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Wissenschaft: Forschung

Wendelstein 7-X - die Suche nach unbegrenzter Energie

Forschung & Technik der Zukunft

Die fossilen Energieträger auf diesen Planeten stehen vor einem längst notwendigen Wendepunkt ihrer Bedeutung, werden doch die Reserven z.B. von Erdöl, Gas und Kohle, zur Zeit decken sie noch 75% des weltweiten Bedarfes, nicht auf ewig reichen. Auch sind die Belastungen für die Umwelt an einen sehr kritischen Punkt angelangt. Klassische alternative Energien wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft werden weder den Energiehunger des Planeten noch die fossilen Energieträger ausreichend ersetzen oder kompensieren können. Die Gefahren der Atomenergie sind bekannt, deshalb sucht man auch hierfür eine neue Art von Energieerzeugung, die parallel zu den alternativen Energien entwickelt werden soll. Grosse Hoffnung setzt man daher auf die Energieträger Wasserstoff (Brennstoffzelle) und auf eine neue Art der Kernfusion mit dem Einsatz von Fusionsreaktoren.

Experimentieranlage Wendelstein 7-X

Hauptmondul von Wendelstein 7-X
Hauptmondul von Wendelstein 7-X
Wendelstein 7-X ist eine der weltweit wenigen Experimentieranlagen, die zur Erforschung dienen, um einen beherrschbaren Fusionsreaktor entwickeln und bauen zu können, der selbst die heutige Atomenergie im Schatten stellen wird. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald baut seid gut 10 Jahren, mit internationaler Beteiligung, an der äusserst komplexen Anlage. Ähnliche Projekte sind auch das Joint European Torus in Grossbritanien, das Iter in Frankreich oder und das Large Helical Device in Japan. Die Anlage in Greifswald ist die drittgrösste und modernste Anlage auf diesen Planeten und die bisherigen Gesamtkosten liegen bei über einer Milliarde Euro.

Diese Forschung und Technik ist derart kompliziert, das man eigentlich nur auf das Herzstück der Forschungsanlage eingehen sollte, dem optimierten Stellarator oder auch Sonnenoffen genannt. In diesem Sonnenofen will man kontrollierte Verschmelzung von Atomkernen zur Energiegewinnung erforschen, so wie es auf der Sonne jeden Tag verläuft. In der Anlage von Greifswald verschmelzen dazu die beiden Wasserstoffsorten Deuterium und Tritium. Dabei entstehe das unschädliche Edelgas Helium und Neutronen, also elektrisch geladene Teilchen. Dessen Energie kann über Dampferzeuger in elektrischen Strom umgewandelt werden. Dabei sind die notwendigen Rohstoffe für den Fusionsprozess praktisch unbegrenzt vorhanden. Deuterium lässt sich leicht aus Wasser gewinnen und Tritium wird aus Lithium gewonnen, das wiederum sehr häufig im Gestein vorkommt. Man errechnete, das bei der Kernfusion von nur einem Gramm beider Stoffe eine derart enorme Energiemenge freigesetzt wird, die dem Brennwert von rund 11 Tonnen Kohle entspricht, wobei es hier weder einen schädlichen Kohlendioxid-Ausstoß gibt oder schädliche radioaktive Abfälle, wie wir es aus herkömmliche Atomanlagen kennen. Die Forscher versprechen sogar Fusionsreaktoren, die keinen Atomgau erreichen können.

Damit es in solch einer Anlage zu einer kontrollierten Verschmelzung von Wasserstoffkernen kommt, muss etwa hundert Millionen Grad heißes Plasma aus den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium eine Zeitlang mit genügend hoher Dichte eingeschlossen werden. Das versucht man mit dem optimierten Stellarator erreichen zu können, der über eine höchst komplizierte Konstruktion von starken Magnetspulen, den stärksten Magneten auf der Welt, und Hitzeschilden verfügt. Die Zielsetzung der komplexen wissenschaftlichen Berechnungen ist es, mit Wendelstein 7-X unter Laborversuchen unbegrenzte Energie wie auf der Sonne erzeugen zu können !

Unbegrenzte Energie - Zukunfts-Energie (?)

Forscher rechnen damit, sollte diese neue Technik beherrschbar werden, das in 20-30 Jahren der Bau von autonomen Kraftwerken möglich sein. Dies könnte auch zur Entwicklung von Raumschiffantrieben führen, die die Reichweite von Raumschiffen fast unbegrenzt machen und uns das Tor zum Universum öffnet. Als Hintertür gibt es auch begleitende Forschungen, wie man Helium-3 für Fusionsreaktoren nutzen könnte.

Epilog

Wissen über unbegrenzte Energie bedeutet in der Zukunft, das eine milliardenschwere Lobby- und Machtelite, aber auch Staaten, mit ihren Reserven an fossilen Energien immer weniger verdienen werden und es an der gesamten Menschheit liegen wird, dieses Wissen so gerecht zu teilen und zu verteilen, ohne an das Bestreben von Kapital, Macht und Einfluss zu denken, zum Wohle des Planeten Erde. Wissen wird unsere Zukunft entscheiden, nicht Kapital oder Macht. Ob es gelingt… ?

Bildnachweis:
  • Hauptmondul von Wendelstein 7-X: Max Planck Institut München

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Schlüsselwörter: Wendelstein | Max Planck Institut | Kernfusion | Energie der Zukunft | Plasma
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