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Medien: Buch

Die Harphe - Eine satyrische Weltenbeschau

Ein Buch von Wolfgang M. Lehner

Titelbild/Buchcover
Titelbild/Buchcover
Was mich besonders beim Lesen gestört hat ist einerseits die für das Buch gewählte Schrift (sieht nach Script MT Bold aus) im Schreibstil und das andererseits auch noch ohne Blocksatz. Zudem sind keine Trennungen vorhanden, was an den Zeilenenden schon mal zu extrem langen Lücken führt. Das war äußerst gewöhnungsbedürftig und es ist schon sehr fraglich, ob ich mir das noch einmal antun würde. In Punkto Rechtschreibung wird permanent (außer bei den „Sinnsprüchen“, die ja Zitate sind) anstelle von „ss“ ein „ß“ verwendet. Anders herum wäre es nachvollziehbar, wenn jemand noch alte Hardware oder Programme benutzt, die kein „ß“ besitzen oder darstellen können. In will diesen schaurigen Unsinn mal anhand nachfolgender Beispiele verdeutlichen:

Beßer (besser), wißen/Wißen (wissen/Wissen), daß (dass), muß (muss), gelaßen (gelassen), beschloßen (beschlossen), Gewißheit (Gewissheit), Tausendsaßa (Tausendsassa), gerißen (gerissen), mißachten (missachten), Genuß (Genuss), usw. … Dadurch sind im Buch jede Menge Rechtschreibfehler – und dies nicht erst seit der Rechtschreibereform. Ein Fakt, mit dem sich der Autor und insbesondere der Verlag keinen Gefallen getan haben.

In seiner Art Vorwort schreibt der Autor ein paar wenige Zeilen „Zum Schutz der Jugend im Besonderen und der Einfältigen im Allgemeinen“. Es könnte Personen geben – gemeint sind hier neben der Jugend solche mit einem IQ von weniger als 125, wie der Autor schreibt – die durch die Lektüre geschädigt werden könnten. Dem stimme ich voll und ganz zu – aber aus anderen Gründen als der Autor. Kinder und Jugendliche tun sich mit der deutschen Rechtschreibung ehe schwer genug. Da braucht man solche Bücher mit solch katastrophaler Rechtschreibung sicher nicht noch zusätzlich.

Soweit dazu. Worüber aber handelt das Buch nun eigentlich? Es handelt von mehr oder weniger Alltagsgeschichten, meist vom Autor nach eigener Darstellung erlebt, manchmal aber auch von Gedankengängen zu gelesenem oder Erlebten. Alles bis aufs „geht nicht mehr“ ausgeschmückt und umständlich beschrieben, so dass es umständlicher meistens gar nicht mehr geht. Da wäre sicherlich oft weniger mehr gewesen – nach dem (auch) schriftstellerischem Motto „Weniger ist mehr“ und „In der Kürze liegt die Würze“.

Anhand langatmiger Formulierungen in manch unsinniger Episode kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der Text nahezu vergewaltigt in die Länge gezogen wurde um ein Buchmanuskript seitenmäßig zu erreichen. Und auch der Verlag tut sein Bestes dazu indem er jede neue Story auf einer neuen Seite beginnen lässt. Dies selbst dann, wenn die vorhergehende Episode mit nur zwei Zeilen auf der Vorseite endet (z. B. Seite 15, Seite 51) und somit mitten im Text fast leere Buchseiten stehen, die Umfang und Preis in die Höhe treiben.

In den einzelnen Geschichten wird permanent und ausschließlich über alles und jedes gelästert. Sei es um Frauenparkplätze oder diverse Internetseiten wie solche über „Reborn Babys“. Da wird der Unmut über einen Ladenbesitzer in unendlich langen Wortkombinationen dargetan, der den Autor mal zu lange warten ließ. Trotz des eigentlich bisher guten Verhältnisses ist es doch klar, dass man dort nicht weiter Kunde ist. Wohl alles nach dem Motto „Alles Meier – oder was“ – oder wie hieß dieser Werbespruch noch gleich?

Das vorliegende Büchlein ist der „Band 1“. Das bedeutet offensichtlich, dass es irgendwann mal mindestens einen Folgeband geben soll. Aber den muss man sich dann sicher nicht auch noch antun…

Wolfgang M. Lehner: „Die Harphe“; Eine satyrische Weltenbeschau. Band 1, 127 Seiten, ISBN 978-3-86870-653-6, Re Di Roma-Verlag, Remscheid 2014, Preis: 12,95 €.

Bildnachweis:
  • Titelbild/Buchcover: Pressefoto

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Schlüsselwörter: Rechtschreibung mangelhaft | umständlich formuliert | schwer lesbar
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