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Politik: Soziales & Bildung

Psychiatrie: Schwarz auf Weiß

Sich mit psychiatrischer Vergangenheit zu beschäftigen, ist wie verbotene Gänge in der Erinnerung zu betreten. Der Eintretende wird nervös, aber wach. Durch dieselben Korridore wanderte man einst blind, in naivem Vertrauen an jene Welt von Realität, die uns von anderen, dem bestehenden System propagiert wurde und die wir ohne nachzufragen als Wahrheit hinnahmen.

Psychiatrie wird in unserer Gesellschaft fälschlicherweise als Medizin, von einigen gar als Wissenschaft betrachtet, was vielerseits mit einem möglichen Begriff der Heilung assoziiert wird. Doch dies ist ein Trugschluss:

Es ist nicht möglich, etwas zu heilen, das keiner Heilung bedarf. Seit jeher ist bekannt, dass sich Menschen zwar gleichen, doch in ihren Weisen, in ihrem Charakter und in ihren Träumen einige Unterschiedlichkeiten aufweisen. So ist der eine vom Wuchs etwas größer, sein Nachbar eher kleiner, der eine trägt langes blondes Haar, der andere kurzes schwarzes. Genauso wie es verwerflich ist, den Kleinen auf der Streckbank in die Länge zu ziehen oder den Großen mit Gewalt zu stauchen; so ist es eben genauso verwerflich, in einer Weise in das Leben der Menschen einzugreifen, wie es die Psychiatrie tagtäglich bei unzähligen ahnungslosen und oftmals naiven Menschen anwendet.

Wie sich die Psychiatrie nach außen hingibt und was der Wirklichkeit innerhalb des geschlossenen Systems entspricht, steht in zwei unterschiedlichen Büchern geschrieben. Schwarz auf weiß. Ein Wortspiel: Ist schwarze Tinte auf schwarzem Papier weniger schwarz, nur weil man sie nicht mehr sehen kann? Warum sollte das positiv behaftete Wort ,,sozial” etwas an der Psychiatrie ändern? Doch war diese Namensänderung wohl erforderlich, als erstmals ans Licht drang, mit was für unmenschlichen sowie gefühllosen Methoden die Psychiatrie gegen bereits von ihr selbst stigmatisierten Menschen vorging und bis zum heutigen Tage weiter vorgeht. Diese mögen in gewisser Weise subtiler geworden sein, weniger sichtbar, dafür umso mehr ausgeklügelt.

Die Wenigsten führen die unsichtbare Verbindung des veränderten Verhaltens der Menschen auf die von ihnen konsumierten Psychopharmaka zurück. Diese Verbindung besteht. Darum lohnt es sich, dieselbe genauer unter die Lupe zu nehmen und zu ihren Wurzeln zurückzuführen. Sonst bleibt alles wie es war, nur eben: unsichtbar. Die Hauptwirkungen der Psychopharmaka sind gut leserlich auf dem Beipackzettel in der Rubrik Nebenwirkungen vermerkt. Kleiner Worttausch – schon wird das Wesentliche zum Kleingedruckten. Betreuung ist gleichzusetzen mit Entmündigung, Hilfe ist Hilfe, aber nicht für die Betroffenen. Professionell steht in diesem Kontext für kommerziell. Therapie wird zur erzwungenen Krankheitseinsicht und die sog. ,,Medikamente” sind nichts anderes als chemische, lähmende Substanzen, die einen verfrühten Tod herbeiführen (ca. 30 Jahre eher) oder wie bereits erwiesen ist – gut recherchierbar am Beispiel Prozac – Selbstötungsgedanken nicht nur fördern und auslösen, sondern bisweilen den Menschen zu Taten bringen, die er ohne ,,chemische Behandlung” eben gar nicht begangen hätte. Dazu machen diese Substanzen abhängig und können ohne das Wissen um ihre tatsächliche Wirkungsweise (dass man sich tatsächlich so schlecht fühlt wegen der Tabletten), nur schwer wieder abgesetzt werden. Denn der kalte Entzug, der allgemeinhin als ,,Drehtüreffekt” bezeichnet wird, führt die Menschen gleich wieder dorthin, wo sie doch gerade – meist durch ein Eingeständnis zur ,,Krankheit”- entkommen waren.

Dieses erzwungene Zugeständnis zum ,,krank sein” ähnelt auf unmissverständliche Weise dem mittelalterlichen Geständnis, eine Hexe zu sein. Egal was man sagte oder tat, verurteilt war man sowieso: auf der Basis von Verleumdungen, Wortverdrehungen, falschen Anklagen und erzwungenem Geständnis. Bei Zugabe der Anschuldigungen gab es ein milderes Verfahren/mildernde Umstände, aber ermordet wurden die als ,,Hexen” angeklagten Menschen sowieso.

Es gibt einige Parallelen zwischen Psychiatrie und Inquisition, die sich für Interessierte auffindbar nachlesen lassen. So zum Beispiel die Enteignungen der Betroffenen, die aus der Luft gegriffenen Anklagepunkte sowie ein eigens kreiertes Sammelsorium der Begrifflichkeiten und Wortspiele, die einzig und allein bezwecken, geschriebenes Recht zu umgehen. Allein die Existenz der Psychiatrie verstößt schon gegen das Grundgesetz. Oder ist die Würde des Menschen plötzlich doch antastbar?

Es gibt keine ,,Normalität”, sondern nur eine versuchte Normierung durch die Medien, die Gesellschaft sowie die geschriebenen Manuale verschiedener Institutionen, die die Menschheit mit Hypothesen überschwemm(t)en, die leider oft als Wahrheit missverstanden werden.

Ihre Caroline Thongsan

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Schlüsselwörter: Psychiatrie | Pseudowissenschaft | Diagnosen | Betrug | Diskriminierung
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Kommentare

Kay Lorey
am 28.11.2013 14:58:04 (87.157.215.xxx) Link Kommentar melden
Psychiatrie wird in unserer Gesellschaft fälschlicherweise als Medizin, von einigen gar als Wissenschaft betrachtet, was vielerseits mit einem möglichen Begriff der Heilung assoziiert wird. Doch dies ist ein Trugschluss...

Hier habe ich aufgehört zu lesen.
Bei Ihren Artikeln fällt mir spontan der Satz ein: "liest Du einen, kennst Du alle."

By the way, in der Tat ist die Psychiatrie ein Teil sowohl der Medizin als auch der Wissenschaft. Wer das leugnet, ist kein ernstzunehmender Diskussionspartner.
Andrzej Skulski
am 29.11.2013 12:16:30 (217.87.115.xxx) Link Kommentar melden
@Kay Lorey,

anscheinend brechen Sie oft viel zu schnell das Lesen ab, wg. Vorurteilen. Sonst wüssten Sie inzwischen, dass Zwangsbehandlung Folter ist und die gesamte Psychiatriewelt in Frage gestellt wird.

By the way, versuchen Sie es mal mit dem Buch: "Made in Auschwitz. Psychiatrie: Der unsichtbare Krieg 2013". Vielleicht geht da ein Lichtlein an, wenn Sie dort nicht schon beim Titel aufhören ; )...
Kay Lorey
am 03.12.2013 06:42:47 (87.157.223.xxx) Link Kommentar melden
Man kann alles in Frage stellen. Das ist nicht wirklich ein Argument.

Jede Wissenschaft und jede Art von Medizin kann mißbraucht werden; doch darum geht es hier nicht. Diese Serie von geklonten Texten soll imho offenbar vor allem dazu dienen, Hetze gegen Psychiatrie an sich zu betreiben. Und das darf man wiederum kommentieren.
Kay Lorey
am 20.12.2013 00:22:34 (87.157.220.xxx) Link Kommentar melden
Es gibt keine ,,Normalität”, sondern nur eine versuchte Normierung durch die Medien, die Gesellschaft sowie die geschriebenen Manuale verschiedener Institutionen...

Meine Rede Grin

Wir haben uns mit den Lehrern unserer (damals Grundschul-) Kinder und der Schulverwaltung angelegt, weil diese gender- und mainstream-gehirngewaschenen Deppen unseren Kindern beibringen wollten, Homosexualität sei "normal".

Weil sie nicht wußten, was "NORM" bedeutet, sie meinten nämlich nur, daß man das tolerieren müsse, womit sie ja dann (leider) recht gehabt hätten...

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