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Technik: Schifffahrt

Der Isthmus von Kra-Kanal

Wird ein Kra-Kanal realisiert ?

Der Isthmus (von griechisch "isthmós", Landenge) von Kra ist die Bezeichnung für die Meerenge zwischen Thailand und Myanmar. Andere Schreibweisen sind Krah, Kroh und Krao. Diese Meerenge ist an der schmalsten Stelle, dort wo ein Trichter von Victoria Point aus ins Landesinnere vordringt, nur 24 Kilometer breit und zum Teil nur max. 70 Meter hoch. Im Laufe der Zeit sind hier zwei grosse und zwei kleine heute befahrbare Übergänge entstanden: Der erste der grossen Übergänge ist die sogenannte Isthmus-Strasse, die von Kra Buri nach Chumphon führt. Der zweite ist die Strasse von Takua Pa nach Surat Thani. Dann gibt es noch zwei kleinere Übergänge: der erste liegt südlich von Kra Buri, und führt vom Dorf Khao im Westen nach dem Dorf Thon Pla im Osten. Der zweite liegt südlich von Ranong, und führt zwischen den Dörfern Hat Supin und Nam Sai im Westen zur kleinen Stadt Lang Suan im Osten.

Der Kanal, der doch nicht gebaut wurde

Indische Händler im 13.Jahrhundert sollen die ersten Initiatoren gewesen sein, die einen künstlichen Kanal durch die Meerenge planten. Fähige Ingenieure für einen Kanaldurchbruch gab es zu dieser Zeit aus Arabien und Indien. Eine reger Handel zwischen Siam, Arabien, China und Indien war von der Küste über lange Fluss- und Landwege mühsam und teuer. Woran am Ende das Vorhaben scheiterte ist nicht überliefert. Jahrhunderte Jahre später, 1793, hatte der jüngere Bruder von König Rama I die alte Idee wieder angeregt, denn ein frühzeitig gebauter Kanal unter der Kontrolle Siams, hätte eine grosse politische und wirtschaftliche Bedeutung gehabt wie der heutige Suez- und der Panamakanal. Doch fehlte es zum einem an Kapital und Fachkräften, und zum anderen hätten das die politischen Planspiele der Kolonialmächte und Chinas verhindert, die den Gewinn mit Handelsschiffen und Routen unter sich behalten und einen Bau weder mit Kapital oder Fachkräften unterstützen wollten.

Dann im frühen 19. Jahrhundert interessierte sich zunächst die britische Ostindische Company für einen Kanal durch die Meerenge, um den Weg nach Ostasien abzukürzen. Als die Briten Burma unter ihrer Kontrolle hatten und 1853 Victoria Point, westlich von Kra Buri, als südlichsten Punkt markiert hatten, war die Kontrolle eines möglichen Kanalausganges schon gegeben. 1863 kam es zu einer gut ausgerüsteten von britischen Ingenieuren geführten Erkundungsexpedition. Die britischen Ingenieure beurteilten aber einen geplanten Kanal eher negativ. Nicht die technische Möglichkeit, sondern die erheblichen Kosten und die Bauzeit wurden als Grund genannt, den Kanal nicht zu realisieren. Und man hatte ja Singapore. Als Gegenspieler von England führten die Franzosen 1868 ebenfalls eine Erkundungsexpedition an, wobei die französischen Ingenieure einen Bau positiver beurteilten, wie zuvor die Engländer. Aber es dauerte noch einige Jahre, bis man wieder aktiv wurde. Im Jahre 1882 wurde der Erbauer des Suezkanals, Ferdinand de Lesseps, vor Ort eingeladen, um sich ein Bild machen zu können. England sah seine Interessen gefährdet und verlangte daher mit militärischem Druck von König Chulalongkorn, ohne britische Zustimmung keiner ausländischen Macht eine Konzession für den Kanalbau zu geben. Selbst die kleinere deutsche Norddeutsche Lloyd, mit zwei kleinen Schiffslinien hatte sogar einen Kanal-Plan dem siamesischem Verkehrsministerium vorgestellt, aber wieder verworfen, um keine Provokation gegenüber England und Frankreich auszuüben. Weil König Chulalongkorn die Unabhängigkeit des Königreiches Siam gefährdet sah, wurden dann alle zukünftigen Pläne zum Kanalbau abgewiesen.

Neue Pläne zum Kanal

Die letzte Idee zum Kra-Kanal stammt aus den 70er Jahren, wobei man eine rund 150 km lange und 12m Mater breite Kanal-Route, die von Phangnga im Westen in die Bucht von Ban Don (Surat Thani) im Osten gehen sollte, plante. Die geschätzte Bauzeit wären 8-10 Jahre gewesen und die womöglich Kosten schreckten doch zuletzt ab, so das auch dieses Projekt auf Eis gelegt wurde.

In neuerer Zeit sitzen in Thailand Fachgruppen zusammen, um die technischen Probleme, aber auch die Folgen aus ökologischer, sozialer und politischer Sicht zu bedenken. Dazu gründete man u.a. die thailändische Fachgruppe Committee for the study of Kra Canal Project. Die Thailänder könnten das Milliarden-Projekt nicht alleine finanzieren, befürchten aber auch, das eine ausländische Finanzierung die Unabhängigkeit von thailändischem Territorium in Frage gestellt wäre.

Ein Hauptargument für einen Bau bleibt immer noch die schnellere Versorgung mit Rohstoffen, welche bisher über die Strasse von Malakka transportiert werden. Grosses Handelsinteresse, einen Kanal mit bis zu 100 Milliarden Dollar zu finanzieren hat China, und als dies bekannt wurde, haben sich sofort Japan, Indien und Süd-Korea am Tisch möglicher Mit-Finanzierer gesetzt, fürchtet man doch eine rein chinesische Kontrolle einer lukrativen Handelsroute durch einen von China kontrollierten Kanal. Diese Sorge ist auch berechtigt, weil das chinesische staatliche Unternehmen wie Liu Gong Machinery Co. Ltd. und das halbstaatliche Unternehmen Sany Heavy Industry Co Ltd. eine aktive Planungsgruppe zum Kanal-Bau weiter arbeiten lässt. Singapore und Malaysia fürchten dagegen immense wirtschaftliche Verluste, und üben Druck aus, das Projekt überhaupt zu beginnen.

Alternative gibt es chinesische, japanische und thailändische Planungen einer durchgehenden Eisenbahnlinie und Ölpipeline. Für dieses Vorhaben sollen dann in Krabi Raffinerien gebaut werden. Am Ende entgeht Thailand so auch die immense politische Verantwortung für eine international genutzte Meerenge und kann wirtschaftliche Konfliktsituationen mit Singapur und Malaysia vermeiden.

Und weil die handelspolitischen Machtpositionen so kompliziert sind, wird es wohl keinen Bau eines Kar-Kanals geben.

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Schlüsselwörter: Kra-Kanal | Ithmus von Kra | Seehandel | Handelsrouten | Thailand
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