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Der Jahrhundert-Tsunami – 10 Jahre danach

Als sich am 2. Weihnachtstag 2004 die Hölle auftat

Große Welle im Anmarsch...
Große Welle im Anmarsch...
Rund 230.000 Menschenleben forderte die Tsunamikatastrophe, die am 2. Weihnachtstag 2004 über die ahnungslosen Menschen in weiten Teilen Asiens hereinbrach und noch bis an die Ostküste Afrikas Menschenleben forderte. Allein aus Deutschland wurden 537 Opfer identifiziert, die Weihnachten als Urlauber unter Palmen verbringen wollten.

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

Es ist eine Minute vor 8.00 Uhr am Morgen des 2. Weihnachtsfeiertages. Nicht weit entfernt von der Insel Simeulue bebt in der Tiefe die Erde. Das US Geological Survey legt die Stärke des Bebens auf den Wert von 9,1 auf der Richterskala fest. Damit ist es das drittstärkste Beben, das bislang jemals gemessen wurde.

Auf einer Länge von rund 1.200 Kilometern kommt es zu extremen Verwerfungen des Meeresbodens. Während er mancherorts einfach wegsackt, springt der Meeresboden anderenorts ruckhaft um bis zu zehn Meter in die Höhe. Dadurch geraten ungeheure, unvorstellbare Wassermassen in Bewegung. Diese rasen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 km/h auf die umliegenden Küsten zu.

Die Hölle am Weihnachtsmorgen

Die ersten, die die hereinbrechende Katastrophe bemerken, sind die Fischer, die mit ihren Booten zum Fischen draußen auf dem Meer sind. Sie hören eine Art Donnergrollen und spüren die Bewegung des Ozeans. Riesige Strudel tun sich auf und endlose Hilflosigkeit macht sich breit.

Nur Minuten nach dem Beben werden die Inseln der Nikobaren von der ersten Tsunamiwelle überrollt. Die 127 Quadratmeter große Insel Car Nicobar ist an der höchsten Stelle 10 Meter hoch. Genauso hoch ist die erste Welle. Die zweite ist noch höher und die dritte noch einmal deutlich höher. Von den rund 32.000 Menschen, die hier leben, stirbt in diesen Minuten etwa jeder Zweite.

Nur 16 Minuten nach dem Beben erreicht die erste Welle das indonesische Festland an der Provinz Aceh. Die 500.000-Einwohner-Stadt Banda Aceh, 225 km vom Epizentrum des Bebens entfernt, wird von einer 12 Meter hohen Welle aus Wasser, Trümmern und Schutt überschwemmt. Diese Masse schiebt sich kilometerweit ins Land. Die Zahl der Opfer in Banda Aceh wird mit 25.000 beziffert, die in der Provinz Aceh mit 170.000 Todesopfern.

Die Katastrophe erreicht Thailand

An Thailands Stränden herrscht bereits reges Treiben. Es gibt keine Tsunamiwarnung und niemand ahnt, was sich in den letzten beiden Stunden für Dramen an weiten Stränden der Nachbarstaaten abgespielt haben. Plötzlich weicht das Wasser vom Strand zurück – an manchen Stellen sogar mehrere Hundert Meter. Zurück bleiben Fische, die plötzlich auf dem Trockenen zappeln.

Fast niemand versteht die Zeichen und so macht sich bei den meisten Neugierde statt Todesangst breit. Erst als die Wellen sichtbar auf die Strände zurollen fangen die Menschen an zu begreifen, Doch da ist es für viele bereits viel zu spät.

Die Region bei Phuket, insbesondere die Khao Lak Beach, wurden am schlimmsten von Thailands Küsten betroffen. Mehr als 4.000 Menschen sterben allein im Bereich von Khao Lak. Hier gab es auch die meisten betroffenen Deutschen.

Zehn Jahre nach der Katastrophe

Bis heute wurden zahlreiche Opfer nie gefunden. Andere wurden zwar gefunden aber bis heute nicht identifiziert. Davon alleine in Thailand 369 Tote ohne Namen. Sie wurden auf dem Friedhof Bang Ma Ruan in der Provinz Phang-na beigesetzt. Ursprünglich waren es sogar 3.708 unbekannte Opfer, von denen die Polizei DNA-Proben nahm. 3.339 konnten bislang identifiziert werden weil von den Familien mutmaßlicher Opfer Vergleichsproben genommen wurden. Allerdings sind die Chancen zur Identifizierung drastisch gefallen. In den letzten vier Jahren waren es nur noch 24 Opfer, die identifiziert wurden.

Heuer sind für den 2. Weihnachtstag rund um den Indischen Ozean Gedenkfeiern angesetzt worden. In Indonesien und Thailand werden diese von Regierungsbeamten geleitet. Es soll in Thailand auch eine deutsche Gedenkveranstaltung stattfinden. Dazu ist sogar ein Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck geplant. Ob es klappt konnte nicht sicher in Erfahrung gebracht werden.

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Schlüsselwörter: 26.12.2004 | Phuket | Khao Lak Beach | Banda Aceh | Nikobaren
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