) Link Kommentar melden
Danke schön !

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