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Politik: Recht & Co.

In Südafrika beginnt heute der Mordprozess gegen den Blade Runner

Der Pistorius-Prozess ist der Aufsehen erregendste in der Geschichte Südafrikas

Oscar Pistorius 2011 in Daegu.
Oscar Pistorius 2011 in Daegu.
Vor gut einem Jahr, am frühen Morgen des Valentinstages, hat der Paralympic-Star Oscar Pistorius (27) seine Freundin Reeva Steenkamp (30) erschossen. Kaltblütiger Mord oder tragisches Versehen? Das soll nun der heute beginnende Prozess klären. Gut 300 Journalisten aus aller Welt verfolgen den Prozess, der teilweise im TV und vollständig im Radio übertragen werden darf.

Kaution und Prozessbeginn

Immer wieder betonte Oscar Pistorius im vergangenen Jahr, dass der Tod seiner Freundin (OZ24 berichtete damals darüber) Reeva Steenkamp ein tragisches Versehen und Unfall gewesen sein soll. Das glaubt die Staatsanwaltschaft nicht und so lautet die Anklage auf Mord. Sollte er des Mordes schuldig gesprochen werden, dann drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft.

Nachdem Pistorius nach den tödlichen Schüssen am 14. Februar 2013 verhaftet worden war, wurde zunächst eine Freilassung auf Kaution abgelehnt. Doch bereits 8 Tage später kam er gegen eine Kautionszahlung in Höhe von einer Millionen Rand (ca. 85.000 Euro) frei. Eine zuerst auf den 4. Juni 2013 festgesetzte Verhandlung wurde auf den 19. August 2013 vertagt um weitere Untersuchungen zu ermöglichen, wie es hieß. Im August wurde der Zeitraum der Verhandlung dann für den 3. bis 20. März 2014 angesetzt.

„Tiefe Trauer“ und „seelische Pein“ sehen anders aus

Erst kürzlich noch hatte Pistorius seine „tiefe Trauer“ und „seelische Pein“ beteuert. Doch so etwas sieht anders aus als das Leben, das der behinderte Sportler in den letzten 12 Monaten geführt hat. Die meiste Zeit verbrachte er im Luxusanwesen seines Onkels in Pretoria. Aber auch an den Stränden Mosambiks und des Westkaps wurde er gesehen. Ebenso auf Sportplätzen und in Restaurants und Bars in Johannisburg. Das alles könnte bald zu Ende sein, wenn der Prozess mit einem Schuldspruch endet.

Dafür plädiert auch die Frauenliga der Regierungspartei ANC, die eine harte Bestrafung für Pistorius forderte. Viele Südafrikaner meinen aber, dass der als Blade Runner bekannte Angeklagte mit Samthandschuhen angefasst werde, weil er ein Sportidol und ein privilegierter, reicher Weißer ist.

Drei zentrale Fragen bestimmen den Prozess

1. Ein Nachbar will einen lauten Streit zwischen Pistorius und seiner Freundin vor den tödlichen Schüssen gehört haben. Pistorius streitet dies vehement ab.

2. Pistorius tätigte nach den Schüssen zwei Anrufe mit einem Verwalter der Wohnanlage und dem privaten Gesundheitsdienst. Außerdem wimmelte er Wachleute, die die Schüsse gehört hatten ab. Warum also verständigte er nicht die Polizei?

3. Die Polizei soll sich bei den ersten Untersuchungen am Tatort recht plump und unprofessionell verhalten haben. Wurden so Spuren vernichtet?

„Wir dürfen nicht nur darauf gespannt sein, ob der Prozess tatsächlich bis zum 20. März zu Ende kommt und vor allem aber darauf, wie er ausgehen wird“ meint die Hilfe für Behinderte, die ebenfalls gespannt den Fall verfolgt.

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Schlüsselwörter: Behindertensport | Paralympic-Star | Blade Runner | Mordprozess | Südafrika
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Kommentare

OZ24
am 04.03.2014 14:40:20 (83.221.83.xxx) Link Kommentar melden
Nun ich vermute bei einem Einbruch immer sofort, das der Einbrecher sich im Bad einschließt Wink.

Also wer diese Story glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. In meinen Augen eine Beziehungstat!

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