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Technik: Schifffahrt

Der Nicaragua-Kanal

Chinesen bauen neue Schiffspassage

Mögliche Kanalrouten in Rot
Mögliche Kanalrouten in Rot
Nachdem der durch Thailand geplante führende Kra-Kanal aus politischen und finanziellen Gründen noch nicht in naher Zukunft durchführbar ist, plant ein chinesisches Unternehmen einen neuen modernen Schifffahrtskanal durch Nicaragua, um den Altlantik mit dem Pazifik zu verbinden, nur ca. 300 km vom bestehendem Panama-Kanal entfernt.

Schon 1850 unterzeichneten die USA und Großbritannien, ohne ein Mitbestimmungsrecht Nicaraguas, den Clayton-Bulwer-Vertrag. In diesem Vertrag, räumten sich beide Staaten das gegenseitige Recht ein, den Bau eines Schiffahrtskanals durch Nicaragua. 1858 beauftragten die Nicaraguaner den Franzosen Félix Belly mit dem Kanalbau, aber die USA sendeten als Druckmittel Kanonenboote, um einen Vertrag zu ihren Gunsten abzuschliessen. Doch am Ende entschloss sich sich die Investorengruppe für den Kanalbau durch Panama, was nicht zuletzt auch damit zusammen hing, weil die Investoren aus den USA ab 1850 den Bau einer Panama-Eisenbahn begonnen hatten. Seit 1999 gibt es das Regierungs-Projekt El Gran Canal, aber erst im Jahr 2009 gab es die ersten ernsthaften Verhandlungen mir der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, um die Finanzierung abzusichern, ohne das aber ein absehbares Ergebnis daraus resultierte. Inzwischen gab es auch verschiedene andere Konzession-Planungen, wobei zum Schluss die Nationalversammlung die Konzession für den Bau des Kanals an ein Konsortium aus Hongkong vergab, an die HKND Group, die eigens für das Projekt seit 2014 eine eigene Webseite hat.

Projektpartner & Deutschland ?

Auf der Webseite der HKND Group kann man auch ersehen, das u.a. Belgien und Australien zu den Projektpartner gehören. Deutschland und die USA scheinen hier viel zu spät eingestiegen zu sein, und in Deutschland erhofft man sich Aufträge im Bereich Energiegewinnung und Turbinenbau. Russland scheint schon weiter zu sein, das dieses Projekt auch traditionsgemäß politisch unterstützt und Ausrüstungen und Baumaterial liefern will. Ebenso bietet Russland wie auch China die zukünftige Präsenz von Militär zum Schutz des Kanalbaus an. Man darf gespannt sein, aber die Chinesen werden sich die passenden Investoren aus Europa und den USA schon raussuchen.

Baukosten & Planung

Die derzeitigen geplanten Baukosten von rund 40 Milliarden US-Dollar sind so geplant, das der Staat Nicaragua mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer bleibt, während die HKND Group die restlichen 49 Prozent der Anteile übernimmt. Zum Grossprpjekt gehört nicht nur der Kanal mit zwei Häfen, modernster Infrastruktur, Logistik und Strassen-Verkehrsanbindung, sondern auch eine Eisenbahnverbindung, eine Pipeline und sogar ein Flughafen. Startschuss für dieses Grossprojekt erfolgte bereits im Dezember 2014 und mit einer geplanten Bauzeit von 5 Jahren, soll der Kanal im Jahre 2020 offiziell eröffnet werden. Die HKND Group hat dabei einen Vertrag ausgehandelt, der den Chinesen erlaubt, den den Kanal bis zu 100 Jahre zu betreiben, was von Kritikern als eine Einschränkung der Souveränität Nicaraguas angesehen wird. Im Vertrag sind die Betreiberrecht für 50 Jahre gesichert, die um weitere 50 Jahre verlängert werden können. Ebenso kritisiert man mögliche Enteignung von Grund und Boden, ebenso eine Umsiedlung von rund 30.000 Menschen, aber die Regierung verhandelt mit vielen Bauern, Landbesitzern und den Einwohnern, um diese finanziell zu entschädigen, auch um damit die bisherigen Demonstrationen gegen den Kanal beruhigen zu können. Dafür gibt es sogar einen speziellen eingeplanten Found der HKND Group. Eventuelle Umweltschäden, die man befürchtete, will man in einem Gutachten noch dieses Jahr behandeln, aber der Baubeginn ist nicht mehr aufzuhalten. Aber auf der anderen Seite soll die Mehrzahl der Nicaraguaner den Bau des Kanals gut heißen, kommt doch so Kapital ins Land und schafft Zehntausende Arbeitsplätze. Die Chinesen sprechen sogar von über 200.000 Arbeistplätzen.

Der Kanal hat eine geplante Streckenführung von 278 Kilometern Länge und eine Breite von 230 und 30 Metern Tiefe. Damit übertrifft man mit diesen Dimensionen den Panama-Kanal bei weitem und ist auch grösser als der Suez-Kanal. Besonders für die heutigen riesigen Container-Schiffe werden davon profitieren, die in ihren Dimensionen immer größer werden. So hat das derzeit grösste Containerschiff der Welt, die CSCL Globe die Maße von run 400 Meter Länge 58,60 Meter Breite, ist damit auch grösser als ein Flugzeugträger und gehört zur Triple-E-Klasse in der Cointainerschiffs-Klasse. Aber auch die Kreuzfahrtschiffe werden immer grösser, so hat das Kreuzfahrtschiff wie Allure of the Seas die Maße von 360 Meter Länge und 60 Meter Breite. Für all dieses Superschiffe ist der Nicaragua-Kanal gut vorbereitet.

Es wird nicht ausgeschlossen, das an der HKND Group auch der chinesische Staat beteiligt ist, und in Europa stellt man mit Erstaunen fest, das die Vereinigten Staaten die geostrategische Lage eines neuen Kanals bisher wort- und tatenlos hingenommen hat, und dadurch Chinas wirtschaftliche Position ab 2020 den veralteten Pananma-Kanal zu einem zweitklassigen Durchfahrtsweg machen könnte. China kann mit dem Kanal auch seine Expansion in Lateinamerika und dne Rohstofftransport aus dieser Region ausweiten. Auf der anderen Seite gehört aber u.a.

Aber zusammen genommen entsteht hier schon ein neues technisches Wunderwerk des 21. Jahrhunderts.

Bildnachweis:
  • Mögliche Kanalrouten in Rot: wikipedia

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Schlüsselwörter: Nicaragua-Kanal | Nicaragua | Schiffspassage | Kanal für Schiffe
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