Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Wirtschaft & Finanzen: Welt

Produkt- und Markenpiraterie – Ein globales Problem

China wird zum größten Problem – Gefälschte Medikamente können gefährlich sein

Vor allem in Asien boomt das Geschäft mit gefälschten, nachgeahmten Markenartikeln. Hier in den Urlaubsländern wie Thailand sind es meist die Straßenverkäufer, die solche Fälschungen anbieten. Sei es eine Armbanduhr von Rolex oder Cartier, die noch in den 80er und 90er Jahren der Verkaufsschlager in Hongkong und Pattaya waren oder Kleidungsstücke von Lacoste. In Pattaya wurden uns mehrfach Tütchen mit 100 Stück Lacoste-Krokodilen zum nachträglichen Anbringen auf der Kleidung angeboten…

Doch all dies ist heute der „Schnee von gestern“. Es gibt fast nichts mehr, das nicht nachgeahmt wird. Von Software und Musik-CDs über Medikamente bis hin zu Motoren und Maschinen. Eines der größten Problemländer ist China. Hier boomt das Geschäft mit der Produkt- und Markenpiraterie bereits seit Jahren. Bereits als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2006 den chinesischen Premier Wen Jiabao besuchte, brachte sie das Thema zur Sprache. Jiabao versprach seinerzeit etwas dagegen zu unternehmen. Seitdem sind 2 Jahre vergangen und es hat sich absolut nichts getan. Zwar erließ China schärfere Gesetze gegen die Produkt- und Markenpiraterie, doch fehlt es an der Umsetzung. Und so hat es den Anschein, als ob man von Seiten der chinesischen Regierung gar nicht daran interessiert ist etwas zu unternehmen um die eigene Wirtschaft nicht zu gefährden. Wirtschaftsexperten schätzen, dass mindestens 15 % – 20 % der Markenprodukte in China Fälschungen sind. Das stört die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen immer wieder. Schließlich ist China das bedeutendste Handelsland Deutschlands außerhalb der EU.

Eines der größten Probleme beim Kauf von Nachahmungen – abgesehen davon, dass man sich dabei auch noch strafbar macht – ist nicht die möglicherweise minderwertige Qualität sondern die Tatsache nachgeahmter Medikamente, die manchmal sogar tödlich sein können. Schnell wird dann aus einem vermeintlichen Schnäppchen ein teures Erwachen oder eine tödliche Falle. 1990 starben in Nigeria mehr als 100 Kinder an einem Hustensaft, der mit einem giftigen Lösungsmittel versetzt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO registrierte in den Jahren 1982 – 1999 über 770 Arzneimittelfälschungen. Davon 70 % in den Entwicklungsländern. 1996 tauchten erstmals auch in Deutschland gefälschte Medikamente auf. Nach Informationen der WHO sind bei den weltweit gefälschten Arzneimitteln etwa 60 Prozent, die überhaupt keinen Wirkstoff enthalten. Bei ca. 16 % ist ein falscher Wirkstoff drin und fast 17 % enthalten eine völlig falsche Dosierung.

Wie die VBP mitteilte, gehen durch die Markenpiraterie jährlich allein in Deutschland bis zu 70.000 Arbeitsplätze verloren. Und nach Angaben des deutschen Zollkriminalamtes wurden allein im Jahr 2003 Waren im Wert von rund 178 Millionen Euro aus der Produktpiraterie beschlagnahmt. Knappe 13 % davon kamen aus China.

Verkauft werden solche Produkt- und Markenkopien vielfach über das Internet. Und obwohl es gegen die Richtlinien der Online-Auktionshäuser wie „ebay“ (hier § 7, Nr. 1, der Allgemeinen Geschäftsbedingungen) verstößt, finden sich auch dort immer wieder gefälschte Waren. Doch wer solche anbietet handelt sich riesigen Ärger ein und zudem kann es teuer werden, denn die Rechteinhaber der Originalmarke gehen rigoros dagegen vor. Auch der geprellte Käufer kann gerichtlich Ansprüche gegen den gewerblichen Verkäufer geltend machen und das Originalprodukt verlangen oder aber alternativ vom Verkäufer den Differenzbetrag zwischen Kaufpreis der Fälschung und Kaufpreis des Originals fordern. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob der Verkäufer gewusst hat, das es sich bei dem von ihm verkauften Produkt um eine Fälschung gehandelt hat.

Wertvolle Tipps erhalten Sie auch im Verbraucherleitfaden Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie, den Sie hier nachlesen oder downloaden können.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Markenpiraterie | Produktpiraterie | Plagiate | Fälschungen | Nachahmungen | Abzocke | ebay
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

384
am 17.02.2010 17:15:50 (84.176.198.xxx) Link Kommentar melden
Ich kann dem nur zustimmen, die Fälscher kopieren mittlerweile alles was eine gute Marge verspricht. Es betrifft mittlerweile sogar viele Nischenmärkte. Ein paar interessante Bildbeispiele der Aktion Plagiarius findet man unter http://www.steinmannconsulting.de/piraterie-bekaempfen/beispiele/
357
am 17.02.2010 19:12:28 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ja wirklich schlimm Frown Man kann wirklich nur noch bei zuverlässigen Händlern kaufen, bei ebay werden ja genau diese Fälschungen verkauft.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
37,667,216 eindeutige Besuche