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Wissenschaft: Sonstiges

Das legendäre Oreichalkos gab es wirklich

Geheimnisse der Antike I

Oreichalkos Barren
Oreichalkos Barren
Als Oreichalkos (auch Orichalcum) bezeichneten die alten Griechen eine besondere Messing-Legierung, die aus 75-80% Kupfer, 15-20% Zink und kleinen Mengen von Nickel, Blei und Eisen bestand. Wenn man die altgriechischen Chroniken folgt, soll der mythische griechisch-phönizische König Kadmos diese Legierung erfunden haben. Erst im letztes Jahr 2014 wurde in nur 3 Meter Tiefe und 300m von der Hafeneinfahrt der Stadt Gela, im Süden von Sizilien, entfernt, ein rund 2600 Jahre altes Schiffswrack gefunden, das eine sensationellen Fund transportiert hatte. Insgesamt wurden 39 Barren eines gelblichen Metalls gefunden, das sich nur um die Legierung Oreichalkos handeln kann. Eine durchgeführte Röntgenfluoreszenzanalyse bestätigte die ungewöhnliche Zusammensetzung, das dem Messing ähnelt, denn nichts anderes ist Oreichalkos.

Kadmos der Erfinder Kadmos ist eine legendäre Person, und nach der griechischen Mythologie war er Sohn des phönizischen Königs Agenor von Tyros und Königin Telephassa, die göttliche Ursprung gewesen sein soll, aber Zeus ihr die Gabe nahm unsterblich zu bleiben. Nach vielen Abenteuern soll ihm Apollon durch ein Orakel befohlen haben, an einer bestimmten Stelle in Oberägypten die Stadt Kadmeia zu gründen, woraus später Theben (auch Thebai) wurde. Durch die treue Verbindung zu den Göttern schenkte man ihm göttliche Geschenke mit seltsamen Eigenschaften, die der göttliche Schmied Hephaistos für ihn anfertigte. Dieser soll ihm auch die Kunst des Metalls und des Schmiedens gezeigt haben, darunter ein Eisen das niemals brach und das Herstellen des goldfarbenen Oreichalkos, so berichten es die alten Schriften.

Oreichalkos in der Antike

In Göttersagen, Legenden und Mythen wird immer wieder über Oreichalkos geschrieben. Im von Hesiod zugeschriebenen Epyllion Schild des Herakles, wird erzählt, das Herakles, auch als Herkules bekannt, das Teile seiner Kampfausrüstung aus dieser Metalllegierung bestanden haben soll. So gibt es die Geschichte, als Zeus Herkules mit einem Blitz bestrafen wollte, das der Blitz von seine Beinschienen aus, die aus Oreichalkos befanden, den Blitz im Boden versinken ließen und Herkules unbeschadet davon kam. Mindestens so interessant sind die Beschreibungen im von Platon verfasstem Werk Kritias. Er beschreibt es als der Sonne gleich feuriges schimmerndes Metall. Die Bewohner des legendären Atlantis, die jenseits wohnten wo sich alle Meere vereinigen würden, hätten Oreichalkos wegen seinen Eigenschaften und Aussehen sehr geschätzt. So sollen auch der königliche Tempel und die Königsburg von Atlantis zum Teil mit dieser Metall-Legierung überzogen worden sein, war es doch dem Gold so ähnlich. Strabon, ein berühmter griechische Geograph und Geschichtenschreiber, soll geschrieben haben: Nah bei Andeira sah ich eine seltsame Metallmischung, die man hier Oreichalkos nennt.. So findet man weitere Hinweise in unterschiedlichen Texten der Antike dazu, so dass man davon ausgehen kann, das in der Antike auch ein reger Handel mit Oreichalkos von Griechenland bis Ägypten stattfand. Selbst die Römer übernahmen dieses Legierung und nannten sie Aurichalcum. Aurichalcum kommt vom lateinischen Amrum (Gold) und vom Griechischen Cuprum (Kupfer), frei übersetz also vergoldetes Kupfer.

Alchemie im Mittelalter

In der mittelalterlichen Alchemie wurde das Orichalkum als geheimnisvoll und mit übernatürlichen Kräften ausgestattet bezeichnet, das über arabische Kaufmänner nach Europa gelangte, und soll bei zahlreichen Experimente Verwendung gefunden haben, um weitere Messing-Legierungen unterschiedlicher Eigenschaften anzufertigen. Geschichten, das Messing als Leiter für Blitze oder elektrische Versuche Verwendung fand, gibt es vereinzelt, sind aber leider nicht nachweisbar. Schwarze Schafe der Allchemie wurden oft des Betruges überführt, die den Leuten das Oreichalkos als magisches Gold verkaufen wollten, doch die meisten wurden überführt und dem Henke rübergeben, wenn sie nicht vorher vom Pöbel erschlagen wurden.

Nachdem man das Wrack mit dem ungewöhnliche Fund gefunden hatte, war und ist die Fachwelt mehr als verblüfft, das diese legendäre Legierung doch schon vor 2.600 Jahren gegeben hat, und wahrscheinlich schon seid der Gründung Thebens bekannt war, was bedeutet, das man seid mindestens über 4.000 Jahren Handel mit Oreichalkos unternahm. So werden Legenden wahr...

Bildnachweis:
  • Oreichalkos Barren: Superintendent of the Sea Office, Sicily

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Schlüsselwörter: König Kadmos | Oreichalkos | Antike | altes Griechenland | Atlantis
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