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Politik: Politische Meinung

Osterfeuer – Eine Tradition vor dem Aus

Kommunen bauen unüberwindbare Hürden auf

Osterfeuer
Osterfeuer
Osterfeuer sind in der Lausitz und damit im Siedlungsgebiet der Wenden und Sorben weit verbreitet. Der Tradition zur Folge soll mit dem Feuer in der Osternacht der Winter ausgetrieben werden. Die Jugendlichen in den Dörfern haben diese Tradition über viele Jahre gelebt. Vorher wurde der Baumschnitt der Obstbäume von den Gehöften geholt. Eine Grundlage für das Osterfeuer. Schließlich kamen zahlreiche Einwohner um sich zu treffen, miteinander zu reden, Pläne für ein Dorfleben zu schmieden.

Damit soll nun weitverbreitet Schluss sein. Die Behörden in den Städten und Gemeinden haben die Auflagen für das Abbrennen der Osterfeuer drastisch verschärft.

Im Landkreis Spree- Neiße, nahe der polnischen Grenze, wo die Jugend in Folge des Mangels an gutbezahlten Arbeitsplätze, die Region in Scharen verlassen hat, stellt die Verwaltung die noch verbleibenden jungen Menschen unter Generalverdacht.

Der zuständige Dezernent des Landkreises Olaf Lalk sagte kürzlich vor Medienvertreter: „ In den vorherigen Jahren gab es verheerende Bilder. Da wurden Autoreifen verbrannt. Damit muss Schluss sein.“ Nun stellt sich die Frage: Womit soll denn Schluss sein? Damit, dass sich Jugendliche darum bemühen, noch irgendetwas in ihren trostlosen Dörfern stattfinden zu lassen? Keiner wird bestreiten, dass es auch hierbei schwarze Schafe gab und auch immer geben wird. Aber deshalb einst mit Steuergeldern geförderte Traditionen, nämlich den Erhalt des sorbischen Kulturgutes, sterben zu lassen, ist der falsche Weg.

Zu Recht stellt der Dachverband der Sorben, die Domowina, fest, dass diese unüberwindbaren Auflagen Jugendliche abschrecken, sich zu engagieren.

Den Jugendlichen bleibt meist nur eins: Sich in ihren Nischen zurückzuziehen. Sich rauszuhalten aus dem Dorfleben. Gruppierungen sich zu suchen, wo nicht alles reglementiert wird.

Und dann? Ich höre schon das Geschrei der Kommunen und der Politik, die übrigens diese Jugendliche am 25. Mai zur Kommunalwahl an die Urne bitten werden, für solch Aktivitäten in den Randgruppen haben wir kein Verständnis. Wir werden solche Zwischenfälle, wenn Wände beschmiert, Parolen auf Straßen geschrieben werden, Flugblätter verteilt werden, nicht dulden.

Dann ist es aber meist zu spät. Und Steuergelder zum Bekämpfen solcher Randgruppen sind dann wieder gefragt.

Andersherum wäre es richtiger und vor allem wichtiger.

Bildnachweis:
  • Osterfeuer : kuk (kuk)

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Schlüsselwörter: Osterfeuer | Landkreis Spree-Neiße | Sorbische Tradition | Fördergelder | Jugend
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