Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Wissenschaft: Sonstiges

Sibylle Lewitscharoff: Ihr Kampf gegen Babies, Schwule, Lesben und die Reproduktionsmedizin

Skandal oder geistige Umnachtung?

Skandal um Sibylle Lewitscharoff und die "Halbwesen"

Lewitscharoff brandmarkt künstliche Befruchtung

Sibylle Lewitscharoff hat künstliche Befruchtung bei einem Auftritt als "widerwärtig" bezeichnet. Onanie sollte verboten werden. Der Veranstalter reagierte sofort (Quelle: Zeit online)

Die vielfach preisgekrönte Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff hat in Dresden eine Rede im dortigen Schauspielhaus über "Geburt und Tod" gehalten. Lewitscharoff verurteilte darin die künstliche Befruchtung und äußerte sich voller "Abscheu" über Kinder, die auf solch "abartigen Wegen" entstanden seien. Sie bezeichnete sie als "Halbwesen", "zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas". "Das ist gewiss ungerecht, weil es den Kindern etwas anlastet, wofür sie rein gar nichts können. Aber meine Abscheu ist in solchen Fällen stärker als die Vernunft", sagte Lewitscharoff.

Ja, die Vernunft, die hat Frau Lewitscharoff anscheinend ausserhalb des Gebäudes geparkt, als sie ihrer Gefühlswelt Redefreiheit erteilte.

Was immer Frau Lewitscharoff zu der Ablehnung von Retortenkindern gebracht haben mag, sicher ist nur eines: sie hat de facto keine Ahnung, worüber sie schwadronierte. Wenn Menschen ärztlicher Hilfe bedürfen, um sich fortzupflanzen, dann unterscheidet sie das in nichts von anderen Patienten, die z.B. ein Cochleaimplantat benötigen, um zu hören, oder die eine fremde Netzhaut bekommen, um wieder zu sehen. Immer werden Gewebe anderer Menschen benutzt, um das Problem zu beheben. Der Unterschied zu Spendersamen ist der, dass der Spender sich nach der edlen Gabe bester gesundheit erfreut und nicht das Zeitliche gesegnet hat, wáhrend andere Gewebespender meist nicht mehr am Leben sind.

Ist dies in den Augen der Autorin Sibylle Lewitscharoff "widerlich"?

Deutschlands Embryonenschutzgesetz ist berüchtigt auf der ganzen Welt.

Die Retorten-Zeugung an sich ist ein Vorgang, der in einer Petrischale stattfindet, d.h., man entnimmt einer Frau Eizellen, dann werden diese befruchtet mit dem Sperma des Ehemannes oder, im Falle der Zeugungsunfähigkeit, mit Samen eines Spenders, und nach max. 5 Tagen können die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. Der Rest der Schwangerschaft verläuft wie in jeder natürlichen Schwangerschaft.

Was daran die Autorin nun so abstösst, bleibt das Geheimnis der Sibylle L.

Warum gehen Menschen den harten und steinigen Weg einer Reproduktionsmedizin?

Weil es ein Ur-Bedürfnis des Menschen ist, sich fortzupflanzen. Weil man im Kind die eigene Zukunft wachsen sieht. Eine dieser Frauen, die den Weg der Reproduktionsmedizin eingeschlagen hat, ist die Fachautorin Cornelia Csuk. Sie schildert in ihrem Buch auf sehr persönliche Weise ihre Erlebnisse und Beweggründe in der Reproduktionsmedizin.

Leitfaden Reproduktionsmedizin Cornelia Csuk, selbst fünffache Mutter und in einer Klinik für ganzheitliche Naturmedizin tätig, beschloss nach dem tragischen Verlust ihres jüngsten Kindes, nochmals Mutter zu werden. Sie beschreibt aus einer sehr persönlichen Sicht die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin, auch in schwierigen Situationen den Kinderwunsch zu erfüllen. Ihre offene, auch für medizinische Laien verständliche Sprache, macht nicht Halt an den Grenzen der in Deutschland sehr begrenzten Möglichkeiten, sondern weitet den Blick auch auf die Chancen, die im europäischen Ausland realisierbar sind.

Die Autorin ist entsetzt über die Aussagen der Büchner-Preisträgerin und distanziert sich von deren Inhalten.

"Wer in dieser Art und Weise den Stab über Menschen bricht, deren einziges "Vergehen" darin besteht, dass ihr Kind mit ärztlicher Hilfe gezeugt wurde, der hat anscheinend die Bodenhaftung komplett verloren oder braucht dringend Publicity" meint Cornelia Csuk mit Blick auf die anstehende Buchveröffentlichung der schreibenden Kollegin.

Sie bietet der Autorin an, mit ihr zusammen eine Reproduktionsklinik zu besuchen und ihr die Zusammenhänge transparenter zu machen. "Wenn Frau Lewitscharoff auch nur einmal den Fuss in eine Reproduktionsklinik gesetzt hätte, dann wären diese Aussagen niemals gefallen" ist sich Cornelia Csuk sicher.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: lewitscharoff | csuk | IVF | Reproduktionsmedizin
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,862,349 eindeutige Besuche