Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Bambus - eine vielseitige Pflanze

Nützliche Pflanzen der Zukunft I

Bambusa oldhamii
Bambusa oldhamii
Bambus gehört zur Pflanzenfamilie der Süssgräser, und ist inzwischen weltbekannt, sei es als schöne Zierpflanze in verschiedenen Variationen oder als Gemüse in unterschiedlichen asiatischen Gerichten sowie weiteren Anwendungen, die in Europa noch nicht vollständig verwertet werden. Es ist eine Pflanzenart mit so vielen Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten, das es in der Zukunft auch in Europa eine noch grössere Bedeutung einnehmen wird. Die überaus grosse Vielseitigkeit von Bambus, die in China schon seid über 3.000 Jahren bekannt ist, wo ca. 500 Bambusarten und Unterarten gedeihen und kultiviert werden, gibt einer ganzen Bambus-Industrie mit 5,4 Millionen Hektaren Bambusanbaufläche, 35 Millionen Arbeitnehmern und einen Gewinn von rund 8 Milliarden Euro eine sichere Zukunft.

In ganz Asien soll es um 1.000 Bambusarten und Unterarten geben, weitere gibt es u.a. in Südamerika, Australien und Europa. Diese aussergewöhnliche Pflanze kann, je nach Art, bis zu 1 Meter innerhalb von 24 Stunden wachsen und die grössten Arten erreichen innerhalb von 40 bis 50 Tagen eine Höhe von über 20 Metern. Bambus verbreitet sich durch seine weit in den Boden reichende Rhizome, aus denen neue Triebe wachsen und dann durch die Oberfläche brechen, manche Arten haben aber auch Samen zur Verbreitung. Eine so schnell nachwachsende Nutzpflanze, die, bei guten Bedingungen sogar ohne Bekämpfungsmittel und Kunstdünger zu ernten ist. Dabei bindet Bambus auch noch grosse Mengen Kohlendioxid und gilt deshalb sogar als CO2-Speicher.

Bambus als Lebensmittel

In vielen asiatischen Ländern ist es schon lange Tradition, das man die jungen Bambus-Schösslinge in unterschiedlichsten Rezepten als Beilage oder Gemüse verwendet. Bei uns sind eher nur die Bambussprossen bekannt, doch langsam schätzt man Bambus. Die meisten Sorten haben ein festes gelbliches Aussehen, und weil junger Bambus auch Bitterstoffe enthält, wird dieser meistens nur gekocht gegessen oder für einige Zeit erst mal in Essig eingelegt. Als Beilage ist es als sättigendes Gemüse sehr beliebt. In europäischen Küchen wird es beliebter, kann man es doch ähnlich wie Spargel vergleichen, und jungen Bambus in Fleisch-, Suppen-, oder Gemüsegerichten verwenden, allein geschmort mit Sojasoße zu Reis oder auch als Beilage zum Salat anbieten. Auch hier war die asiatische Küche ein Vorreiter, das Bambus als Gemüse in der europäischen Küche Einzug gewann, oder auch der angenehme Bambus-Tee oder das Bambus-Bier überhaupt bei uns bekannt wurde.

Wussten Sie schon, das Bambussprossen mehr Protein als Spinat oder Kartoffeln hat oder weniger Zucker als Tomaten oder Kürbis!. Im Buch der heilenden Kräuter, eine bekanntes historisches Buch chinesischer Arzneimittel aus der Ming Dynastie (1368 bis 1644) wird Bambus beschrieben: Er ist etwas kühlend, süßlich, ungiftig, er stillt den Durst, begünstigt den Flüssigkeitshaushalt im Körper und sollte deshalb täglich gegessen werden.

Bambus als Werkstoff

Ob Möbel, Haushaltsgeräte und Haushaltswaren, Musikinstrumente, Matten, Bodenbeläge, Fahrradrahmen, Rohre, Wohnungs-Utensilien, Spielzeuge, Bambus-Papier und weiteres, dies sind nur einige der vielen Möglichkeiten, Bambus als idealen Werkstoff zu nutzen. Bambus hat eine hohe Stabilität und Festigkeit (höher als Eichenholz !) und ist schnell wachsender und günstiger als Holz, so das man praktisch fast alle Herstellungen, die bisher aus Holz angefertigt werden, auch aus Bambus herstellen könnte. Dies wird auch hierzulande und in Europa immer mehr erkannt, und seid Jahren wächst das Interesse, den Anbau von Bambus in Bambus-Schulen jedes Jahr zu erweitern und Forschungsprojekte an Hochschulen weiter zu fördern. Als ein positiver Nebeneffekt sollte man erwähnen, das die Verkaufs-Förderung von haltbaren BambusMöbeln auch den Import von Edelhölzern weitaus reduzieren könnte, um die Tropenwälder zu schützen !

Weltweit gibt es etliche Forschungsprojekte zum Werkstoff Bambus und seid vielen Jahen wird beim Fraunhofer Institut für Holzforschung (WKI) in Braunschweig ein Forschungsprojekt mit asiatischen Partnern unterstützt, die Bambus als ein wichtiges Material aus nachwachsenden Rohstoffen der Zukunft betrachten. Dabei untersucht man hier eine mögliche günstige Produktentwicklung und den Einsatz von Bambus für energieeffiziente Gebäude und als Ersatz von Holzbodenbelägen. 2005 wurde auch das bekannte Shakti Haus in Darmstadt gebaut, das erste Bambus-Haus in Deutschland.

Bisherige erstaunliche Forschungsergebnisse liegen vor, so z.B., das Bambus rund 30 Prozent mehr CO² verbrauchen kann als ein Laubbaum umgekehrt 30-35 % mehr Sauerstoff produzieren kann, ohne Düngemittel und Pestizide gedeihen kann und sogar eine höhere Zugfestigkeit als Stahl aufweisen kann.

Eine Pflanze die man essen kann, aus der man wichtige Werkstoffe herstellen kann und die sogar zur Herstellung von Biotreibstoff und Brennstoff geeignet ist, damit gehört Bambus ohne Zweifel seid Tausenden Jahren und in der Zukunft zu den nützlichsten Pflanzen und Rohstoffen der Welt !

Informations-Suche

Wer sich für Bambus interessiert, sollte sich auf die Webseite INBAR weiter informieren, das International Network for Bamboo and Rattan. Oder auch auf die deutsche Webseite BTN Europe e.V. das Bamboo Technology Network Europe.

Sie werden erstaunt sein !

Bildnachweis:

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Bambus | Nutzpflanze | Werkstoff | Holzersatz
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
37,375,956 eindeutige Besuche