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Technik: Sonstiges

Die Schleifkottenbahn und ein ehrgeiziges Pilotprojekt vor dem Aus?

Vergibt die Stadt Halver eine einmalige Chance auf das Pilotprojekt Schienentaxi?

Der alte Halveraner Bahnhof.
Der alte Halveraner Bahnhof.
Es gab mal eine Zeit, in der die sauerländische Stadt Halver, die Stadt im Grünen, wie sie auch genannt wird, an das bundesweite Schienennetz angeschlossen war. Doch dies ist lange vorbei. Das Ende des offiziellen und planmäßigen Eisenbahnverkehrs wurde Ende Mai 1964 mit der Stilllegung des Personenverkehrs zwischen Oberbrügge und Radevormwald eingeläutet.

Die letzten Züge waren Güterzüge

Zehn Jahre später waren bereits die Schienen zwischen Halver und Radevormwald abgebaut, nachdem schon kurz zuvor die Strecke von Halver-Anschlag nach Wipperfürth demontiert worden war. Anschluss ans Schienennetz besaß Halver danach nur noch vom Stadtzentrum bis zum Halveraner Stadtteil Oberbrügge, wo der Anschluss an die Volmetalbahn besteht. Letztere ist heute wieder reaktiviert worden.

Auf der Strecke zwischen Halver und Oberbrügge wurde als letztes der offizielle Güterverkehr Ende 1995 eingestellt. Das schien das endgültige Aus für Halvers Schienenverkehr zu sein. (Die ganze Geschichte dazu finden Sie hier: Halvers Schienenverkehr.)

Sonderzüge des BFS

13 heimische Eisenbahnfreunde gründeten am 24. Januar 1978 in Lüdenscheid den Bürgerverein zur Förderung des Schienenverkehrs e. V. (BFS). Dieser setzte bei besonderen Anlässen, wie beispielsweise der Halveraner Kirmes, Sonderzüge im Personenverkehr zwischen Lüdenscheid und Halver ein. Nach der BFS-Chronik fuhr der letzte BFS-Sonderzug, ein TALENT-Triebwagen, am 8. und 9. Juni 1996 die Strecke von Lüdenscheid über Oberbrügge nach Halver.

Die Schleifkottenbahn

Im Jahr 2000 erwarb die Schleifkottenbahn den Streckenabschnitt von Halver nach Oberbrügge bis zum Anschluss an die Strecke der Volmetalbahn. Der Abschnitt wurde bis 2007 für einen sporadischen Güterverkehr wieder reaktiviert.

Der Streckenabschnitt zwischen Oberbrügge und Halver sollte von der Schleifkottenbahn als Teststrecke für ein Schienentaxis dienen. Zudem besitzt die Schleifkottenbahn im Oberbrügger Bereich auch eine Versuchsanlage für ein neuartiges Container-Verladesystem.

Ein Schienentaxi für Halver?

Friedrich-Wilhelm Kugel ist der Geschäftsführer der Schleifkottenbahn GmbH und verfolgt seit fast zwei Jahrzehnten das Ziel ein Schienentaxi für Bahnnebenstrecken auf die Beine zu stellen. Das soll eine Lösung für Nahverkehrsprobleme sein. Dieses Ziel nahm bereits im Frühjahr 2008 konkretere Formen an, als die Firma Kfz-Elektrik Heiko Uphoff aus Halver einen alten Mercedes-Bus mit 14 Sitzplätzen mit neuen, schienentauglichen Achsen und einem Elektromotor für die Schleifkottenbahn umrüstete.

Heute gibt es sogar bereits Techniken, die es ermöglichen solche Schienentaxis automatisch – das heißt, ohne Fahrer – zu betreiben. Mittels Video und Radar werden die Fahrzeuge sicher ans Ziel geleitet. Das Konzept wurde bereits auf der Bahnfachmesse „Railtec“ in Dortmund vorgestellt.

Drohendes Aus für ein ehrgeiziges Projekt

Das Pilotprojekt Schienentaxis ist bereits weit über die Grenzen Halvers bekannt und bewundert worden. Es erhielt Interesse und Zustimmung von vielen Seiten. Und doch ist nun alles zum Scheitern verurteilt. Immer mehr Auflagen aus der Politik mit immer größeren Verzögerungen haben die Gelder aufgefressen. Von Seiten der Stadt Halver kommt keine Unterstützung finanzieller Art. Nun will sich der Geschäftsführer der Schleifkottenbahn, Friedrich-Wilhelm Kugel, zurückziehen und schmeißt das Handtuch. Der Streckenabschnitt steht zum Verkauf. Das wäre das endgültige Aus des Schienenverkehrs in Halver.

Von der Stadt Halver, voran vom Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, wird bereits seit langem ein Radweg auf der Schienenstrecke favorisiert. Für einen solchen könnte man Zuschüsse bekommen. Doch ob ein solcher auch von der Bevölkerung angenommen wird ist mehr als zweifelhaft, zumal die meisten die Sonderzüge zu besonderen Anlässen wieder haben möchten.

Petition für den Erhalt der Schleifkottenbahn

Dass die Schleifkottenbahn erhalten bleiben soll, das wünschen sich nicht nur die Halveraner. Auch aus den Nachbarstädten und Gemeinden kommen viele positive Stimmen. Und der Lüdenscheider Torsten Lange hat nun sogar eine öffentliche Online-Petition für den Erhalt der Schleifkottenbahn ins Leben gerufen. An dieser können sich nicht nur Halveraner Bürger, sondern alle beteiligen, die für den Erhalt des bundesweiten Schienennetzes sind.

Bis zum 5. August 2014 kann die Petition noch mitgezeichnet werden. 100.000 Unterschriften sollen zusammenkommen. Jede Unterschrift zählt! Die Schleifkottenbahn darf nicht sterben!

Bildnachweis:
  • Der alte Halveraner Bahnhof.: Foto: © Axel Ertelt (Unterliegt dem deutschen Urheberrecht und darf ohne Genehmigung nicht weiter verwendet werden!)

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Schlüsselwörter: Schleifkottenbahn | Halver | Schienenverkehr | Schienentaxi | Petition
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