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Technik: Schifffahrt

Das neue Forschungsschiff SONNE II

Tiefseeforschung & Suche nach Rohstoffen

Forschungsschiff SONNE
Forschungsschiff SONNE
Seid 1977 unterhält die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) das Forschungsschiff Sonne I, um die Weltmeere und die Tiefsee zu erforschen. Trotz einiger Modernisierungen fehlte es am Schluss doch an notwendigen Kapazitäten und technischen Erfordernissen, so das man 2011 den Bau eines neuen Forschungsschiffes beschloss. Am 17.11.2014 wurde das neue deutsche Forschungsschiff SONNE (II) offiziell in Dienst gestellt, womit für die deutsche Tiefsee- und Meeresrohstoff-Forschung eine neue Ära beginnt. Das Forschungsschiff wurde nach den neuesten Umweltstandards konzipiert, und gehört zu den energieeffizientesten und modernsten Forschungsschiffen weltweit. Der Neubau kostete 124 Milionen Euro und die technischen Daten sind beeindruckend:

Das Forschungsschiff ist 116 Meter lang, 20,6 Meter breit und bietet Platz für bis zu 25 Zwanzig-Fuß Material-Container. Neben der 35-köpfigen Besatzung können bis zu 40 Wissenschaftler beherbergt werden. Insgesamt gibt es 60 Einzelkabinen und 8 Doppelkabinen sowie große Laborräume und eigene Werkstätten auf dem Schiff. Es kann fast 2 Monate ununterbrochen auf See bleiben und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 12,5 Knoten (etwa 23 Stundenkilometer).

Forschungsaufgaben

Nach der Erprobungsphase wird ab Januar 2015 das Schiff ihren offiziellen Dienst aufnehmen. Grössenteils wird das Forschungsschiff im Indischen und Pazifischen Ozean tätig sein. Die Hauptaufgaben der Wissenschaftler sind Untersuchungen zum Klimawandel, das Ökosystem der Meere, die Folgen des Eingriffs in die Ökosysteme und das Auffinden und Erforschen von marinen Rohstoffen. Dazu stehen modernste Forschungs- und Messgeräte zur Verfügung.

Neben Laborräumen und Ausrüstung nach dem neusten Stand der Wissenschaft, verfügt das Schiff auch über Forschungs-U-Boote die über einen 35-Tonnen-Kran ausgesetzt werden können, sowie über weitere Kräne, die zur Bewegung von Materialien benötigt werden. Eine Seilwinde erlaubt das Ablassen von Geräten bis zum Meeresgrund auf bis zu 12.000 Meter Wassertiefe, und kann sogar alle bekannten Tiefseegräben erkunden.

Die Suche nach Rohstoffen - Golden Eye

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat ein ein neues und weltweit einmaliges Multifunktionsmesssystem entwickelt, das man auch als Golden Eye bezeichnet. Es ist ein 200.000 Euro teures Messgerät, ausgestattet mit elektromagnetischen Sensoren und Kameras und ist weltweit das am weitesten entwickelte Messgerät, um auf und unter dem Meeresboden verborgene Rohstoffvorkommen mit einer hohen Präzision zu untersuchen und zu finden. Dies ist auch nötig, denn das intensive Aufsuchen und die Jagd von Massivsulfid-Lagerstätten ist ein internationales Wettrennen geworden. In den USA, Frankreich, Russland, Japan und China sind ähnliche Forschungsschiffe geplant oder schon in der Bauphase.

Seid 1994 ist ohne eine Lizenz der Internationalen Meeresbodenbehörde ein Abbau von Meeresrohstoffen nicht mehr möglich und wird streng kontrolliert. Das gesicherte deutsche Lizenzgebiet zum Abbau von möglichen Rohstoffen ist rund 10.000 Quadratkilometern gross und liegt im Indischen Ozean. Neben Kupfer, Mangan und Nickel sucht man intensiv wertvolle Spurenelemente wie Kobalt, Germanium, Indium, Selen und Tellur. Aber auch China, Korea und Indien haben ebenfalls schon Linzenzgebiete im Indische Ozean.

Massivsulfide befinden sich vor allem in der Nähe von Unterwasservulkanen, die seid Tausenden Jahren oder länger eine bis zu 400 Grad Celsius heiße Lösung aus der Tiefe an die Oberfläche des Meeresbodens befördern. Trifft diese Lösung auf das kalte Meerwasser, fallen Metall-Schwefelverbindungen aus, die sich in der Umgebung ablagern. Und diese enthalten wertvolle Rohstoffe für die elektronische Industrie. Die Suche nach Methanhydrat, auch brennendes Eis genannt, gehört nicht zum Forschungsgebiet, da sich Methanhydrat meistens nur in Küstennähe befindet.

Zur Zeit werden auch weltweit schon Tiefsee-Roboter entwickelt, auch Tiefsee-Crawler genannt, die helfen sollen, die begehrten Rohstoffe zu gewinnen. Dazu wird u.a. das deutsche Tiefsee-Kettenfahrzeug GEOMAR VIATOR vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel schon erprobt. Beim Wettlauf um die begehrten Meeres-Rohstoffe ist Deutschand vorne dabei und hat (noch) einen technischen Vorsprung.

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Schlüsselwörter: Forschungsschiff | Sonne | Tiefseeforschung | Meeresforschung | Rohstoffe
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