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Wissenschaft: Sonstiges

12.000 Jahre altes Skelett in Mexiko gefunden

Die Besiedlung Südamerikas began schon viel früher

Die Theorie, das der Homo sapiens etwa vor 15.000 Jahren begonnen haben soll, durch Wanderungen die Welt zu besiedeln, und die ersten Menschen erst etwa 6000 v.Chr. Südamerika entdeckt und besiedelt haben sollen (Beringstrasse-Theorie), wurde bereits durch die in Chile und Peru entdeckten über 5.000 Jahre alten Stadtsiedlungen widerlegt, so das man diese Theorie soweit korrigierte, das man annimmt, das die Besiedlung Südamerikas schon vor 10.000 Jahren begonnen haben muss. Die Ruinen von El Paraiso, Salinas de Chao und Sechín Banjo in Peru, um nur einige zu nennen, wurden ja bereits zwischen 3.200 - 3.000 v.Chr. besiedelt, daher favorisiert man, um die Stadtsiedlungen in Südamerika erklären zu können, nun eher die Küsten-Theorie, die davon ausgeht, das Küsten-Seefahrer bereits vor 15.000 bis 13.500 Jahren (wahrscheinlich) von Japan und Südostsibirien her kommend, entlang der eisfreien Küsten schließlich den gesamten Kontinent bis nach Feuerland befuhren und besiedelten. Unter der Berücksichtigung, das zu dieser Zeit der Meeresspiegel wesentlich tiefer lag als heute, schließ man nicht aus, weitere noch ältere Siedlungen unter Wasser zu finden. In Monte Verde (Südchile) fand aber auch schon 30.000 Jahre verkohltes Holz mit menschliche Spuren, so das sogar die Küsten-Theorie bald ebenfalls offiziell korrigiert werden müsste.

Naia ist mindestes 12.00 Jahre alt

Der bedeutsame Fund eines über 12.000 Jahre altes Skelettes auf Yucatan scheint dies felsenfest zu belegen, das die Besiedlung Südamerikas mindestens 10.000 v.Chr. erfolgte. Im Jahr 2007 wurde in der Hoyo-Negro-Höhle, einer Unterwasser-Höhle auf der Halbinsel Yucatan, Tierknochen und das Skelett einer jungen Frau gefunden. Die Hoyo-Negro-Höhle gehört zum Sac-Actun-Höhlensystem. Auch fand man fossile Tierknochen längst ausgestorbener Tierarten wie vom Säbelzahnkatze, Ur-Elefant, vom Riesenfaultier, dem Riesengürteltier (Pampatherii) und weitere Arten aus der Zeit des Holozän.

Das vollständig gehaltene menschliches Skelett gehörte zu einer kleinen Frau, dessen Alter man auf etwa 15 oder 16 Jahre alt schätzt. Liebevoll gab man ihr den Namen Naia, was im Griechischen Wassernymphe bedeutet. Wissenschaftler schätzen das Alter auf mindestens 12.000 Jahre, vermutlich ist das Skelett sogar 20.000 - 26.000 Jahre alt. Den Schädel identifizierte man als eine typischen der Paläoamerikaner: Er ist lang und hoch und hat eine stark betonte Stirnpartie. Damit unterscheidet sich der Schädelaufbau deutlich gegenüber den heutigen Nachkommen der Ureinwohner Amerikas. Es wird vermutet, warum das Skelett und die viele Tierknochen in der Höhle lagen, das vor etwa 26.000 bis 20.000 Jahren, in der Eiszeit, die Landschaft mit Eisgletschern überzogen war, und ein offenes Loch zur Höhle der jungen Frau und vielen Tieren zum Verhängnis wurde und sie in die Tiefe stürzten. Als vor etwa 10.000 Jahren die Gletscher abschmolzen, hat sich die Höhle mit Wasser gefüllt, Teile der Höhle stürzten ein und spülten viele Knochenreste an jenen Teil der Höhle wo man sie in jüngster Zeit fand. Das man das Skelett in einem noch so guten Zustand fand, ist ein Glücksfall. So schliesst man heute nicht mehr aus, das die Besiedlung Südamerikas schon vor 26.000 Jahren erfolgt sein könnte.

Eine Kontroverse unter Wissenschaftler bleibt das Rätsel, das die wenigen Knochen- und Schädelfunde aus dieser Zeit sehr unterschiedliche anatomische Merkmale gegenüber den modernen Indianer aufweisen. So geht man davon aus, das es mindestens zwei Besiedlungswellen gab, wobei Naia aus dem asiatischen-sibirischen Raum stammen müsste. Die Geschichte über die Besiedlung Amerikas bleibt also eine spannende Geschichte, die bereits mehrmals korrigiert werden musste.

Bildnachweis:
  • Schädel von Naia: Photograph: Paul Nicklen/National Geographic

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Schlüsselwörter: Südamerika | Besiedlung | Seefahrer | Hoyo-Negro-Höhle | Yucatan
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