Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Medien: Witziges & Skurriles

Deutschland, Deine Stänkerer!

Wie konnte es nur so weit kommen?

Vom Land der Dichter und Denker zum Land der Richter und Stänkerer. Die Deutschen scheinen zu einem Volk der Jammerer und Quertreiber zu verkommen. Natürlich lästerte der Mensch schon immer gerne, egal woher er stammt.

Früher in Deutschland am Stammtisch, wo man laut „Überlieferung“ nur „Stammtischparolen“ predigte und dort über alles lästerte, was das Tagesgeschehen bewegte; angefangen von Tante Elfriede, die schon wieder einen Mann unter die Erde gebracht hatte – den fünften – bis hin zu Politikern, die mal wieder gegen die Vernunft entschieden.

Aber in Zeiten der Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co. wird das alles immer mehr. Und da auch die eigentlich früher einmal seriösen Medien wie Zeitungen und Wochenmagazine immer öfter ein Forum für stänkernde Journalisten bieten, die vor Jahren noch keinen Fuß in die Redaktionsräume gesetzt hätten, kommt einem nüchternen Betrachter es so vor, als wenn dies langsam Überhand nimmt – oder, was noch schlimmer ist - zur Normalität wird. Und das ist das Erschreckende daran! Den meisten Nutzern Sozialer Netzwerke oder Lesern von solchen fragwürdigen Artikeln in immer fragwürdiger werdenden Medien, fällt es gar nicht mehr auf, dass es nur noch darum geht „dagegen“ zu sein!

Zwei Beispiele aus ganz unterschiedlichen Gebieten sollen das Ganze ein wenig untermauern und erläutern.

Beispiel 1 – die Europawahlen

Das Thema Politik war schon immer eines, das für Aufregung sorgte. Ebenso wie bei Fußball sollte man – wenn man seine Ruhe haben möchte – niemals in einer Runde anfangen über Politik zu diskutieren. Man kommt zu keinem gemeinsamen Nenner. Und dies selbst dann, wenn man innerhalb einer Parteizugehörigkeit ein bestimmtes Thema anstößt. Aber was machen die Sozialen Netzwerke aus dem Thema Wahlen? Wochen über Wochen konnte man vor der letzten Europawahl in den Sozialen Netzwerken wahre Hetzkampagnen verfolgen. Aber nicht nur gegen eine politische Richtung, sondern gefühlt gegen alle! Und über was man sich da aufregte war nicht nur teilweise unterirdisch. Es ging sogar so weit, dass in Facebook darüber diskutiert wurde, ob die von unserer Bundeskanzlerin favorisierte Handstellung irgendwelche Bedeutung hätte. Tenor war aber, wie bei allen politischen Diskussionen, dass die momentane Europapolitik so nicht weiter bestehen könne. Die Gründe, die dagegen sprachen waren meistens weder fachbezogen, noch hielten sie einer näheren Überprüfung stand. Es war einfach so, man musste gegen Europa sein! Der hinkende Fuß kam dann aber am Wahltag. Denn da sah man dann, dass die Stänkerer, die sich vorher noch über alle großen Parteien ausließen, bei einer gerade mal 48 %igen Wahlbeteiligung, eben wieder nur den Mund aufgerissen hatten. Denn wo sonst, hätte man mit seiner Stimme, wenn man doch so sehr dagegen war, etwas bewegen können als hier? Hier hätte man die Alternativparteien wie „die Linke“ oder „AFD“ (und andere) puschen können. Und wenn man die Vielzahl der Stänkerer berücksichtigt, hätten alle, die vorher den Mund aufgerissen hatten, weit mehr erreichen können, als die paar leidigen Prozente, mit denen die Alternativparteien letztendlich nach Hause gingen. Aber man hätte bei einer Wahl ja wirklich Entscheidungen treffen müssen, die Konsequenzen für einen selbst mit sich zogen. Man hätte nicht einfach nur seine Querelen herauslassen können ohne dass diese eine gewisse Verbindlichkeit mit sich führen würden. Also blieb man bei alten Mustern und Lästerte nur vorher und natürlich auch nachher. Der beliebteste Spruch war: „Es ändert sich ja doch nichts!“

Beispiel 2 – die Autoball-Weltmeisterschaft

Der Entertainer Stefan Raab rief vor einigen Jahren schon die „Autoball-Weltmeisterschaft“ und „Autoball-Europameisterschaft“ ins Leben. Wie viele andere TV-Formate ist auch dies ein Vergnügen bei dem man eben kein Hirn einschalten muss und das ohne intellektuelle Unterstützung auskommt. Egal wie man zu solchen TV-Formaten steht, es geht hier einzig und allein um Unterhaltung; darum, Spaß zu haben! Aber irgendwie begreifen die Stänkerer auch dies nicht wirklich. Denn schon in der Sendung, die von dem Sportmoderator Frank Buschmann – wie alle Raab-Events – gekonnt und eben auch lustig moderiert wurde, meldeten sich viele Stänkerer bei Pro7 und in den Sozialen Netzwerken und regten sich über die Äußerungen Buschmanns auf, der natürlich in seiner Moderation ebenso den Spaß und das Sinnfreie in den Vordergrund stellte. Nun musste Frank Buschmann sich Vorwürfen stellen, er wäre Rassist oder Homophob, nur weil er beispielsweise bei einer Bemerkung über Hans Sarpei (der für Ghana an dem Treiben mitmachte) diesen als „schwarzen Mann“ bezeichnete oder den Homosexuellen Sänger Ross Anthony mit Sätzen wie „da tut ihm der Popo weh“ auf den Arm nahm. Der Shitstorm gegenüber Frank Buschmann war bemerkenswert und beschränkte sich nicht nur auf die sozialen Netzwerke, sondern gipfelte auch in einem Artikel in der Onlineausgabe der fragwürdigen Wochenzeitschrift „Der Spiegel“. Aber noch bemerkenswerter war die Bewegung FÜR Buschmann, die sich ebenso rasant im Internet breit machte.

Letztendlich trägt auch dieses Szenario dazu bei, dass man sich wirklich fragen muss, was einen Menschen wie den Journalisten des „Spiegel“ oder die anderen Stänkerer im Internet dazu bewegt, einfach nur herumzupöbeln. „Sind die Deutschen immer nur „dagegen“?“ fragte passend vor zwei Wochen die „Bild am Sonntag“ und zählte ebenso einige Beispiele auf, die bezeichnend für diese fragwürdige Eigenschaft der Deutschen sind.

Haben wir nichts Besseres zu tun, als uns über Belanglosigkeiten aufzuregen und kontraproduktive und negative Meinungen zu bilden, ohne später dafür einzustehen? Ist es wirklich so, dass die Deutschen mehrheitlich diesem Negativ-Trend im wahrsten Sinne des Wortes verfallen sind? Sind wir so oberflächlich, dass wir diese Einstellung unbedingt benötigen?

Ich finde, wir sollten uns wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Wenn wir etwas wirklich verändern möchten, weil es uns stört, gibt es Möglichkeiten, dies zu tun. Bei den Wahlen ist es ganz einfach – dann wähle ich eben die Partei, und wenn sie noch so klein und unscheinbar ist, die eben für die Punkte steht, die ich verändert sehen möchte. Beim TV-Programm ist es noch einfacher. Wenn mir eine Sendung oder ein Moderator nicht gefällt und ich mit den Inhalten nicht einverstanden bin, dann schalte ich eben um.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Stefan Raab | Frank Buschmann | Autoball WM | Weltmeisterschaft | TV Total
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
38,872,545 eindeutige Besuche