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Politik: Soziales & Bildung

Das Geschäft mit den Altkleidern

Private Geschäftemacher schaden den legalen Hilfsorganisationen

Privater Altkleidercontainer.
Privater Altkleidercontainer.
Sammelbehälter für Altkleider an markanten Punkten prägen das Bild von Städten und Gemeinden. Doch nicht immer sind es Container von seriösen Hilfsorganisationen wie DRK, Caritas, Johanniter und Co. Immer häufiger stellen private Firmen solche Container auf – und das nicht immer ganz legal. Die Behörden haben oft keinen Einfluss darauf, da die Behälter häufig auf Privatgrundstücken wie Supermarktparkplätzen und ähnlichen stehen.

So erkennt man seriöse Container

Alle, die wollen dass die Erlöse aus ihrer Altkleiderspende gemeinnützigen Zwecken zu Gute kommen, sollten ganz genau darauf achten, wem sie ihre Kleiderspende zukommen lassen. Legal aufgestellte Altkleidercontainer der seriösen Hilfsorganisationen erkennt man daran, dass diese mit der vollständigen Adresse und Telefonnummer der Organisation beschriftet sind. Doch Vorsicht, windige Geschäftemacher benutzen manchmal auch Phantasienamen, die den Eindruck einer gemeinnützigen Organisation erwecken sollen oder stellen ihre privaten Container unmittelbar neben solchen der Hilfsorganisationen auf.

Im Zweifelsfall sollten Sie Ihre Spende nicht einwerfen, sondern sich beispielsweise erst bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung nach der Seriosität des entsprechenden Containers erkundigen. Gleiches gilt für Sammelaktionen, bei denen zuvor Handzettel in die Briefkästen verteilt wurden. Diese sind meistens rein gewerblich und dienen ausschließlich der Bereicherung der sammelnden Privatfirmen. Oftmals erwecken die Handzettel auch den Eindruck einer offiziellen Hilfsorganisation, wie beispielsweise ein weißes Kreuz in einem roten Kreis den Bezug zum DRK erwecken soll.

Was passiert mit den Altkleidern?

Ein großer, weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Altkleider alle in die so genannte Dritte Welt verschickt werden und dort an Bedürftige verteilt werden. Doch dies ist nur, wenn überhaupt, ein ganz geringer Anteil der gesammelten Ware. Einige Organisationen betreiben auch Kleiderkammern (z. B. DRK), in denen noch gebrauchsfähige Kleidung an Bedürftige verteilt wird. Ein Versand in Überseeländer ist meistens schon aus logistisch-finanziellen Gründen nicht vertretbar. Zudem ist unsere Kleidung nicht überall geeignet (z. B. Größen oder klimatischen Bedingungen). Aus diesen Gründen verkaufen auch Hilfsorganisationen vielfach die gesammelte Kleidung, um mit den dadurch erzielten Erlösen gemeinnützige Projekte zu finanzieren oder zumindest zu unterstützen.

Teilansicht eines privaten Sammelzettels.
Teilansicht eines privaten Sammelzettels.
Sortierbetriebe zahlen pro Tonne Altkleider bis zu 450,00 €. Wie das DRK mitteilte, sind bundesweit statistisch gesehen rund 10 % aus den Sammlungen Abfall. Weitere 35 % sind als Kleidung nicht mehr tragbar und können nur noch zu Dämmstoffen und/oder Putzlappen verarbeitet werden. Nur gut die Hälfte, nämlich 55 % sind als Kleidung noch zu gebrauchen und tragbar.

In Bielefeld wir derzeit aufgeräumt

Die Stadt Bielefeld, so hieß es Heiligabend in den Medien, räumt nun mit den illegalen Kleidersammlern auf. Sie lässt nur noch fünf karikative Einrichtungen zu, deren Altkleider-Sammelbehälter mit einem Gütesiegel des städtischen Umweltbetriebs ausgestattet sind. 190 illegal aufgestellte Altkleidercontainer wurden bereits von städtischem Grund und Boden entfernt und eingelagert.

Bildnachweis:
  • Privater Altkleidercontainer.: Foto: © Axel Ertelt. (Unterliegt dem Deutschen Urheberrecht.)
  • Teilansicht eines privaten Sammelzettels.: Eigenes Foto

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Schlüsselwörter: Altkleiderspenden | Hilfsorganisationen | Geschäftemacher | Kleiderkammern | Textilien
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