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Ein 70-Jahre-Schlaf und die geheimnisvolle Insel

Neue „Unglaubliche Geschichten über die Zeit“ (11)

Eine interessante Überlieferung über eine Zeitverschiebungssage befindet sich nach J. Schauer im Talmud (Talm. Tr. Taanith f. 23a), der aus dem 4./5. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben wurde. Chone Hamagel soll sich oft über Psalm 126, Vers 1, gewundert haben, wo da geschrieben steht: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden." Dann rief er: „Schläft denn jemand siebzig Jahre träumend?"

Der 70-Jahre-Schlaf des Chone Hamagel

Als Hamagel einmal eine Reise machte, sah er einen Mann, der gerade einen Johannisbrotbaum pflanzte. Das verwunderte ihn und so fragte er den Mann: „Es ist bekannt, dass ein solcher Baum erst nach 70 Jahren Früchte trägt; nun weißt du auch, dass du noch 70 Jahre lebst?“ Der Mann entgegnete ihm daraufhin: „Ich habe Johannisbrotbäume vorgefunden, und so wie meine Vorfahren für mich gepflanzt haben, will ich für meine Nachkommen pflanzen.“

Chone Hamagel setzte sich kurz darauf in der Nähe des neu gepflanzten Baumes nieder und aß etwas. Dann schlief er an der Stelle, wo er gegessen hatte, ein. Die Legende besagt, dass sich daraufhin ein Felsen um ihn herum zog, der ihn vor den Blicken der Menschen in der Umgebung verbarg. So schlief er 70 Jahre lang vollkommen unbeobachtet und unbeachtet seiner Umwelt.

Das böse Erwachen

Als er wieder erwachte sah er, dass der gepflanzte Baum groß geworden war und Früchte trug. Ein ihm unbekannter Mann pflückte gerade davon. Neugierig fragte er den Pflücker, wer denn diesen Baum gepflanzt habe. Der Mann antwortete ihm, dass sei sein Großvater gewesen. Daraufhin wurde Chone Hamagel bewusst, dass er 70 Jahre geschlafen hatte.

Schnell ging er zurück zu seinem Haus und fragte nach seinem Sohn. Doch als Antwort bekam er zu hören, dass dieser bereits verstorben sei und nur dessen Sohn, also sein Enkel, den er noch gar nicht kannte, da wäre. Da gab er sich zu erkennen, doch niemand glaubte ihm. So begab er sich in das Hetli Hamidrasch, wo es ihm aber nicht besser erging. Das Leben wurde ihm zuwider und er sehnte sich nach dem Tod, der ihn auch bald darauf ereilte.

Die geheimnisvolle Insel der sieben Städte

Im 15. Jahrhundert machte in Portugals Hauptstadt Lissabon die Geschichte von einer sagenumwobenen Insel die Runde. Sie wurde als Insel der sieben Städte genannt, die zufällig gefunden sich in der Nähe der Karibischen Inseln befinden sollte. Doch niemand kannte ihre genaue Lage.

Ein junger Mann, der auch ein Günstling am Hofe des Königs war, beschloss diese Insel zu suchen und zu finden. Er war auch mit einer der schönsten Frauen im Land verlobt. Nun war der Vater seiner Braut aber nicht bereit ihm seine Tochter zur Frau zu geben. Erst, wenn er erfolgreich von seiner Inselsuche zurückgekehrt sei, solle er die Tochter zur Frau bekommen. Als Günstling am Königshofe hatte er die Mittel für seine Suche schnell beisammen. Mit der Erlaubnis sich Herrscher der besagten Insel nennen zu dürfen stach er in See.

Völlig unverhofft geriet er in einen Sturm, der ihn an die Küste der geheimnisvollen Insel verschlug. Dort wurde er tatsächlich als Herrscher empfangen und feierte die ganze Nacht mit den Bewohnern. Am nächsten Morgen wurde er vollkommen betrunken zu seinem Schiff gebracht. Dort verabschiedete er sich von den Inselbewohnern und fiel bald darauf in einen tiefen Schlaf. Als er daraus wieder erwachte wusste er weder wo er war, noch wie lange er geschlafen hatte.

Niemand glaubt die Geschichte

Die Seeleute um ihn herum erzählten ihm dann, dass er sich auf einem portugiesischen Handelsschiff befände und sie ihn schlafend auf einem Schiffswrack entdeckt und geborgen hätten. Daraufhin erzählte er ihnen seine Geschichte, die aber von den Seeleuten des Handelsschiffes nicht geglaubt wurde.

Wieder zurück in der Heimat suchte er als erstes seine Verlobte auf. Doch die junge Frau wandte sich von ihm ab. Erst später erfuhr er dann, dass es sich bei der Frau nicht um seine Verlobte gehandelt hatte, sondern bereits um deren Urenkelin. Mit Schrecken musste er nun bemerken, dass er rund 150 Jahre weg gewesen war. So sehr er sich von diesem Zeitpunkt an auch bemühte die geheimnisvolle Insel wieder zu finden, es gelang ihm nicht. Und so starb er Jahre später immer noch suchend als alter Greis.

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Schlüsselwörter: Zeitverschiebung | Zeitreise | Vorderasien | Portugal | Lissabon
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