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Politik: Recht & Co.

Auch König Naresuan († 1605) steht unter Schutz des Lèse-Majesté-Gesetz

Majestätsbeleidigung (6): Bitte nicht beleidigen: des Königs Hund – 15 Jahre Gefängnis drohen

Das Thema der Majestätsbeleidigung in Thailand scheint immer absurdere Formen anzunehmen und immer mehr zu einem politischen Druck- und Kampfmittel zu werden. Jüngst wurde erst der vor rund 150 Jahren verstorbene Urgroßvater des amtierenden Königs, seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej, unter den Schutz des Lèse-Majesté-Gesetzes gestellt. Erst kürzlich sah sich auch der 82jährige Soziologe Sulak Sivarak einer Anzeige ausgesetzt, weil er zeitgenössische Berichte über den 1605 verstorbenen König Naresuan wahrheitsgemäß zitierte.

Großer Held oder grausamer Herrscher?

König Naresuan, der allgemein in Thailand als ein großer Held gilt, war nach Berichten in ausländischen Quellen eher ein grausamer und egoistischer Herrscher. Die Quelle, die Sulak Sivarak benutzte, ist ein angesehenes wissenschaftliches Magazin Thailands, das Jahrbuch der Siam Society, das unter königlicher Schirmherrschaft bereits seit 1905 herausgegeben wird. Im Vorstand der Siam Society sollen sich zudem zahlreiche Mitglieder aus der königlichen Familie befinden.

Dennoch erstattete man Anzeige gegen Sulak Sivarak. Und diese wurde offenbar auch angenommen, denn die Polizei ermittelte bereits und befragte dazu den Historiker Phiphat Krachaechan von der Thammasat Universität, der die Veranstaltung am 5. Oktober 2014, bei der Sulak Sivarak seinen Vortrag gehalten hatte, organisiert hatte.

Auch des Königs Hund ist gesetzlich geschützt

Für unsere Begriffe geradezu absurd und lächerlich ist, dass das Lèse-Majesté-Gesetz auch Thong Daeng, den Hund des Königs, mit einbezieht. Auch hier gilt: Wer ihn beleidigt riskiert eine Gefängnisstrafe. Ganze 15 Jahre sind das bei jedem Verstoß gegen das Majestätsbeleidigungsgesetz. Da kommt, und dies ist selbst für viele Deutsche unverständlich, manch ein Kinderschänder oder Totschläger in Deutschland deutlich glimpflicher davon.

Während die Staatsanwaltschaft bei uns die Schuld eines Angeklagten nachweisen muss, ist es in Thailand so, dass der Beschuldigte einer Majestätsbeleidigung seine Unschuld beweisen muss. Und dazu ist kaum einer in der Lage, der wegen Majestätsbeleidigung, oft willkürlich und haltlos, angeklagt wird.

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Schlüsselwörter: § 112 | Majestätsbeleidigung | Lèse-Majesté-Gesetz | Naresuan | König
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